... chronologische Auflistung der Fälle
sowie alphabetische Auflistung der Tatorte ...
Merke: In den ersten Jahren nach dem Kriege (von
1945 bis etwa 1949) mussten sich alle Personen, die in irgendeiner Weise mit
einem der sog. Fliegermorde in Verbindung gebracht wurden, vor einem
amerikanischen bzw. britischen Militärgericht erklären oder verantworten. Von
den uns z. Zt. bekannten ca. 80 Prozessen, die vor einem amerikanischen Gericht
stattgefunden haben, wurden der besseren Übersicht halber jeweils 13 wichtige,
prozessrelevante Angaben in gleichbleibender Folge ins Internet gestellt. Siehe
nachfolgendes Beispiel:
13: Gegenstand
der Verhandlung: Nach dem Fallschirmabsprung aus einem kampfunfähigen Flugzeug
wurde ein US-Flieger
mit einer Schußwunde im Rücken von dem Angeklagten aufgefunden. Der Angeklagte
tötete dann den Flieger durch einen Genickschuß.
Dieses
vorausschickend, kann der geneigte Leser sofort erkennen, dass ein Fall, dessen
Quellenaufstellung mit der Nummer eines Ordners für archivierte Prozeßakten
beginnt, gerichtlich untersucht worden ist (Wir übernehmen von den 13 Angaben
in unsere Auflistung jeweils nur 6!).
Merke: Die nachfolgenden Mordfälle ereigneten
sich alle auf dem Gebiet des damaligen Deutschen Reiches mit einer Ausnahme. Die
Ermordung des US-Piloten Herman E. Everhart am 21.3.1945 fand auf italienischem
Staatsgebiet statt. Weitere Angaben über Mordfälle an alliierten Fliegern in
den seinerzeit eroberten Gebieten finden sich am Anfang des 3. Teiles !
ohne Datum Ermordungvon zwei
kriegsgefangenen britischen Fliegern durch einen NS-Funktionär an einem nicht
bekannten Ort.
Quellen: Leide, Henry: NS-Verbrecher und Staatssicherheitsdienst. Die geheime
Vergangenheitspolitik der DDR. Das Buch erschien 2005 als 28. Band in der
Wissenschaftlichen Reihe der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des
Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik
(BStU). Durch dieses Buch (Seiten 373 - 391, besonders die Seiten 376, 381, 382)
wurde der mutmaßliche Mörder, Dr. Harald Heyns, erst einer breiten
Öffentlichkeit bekannt.
Heyns musste sich im Herbst 1948 in Hamburg wegen der Tötung von zwei
kriegsgefangenen britischen Fliegern (und wegen weiterer Kriegsverbrechen) vor
einem Kriegsgericht verantworten. Wegen der Ermordung der beiden Flieger wurde
er am 18. September zum Tode verurteilt - in Abwesenheit. Denn er hatte in einer
Verhandlungspause fliehen und sich in die DDR absetzen können. Er lebte von
1948 bis März 1966 unter falschem Namen und danach bis zu seinem Tode (im
Sommer 2004 in Berlin-Lichtenberg) unter seinem richtigen Namen in der DDR bzw.
dem wiedervereinigten Deutschland.
Zweite Quelle: Ein sich auf das vorgenannte Buch von H. Leide beziehender
Beitrag " Schutz von der Stasi" im Spiegel, Nr. 42/2005, S. 20
ohne Datum Ermordung eines unbekannten amerikanischen Fliegers durch den
Leiter des Außenlagers "Klinkerwerke" des Konzentrationslagers
Sachsenhausen. (Der Amerikaner war kein Häftling des Außenlagers, sondern nach
dem Abschuss seiner Maschine "bei den Klinkerwerken" notgelandet.)
Quelle: Stadtarchiv Oranienburg: Rep. 15, Nr. 007
(Auszug aus dem Urteil eines russischen Militärtribunals vom 1.11.1947)
ohne Datum
(Ungesühnte) Ermordung von 3 - 7 unbekannten englischen
Fliegern (eine ganze Bomberbesatzung) in St. Ruprecht an der Raab/Österreich
durch Ortsbewohner.
Quelle: Aufzeichnungen eines Gewährsmannes über ein längeres Gespräch mit
einem Augenzeugen.
ohne Datum Ermordung eines unbekannten US-Fliegers in Weinböhla, Kreis
Meißen/Sachsen durch einen Polizeimeister (recherchiert durch Frank Millert,
Weißwasser).
Quellen: Vier Schreiben des Kreispolizeiamtes Meißen vom 13.6.1947 (im
Sächsischen Staatsarchiv Dresden: Mikrofilm Nr. 366 im Bestand der
Landesbehörde
der Volkspolizei
Sachsen).
25.7.1943 Ermordung von zwei
amerikanischen Fliegern (Co-pilot Dale Wendte und Waistgunner G. Kralick nahe
Lübeck (nach einem Angriff auf Hamburg) durch Zivilisten. Recherchiert von
Thomas Hampel, Nützen.
Quelle: Internet: www.luftfahrtspuren.de
(25.11.2002)
6.9.1943 Ermordung eines amerikanischen Fliegers durch einen Metzger aus
Hülben nahe Dettingen. Die Maschine des US-Leutnants war nach Flaktreffern in
der Gegend von Dettingen abgestürzt.
Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 192; Beginn der Verhandlungen:
2.7.1947; Prozeß-Nr. 12-2157; der/die Angeklagten: Fritz Schmauder; Tatort:
Hülben (Bezirk Dettingen); Datum der Tat: 6.9.1943.
Bardua, Heinz: Stuttgart im Luftkrieg 1939-1945, 2. verbess. Auflage, Stuttgart
1985, S. 69.
Februar/ März 1944 Ermordung
eines britischen Fliegers durch einen SA-Obersturmführer bei
Appen (Kreis Pinneberg).
Quelle: Seifert,
Johannes: Pinneberg zur Zeit des Nationalsozialismus (Hrsg:
Geschichtswerkstatt der VHS der Stadt Pinneberg), Norderstedt
2000, S. 328
24.3.1944
Ermordung zweier unbekannter britischer Flieger in Berlin.
Quellen:
Groehler, Olaf: Bombenkrieg gegen Deutschland, Berlin 1990, S.
366
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 204 u. JAG 282
25.3. -13.4.1944 Ermordung von 50 kriegsgefangenen Flieger-Offizieren der Royal
Air Force (Engländer, Kanadier, Australier, Neuseeländer, Südafrikaner), die
nach einem gemeinsamen Ausbruch aus einem Lager (Stalag Luft III) bei Sagan
(Kreisstadt in Niederschlesien) wieder gefangengenommen worden waren. Nach dem
spektakulären Massenausbruch durch einen unterirdischen Stollen, an dem sich 80
Gefangene beteiligten (drei von ihnen erreichten ihre Heimat), war von Hitler
via Fernschreiben über das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) angeordnet worden,
als Abschreckungsmaßnahme "mehr als die Hälfte der entkommenen
Offiziere" nach ihrer Wiederergreifung [durch die Gestapo] zu erschießen.
(Das Fernschreiben des RSHA hat dem Gericht nicht vorgelegen. Der nachstehende
Text wurde nach Zeugenaussagen zusammengestellt.)
"The frequent mass escapes of officer prisoners constitute a real
danger to the security of the State. I am disappointed by the inefficient
security measures in various prisoner of war camps. The Führer has ordered that
as a deterrent, more than half of the escaped officers will be shot. The
recaptured officers will be handed over to Amt 4 for interrogation. After interrogation the
officers will be transferred to their original camps und will be shot on the
way. The reason for the shooting will be given as 'shot whilst trying to escape'
or 'shot whilst resisting' so that nothing can be proved at a future date.
Prominent persons will be exempted. Their names will be reported to me and my
decision will be awaited whether the same course of action will be taken."
"Die häufigen Massenausbrüche von gefangenen Offizieren stellen eine reale
Gefahr für die Sicherheit des Staates dar. Ich bin von den ineffizienten
Sicherheitsmaßnahmen in den verschiedenen Kriegsgefangenenlagern enttäuscht.
Der Führer hat angeordnet, daß als Abschreckungsmaßnahme mehr als die Hälfte
der entkommenen Offiziere erschossen wird. Die wiederaufgegriffenen Offiziere
werden dem Amt 4 zum Verhör übergeben. Nach dem Verhör werden die Offiziere
auf dem Weg in ihre Ausgangslager erschossen. Als Begründung für die Erschießung
ist anzugeben: Erschossen wegen Fluchtversuchs oder wegen Widerstands. So kann in
Zukunft nichts bewiesen werden. Prominente Personen werden geschont. Ihre Namen
werden mir mitgeteilt, und meine Entscheidung muß abgewartet werden, ob
dieselbe Vorgehensweise erfolgen soll oder nicht."
Quellen: Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: The United Nations War
Crimes Commission), Bd. XI, London 1949, S. 31-52 (Nr. 62: The Stalag Luft III Case).
Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf
dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 54-58.
Groehler, Olaf: Luftkrieg gegen Deutschland, Berlin 1990, S. 368.
Kleist, Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der Fliegerkräfte der
Antihitlerkoaltion und ihre Ahndung durch deutsche Justizorgane in der
sowjetischen Besatzungszone und der DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin
1984, S. 17f.
Kürzlich sind wir bei unseren Recherchen auf den ersten Mordfall gestoßen, bei
dem die Opfer zu den 50 kriegsgefangenen Fliegern gehörten, die nach ihrem
gemeinsamen Ausbruch aus dem Lager Stalag Luft III in Sagan nach ihrer
Wiederergreifung von der Gestapo "auf der Flucht" erschossen wurden.
Wir möchten diesen ersten Fall - inzwischen sind es schon drei geworden - auch
in unsere Liste aufnehmen, und zwar als
Untergliederung zum Hauptfall "Sagan"
29.3.1944 Ermordung von vier Fliegeroffizieren (1 Australier: James
Catanach, 1 Neuseeländer: Arnold Christensen, 2 Norweger: Nils Fuglesang,
Haidor Espelid) bei Rotenhahn (Ortsteil der Gemeine Rumohr,
Schleswig-Holstein) durch Angehörige der Gestapo.
Quellen: Paul, Gerhard: Landunter, Schleswig-Holstein und das Hakenkreuz,
Münster 2001, S. 295 ff.
Paul, Gerhard: Staatlicher Terror und gesellschaftliche Verrohung, die Gestapo
in Schleswig-Holstein, Hamburg 1996, S. 220f.
Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: United Nations War Crimes
Commission), Bd. XI, London 1949, (Nr. 62: The Stalag Luft III Case), S. 31-52,
besonders aber S. 31f und 42f.
Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf
dem Friedhof Wehl, Hameln, Hameln 1987, S. 54-58.
Hempel, Nils: Mord in Rotenhahn, in: Luftfahrt-Archäologie in
Schleswig-Holstein, (in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Landesamt) siehe
http://www.spurensuchesh.de/
(11.11.2008).
29.3.1944 Ermordung von zwei Offizieren der RAF, Roger Bushell und
Bernard Scheidhauer, bei Saarbrücken (Landstuhl) durch drei Angehörige der
Saarbrücker Gestapo.
Quellen: Der SPIEGEL vom 16.3.1950, Autor unbekannt: "Das Spiel ist aus -
Artur Nebe", S. 25-31, besonders aber S. 29f.
Franz, Gerhard: Hitler selbst gab den Schießbefehl, in: Saarbrücker Zeitung
vom 5.1.2004.
Franz, Gerhard: Exekution in der Pfalz, in Saarbrücker Zeitung vom 6.1.2004.
Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: United Nations War Crimes
Commission), Bd. XI, London 1949, (Nr. 62: The Stalag Luft III Case), S. 31-52,
besonders aber S. 31 und 40.
Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf
dem Friedhof Wehl, Hameln, Hameln 1987, S. 54-58.
Kirsch, Hans: "Die Behandlung gefangener Feindflieger" und " Die
Erschießung der britischen Flieger Roger Bushell und Bernard Scheidhauer bei
Landstuhl" in: "Sicherheit und Ordnung betreffend" - Geschichte
der Polizei in Kaiserslautern und der Westpfalz 1275 - 2006, Kaiserslautern
2007, S. 556-557 sowie S. 559-561.
Um den 29.3.1944 Ermordung von zwei südafrikanischen Offizieren der RAF,
Lieutenant H.J. Stevens und Lieutenant J.S. Gouws, in der Umgebung von
Schweitenkirchen (bei Pfaffenhofen) durch drei Angehörige der Münchener
Gestapo.
Quellen: Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: United Nations War
Crimes Commission), Bd. XI, London 1949, (Nr. 62: The Stalag Luft III Case), S.
31-52, besonders aber S. 32 und 42.
Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf
dem Friedhof Wehl, Hameln, Hameln 1987, S. 54-58.
11.4.1944 Ermordung eines unbekannten amerikanischen Fliegers durch den NS-Kreisleiter (Rostock-Stadt) Dettmann und einen weiteren Parteigenossen in Rostock.
Quelle:
Bohl, Hans-Werner / Keipke, Bodo / Schröder, Karsten (Hrsg.): Bomben auf
Rostock. Krieg und Kriegsende in Berichten, Dokumenten, Erinnerungen und Fotos
1940 - 1945, Rostock 1995, S. 168 f. , S. 172 und 174 f. - (Das auf den
vorgenannten Seiten veröffentlichte Dokument -
eine undatierte "Stellungnahme" des Kreisleiters Dettmann - ist im
Bundesarchiv Koblenz archiviert unter NS 6/407). Nach einem Hinweis auf Seite
209 des vorgenannten Buches soll der Kreisleiter mehrere Flieger, die sich nach
dem Absturz ihrer Maschine mit dem Fallschirm hatten retten können, mit eigener
Hand erschossen haben.
19.5.1944 Ermordung von zwei US-Fliegern bei Lochtum (auf der Straße
nach Vienenburg). Lochtum ist heute ein Ortsteil von Vienenburg.
Quellen: Lange, Horst-Günther: 1066 - 1991 Lochtum, Chronik zur 925-Jahrfeier,
1991, S. 76.
Lange, Horst-Günther: Angeschossener Bomber wenige Meter über dem Ort. In:
Goslarsche Zeitung vom 9.5.2005.
22.5.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers (Heckschütze Hildebrandt)
bei Nettelsee (Schleswig-Holstein) durch einen deutschen Hilfspolizisten. -
Recherchiert von Thomas Hampel, Nützen.
Quelle:
Internet: www.luftfahrtspuren.de
(25.11.2002)
28.05.1944 Ermordung des US-Flieger-Leutnants Roy D. Cruse in Elm, einem
Stadtteil von Schlüchtern in Hessen, durch einen Zivilisten. Recherchiert von
Bernd Ullrich, Stadtarchivar von Schlüchtern.
Quelle: US-Militärgericht Dachau: Ordner-Nr. US168; Prozeßbeginn: 23.12.1946;
Prozeß-Nr. 12-1967; der/die Angeklagten: Wegmann, Richard; Tatort: Elm; Datum
der Tat: 28.5.1944
30.5.1944 Ermordung des US-Piloten Fletcher E. Adams in
Tiddische/Landkreis Oldenburg durch Angehörige der "Tiddische Home
Guard" (Luftschutz, Hilfspolizei oder örtliche Landwacht ?)
Quellen: Rudert, Christina: Mord an Fletcher E. Adams. Ein Zeitzeuge erinnert
sich. In: Zeitung Boldecker Land vom 3.1.2008.
NN: Buch über das Flieger-Ass geplant. In: Aller-Zeitung vom 3.1.2008.
Umfangreicher Schriftwechsel zwischen Joey Maddox, DesAllemands, LA/USA und
Herbert Weber auf der Basis der Aufzeichnungen, Berichte und Bücher des
Chronisten der 357th Fighter Group Merle Olmsted (verstorben am 9. Januar 2008)
und der Homepage www.cebudanderson.com
des Jim Anderson.
Zwei Staffelkameraden des Fletcher E. Adams gaben am 29.5.1944 vor, der
deutsche Propaganda-Radio-Sender "Germany Calling", in englischen und
amerikanischen Militärkreisen mit dem Spitznamen "Lord Haw-Haw"
belegt, habe einen Himmler-Befehl weitergeleitet. Danach sollten alle
abgeschossenen Piloten der 357th Fighter Group, wenn sie denn lebend in deutsche
Hände gefallen waren, der Zivilbevölkerung ausgehändigt werden, die "mit
ihnen schon fertig werden würde", was nichts anderes als ein Lynchaufruf
gewesen wäre.
Wenn denn dieser Himmler-Aufruf ergangen sein sollte, ist zweifelhaft, dass er
sich "nur" an die Flieger der 357th Fighter Group gerichtet hat. Wie
sollten deutsche Zivilisten erkennen, wen sie als Notabspringer vor sich hatten.
Der amerikanische Pilot trug schließlich seine Einheits-Nummer weder auf der
Stirn noch als Abzeichen an seiner Uniform.
Die Aussage der beiden Radio-Hörer kann als suspekt bezeichnet werden, bekam
allerdings einen makabren Sinn, als am anderen Tage (30.5.1944) ausgerechnet ein
Mitglied der 357th FG, nämlich Capt. Fletcher E. Adams ein Opfer der
Lynch-"Justiz" geworden war.
6.6.1944
Ermordung eines amerikanischen Fliegerleutnants durch einen
SS-Brigadeführer in ?
Quellen:
Reuth,
Ralf Georg: Goebbels, München 1990, S. 540 f. und 718.
Neliba, Günter: Lynchjustiz an amerikanischen Kriegsgefangenen
in der Opelstadt Rüsselsheim (1944). Rekonstruktion eines der
ersten Kriegsverbrecher-Prozesse in Deutschland nach Prozessakten
(1945-1947), Frankfurt a/Main 2000, S. 28 f.
Lüttgens, Karl J.: Kriegsjahre,
Kriegsende und erste Neuanfänge im Kreis Schleiden 1939-1946, 1.
Halbbband, Gemünd 1997, S. 166
13.6.1944
Ermordung eines polnischen Angehörigen der Royal Air Force in
Radevormwald.
Quellen: Brack,
Friedhelm: "Als Feuer vom Himmel fiel" - Auf den Spuren
des Luftkrieges 1939-1945 im Bergischen Land und Rheinland,
Radevormwald 2000, S. 154-158.
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 320
13.6.1944 Ermordung zweier amerikanischer Flieger in Altenkirchen bzw. bei Sillertshausen (beide Orte im Kreis Freising)
Quellen: Kleist,
Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der
Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch
deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der
DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 14 f.
Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung
deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer
Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet im "Seminarium voor
Strafrecht en Strafrechtspleging Van Hamel" der Universität
von Amsterdam, Bd. X, Amsterdam 1973, S. 172-185.
Permooser, Irmtraud: Der Luftkrieg im Raum München 1942-1945,
München 1993, S. 301-305
Henke, Klaus-Dietmar: Die amerikanische Besetzung Deutschlands, 2. Aufl.,
München 1996, S. 85. - Die Angabe von Henke, dass drei US-Flieger am 13.6.44
ermordet wurden, ist nicht korrekt. Der dritte Ermordete war ein litauischer
Fremdarbeiter.
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, Dokumentation,
St. Ottilien 2004, S. 175f.
18.6.1944 Ermordung eines US-Fliegers (Waistgunner Sgt. Czarnecki) in Eggerstedt bei Pinneberg durch einen Angehörigen der SA. - Recherchiert von Thomas Hampel, Nützen.
Quelle: Internet: www.luftfahrtspuren.de
(25.11.2002)
20.6.1944 Ermordung des US-Fliegers William H. Kane in Neu-Wulmstorf
durch Soldaten und Zivilisten.
Quellen: Müller-Staats, Dagmar: Von Voßhusen nach Neu-Wulmstorf. Die
Geschichte einer Gemeinde und ihrer Ortsteile, Hamburg 2000, S. 15 und 98.
Dieter Pintatis, Neu-Wulmstorf, hat uns aus seiner umfangreichen und
ausführlichen Dokumentation des obigen Mordfalles per E-Mail und durch Brief
vom 12.12.2006 bzw. vom 29.3.2007 sein reiches Wissen um diesen Fall mitgeteilt.
21.6.1944
Ermordung von 15 gefangenen amerikanischen Fliegern bei
Schwerin/Mecklenburg (Waren/Müritz, Fürstenberg/Havel und ?).
Quellen: Der
Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem internationalen
Militärgerichtshof (Amtlicher Text in deutscher Sprache), Bd.
VI, Nürnberg 1947, S. 407 f.
Kleist, Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der
Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch
deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der
DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 5 f.
Groehler, Olaf: Bombenkrieg gegen Deutschland, Berlin 1990, S.
369
Schriftwechsel Herbert Weber mit Andy Wilkinson und Thomas Moore, USA, im März
2007

Von Thomas Moore, einem Verwandten
des am 21.6.1944 auf so tragische Weise
ums Leben gekommenen Thomas A. Gensert
bekamen wir dieses Foto, mit der Bitte um
Aufnahme in unsere Website.
Gensert fand seine letzte Ruhestätte auf dem
amerikanischen Soldatenfriedhof in St. Avold,
Lothringen/Frankreich.
29.6.1944 Ermordung eines unbekannten amerikanischen
Fliegers in Wolfsburg durch einen Luftschutzwart.
Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 146; Beginn der Verhandlungen:
4.2.1948 Prozeß-Nr. 12-1866; der/die Angeklagten: Lippmann, Helmut u.a.;
Tatort: Wolfsburg; Datum der Tat: 29.6.1944.
Stadt Wolfsburg, Stadtarchiv: Schreiben vom 8.2.2001
Juli 1944
Ermordung eines amerikanischen Fliegers in Holzendorf bei
Stettin.
Quelle: Kleist,
Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der
Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch
deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der
DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 11.
7. 7.1944
Ermordung zweier Amerikaner durch Gestapo-Angehörige in Bad
Harzburg.
Quelle:
Goslarsche Zeitung vom 11.1., 20.3. und 8.7.2000
11.7.1944 Ermordung des kanadischen Piloten James Dale bei Ludenhausen
(heute Ortsteil der Gemeinde Reichling im Landkreis Landsberg am Lech) durch den
dortigen Förster.
Quellen: Hessel, Peter: The Mystery of Frankenberg´s Canadian Airman,
Toronto 2005, S. 231
Schreiben der Gemeinde Reichling vom 11.5.2006 mit Kopien aus den Chroniken der
Ortsteile Ludenhausen und Thaining von Burkhard Stämmele bzw. Wolfgang Bauer.
Internet: http://www.Ludenhausen1200.de/gemeinde.htm:
Chronik von Burkhard Stämmele der Jahre 1942 - 1993 von Ludenhausen und
Gimmenhausen (12.5.2006).
Hessel, Peter: Das Rätsel um den kanadischen Flieger, Beucha 2007, S. 213.
(Quelle: www.ludenhausen.de/chronik_stl.htm)
19. oder 20.7.1944 Ermordung des amerikanischen Fliegers Arthur W. Manosh in Moosinning (Kreis Erding) durch einen NS-Funktionär. Recherchiert von Thorsten Blaschke, Forstern (Bayern)
Quellen: National Archivs und Records
Administration, Washington: Headquarter 7708 War Crimes Group, European Command
APO 407, Case No. 12-1149.
Niedermayer, Hans: Mord aus Profilierungssucht. In: Süddeutsche Zeitung, Nr.
212, vom 14.9.1994, S. 7.
Niedermayer, Hans: Die Mitschuld der Anstifter blieb ungeklärt. In:
Süddeutsche Zeitung (Erdinger Neueste Nachrichten) vom 24./25.9.1994.
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche)
Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 57f. (Das Datum
dieser Quelle - 29.06.1944 - dürfte falsch sein !)
Weitere Akten befinden sich im Bayerischen Staatsarchiv in München sowie im
Archiv der Gemeinde Moosinning.
20.7.1944 Ermordung eines amerikanischen
Fliegers in Rüsselsheim durch Zivilisten. (Nicht zu verwechseln
mit den Mordfällen in Rüsselsheim am 26.8.1944!)
Quelle: Busch, Dieter: Der Luftkrieg im Raum Mainz während des
Zweiten Weltkrieges 1939-1945, Mainz 1988, S. 104.
20.7.1944 Ermordung von zwei amerikanischen Fliegern in
Wohlsborn (Kreis Weimar-Land)
Quelle: Bild-Zeitung (Ausgabe Weimar) vom 29.8.2001. (Anläßlich
der Enthüllung einer Gedenktafel nach 57 Jahren hatte die
500-Seelen-Gemeinde den US-Luftwaffengeneral Gregory S. Martin
sowie die thüringische Landtagspräsidentin Christiane
Lieberknecht eingeladen.)
20.7.1944 Ermordung von fünf US-Fliegern in und bei Wollmatingen (Vorort
von Konstanz/Bodensee)) durch Angehörige der deutschen Wehrmacht. Zwei weitere
Flieger ertranken möglicherweise unter Umständen, die eine absichtlich
unterlassene Hilfestellung vermuten lassen. (der Fall wurde recherchiert von
Mathias Weichelt, Bibliothekar an der Schweizerischen Nationalbibliothek in
Bern.) Namen der Opfer: H.J. Hamlin, R.V.S. Newhouse, G.T. Hunter, A.C.
Slaughter, R.C. Ertel, J.A. Boardsen, R.C. Charrington.
Quellen: Voggenberger, Peter: "Der Wollmatinger Fliegermord", zwei
Seiten eines vor 1948 geschriebenen, unvollständigen und unveröffentlichten
Typoskripts vom Adjutanten des Majors Albert Heim, Kommandeur des
Grenadier-Ersatz-Bataillons 195, archiviert im Stadtarchiv Konstanz.
Weichelt, Mathias: Tragödie am Untersee - Abschuß von "Hell´s
Bells", halbseitiger Artikel in den Schaffhauser Nachrichten vom 20.7.2004.
Wilhelm, Theo: "1939-1945 fremde Flugzeuge in der Schweiz: Berichte zu den
Flugzeugen, die während des Zweiten Weltkrieges in der Schweiz notgelandet oder
abgestürzt sind", Regensdorf 2000, nur als CD-ROM veröffentlicht: 1
elektronische Optical-Disc (CD-ROM); 12 cm.
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, eine
Dokumentation, St. Ottilien 2004, S. 311f.
Die Angaben der vorstehenden Quellen sind nicht deckungsgleich. Während z.B.
nach der 2. und 3. Quelle alle 9 Besatzungsmitglieder rechtzeitig mit dem
Fallschirm abspringen konnten, berichtet die 1. Quelle nur von 7 Notabspringern.
Die Zahl der Überlebenden wird von allen drei Quellen mit zwei angegeben. Diese
Zahl entspricht auch den US-Angaben.
21.7.1944 Ermordung
von fünf amerikanischen Fliegern nahe der Gemeinde Schollach im
Hochschwarzwald durch NS-Funktionäre. Die Namen der Opfer: Charles E. Woolf;
Frank L. Misiak; Meredith M. Mills; Leonard A.Kornblau; Bernhard Radomski.
Quellen: Krupp, Burkhard; Kleiser, Matthä; Kleiser, Stefan u.a.:
Schollach - Heimatgeschichte einer Talgemeinde, 2. Aufl.,
Titisee-Neustadt 1987, S. 52-56.
Internet: www.schollach.de/flieger.htm:
Schollach, nichts als Gegend - aber was für eine ! (17.8.2007)
NN (WG): Absprung ins Ungewisse. In: JÄGERBLATT, offizielles Organ der
Gemeinschaft der Jagdflieger ..., Jg. 54, Nr. 4/2005, S. 84.
Ebnet, Rolf: Absprung ins Ungewisse. Zeitzeugen berichten, 2005. S. 105 ff.
Anmerkung zur letzten Quelle: Ebnet, Rolf: Absprung ins Ungewisse.
Der Textteil des zweiten Buchabschnittes, der sich mit dem vorstehenden
fünffachen Mordfall nahe der Gemeinde Schollach im Schwarzwald befaßt, beginnt
auf Seite 106. Der Text des 2. und 3. Abschnittes dieser Seite, insgesamt 15
Zeilen, stammt nicht von Rolf Ebnet. Hier hat sich der Autor mit fremden Federn
geschmückt. Plagiat nennt man so etwas oder Diebstahl geistigen Eigentums.
26. 7.1944 Ermordung eines
kanadischen Fliegers in der seinerzeit selbständigen Gemeinde
Oberweier (heute Ortsteil der Stadt Gaggenau).
Quelle: Badische
Neueste Nachrichten vom 30.5., 31.5. und 1.6.1991
26.7.1944 Der Arzt Dr. Alois G. verweigerte einem in Molln (Österreich)
gelandeten Notabspringer, dem US-Flieger Frank Rogan, seine Hilfe. "Der
Hund soll aufgehängt werden und verrecken". Rogan starb.
Quelle: Rosenkranz, Martin: "Pilot Hunt" in: Jahrbuch der Werbung
(JDW), Österreichs virtuelles Militärluftfahrt-Journal (www.airpower.at),
20.7.2008, S. 3.
28.7.1944 Ermordung des US-Fliegers Peter Mandros nahe Fauerbach in der
Wetterau (Hessen) durch einen SA-Standartenführer.
Quelle: Winter, Gerhard: Der Flugplatz Nidda-Harb und der Luftkrieg über der
Wetterau. In: Niddaer Geschichtsblätter, Heft 7, 2003, S. 63.
29.7.1944 Ermordung von fünf
amerikanischen Fliegern in Ottmannshausen durch den damaligen
Landrat des Landkreises Weimar "und seine Getreuen"
(siehe auch nachfolgenden Fall in Schloßvippach bzw. in
Vippachedelhausen vom 8.3.1945).
Quelle:
Thüringisches Hauptstaatsarchiv in Weimar: Akte Kreisrat Weimar,
Nr. 1079, darin Schreiben des Bürgermeisters von Ottmannshausen
vom 18.3.1946.
29.7.1944 Ermordung eines unbekannten US-Fliegers in Bad Kösen durch
einen Uniformierten (SA, SS oder Wehrmacht).
Quelle: Giesecke, Karl-Heinz: Am Himmel Dröhnen von 200 Motoren. In: Naumburger
Tageblatt vom 26. Juni 2004 (unter der Rubrik "Burgenlandjournal").
31.7./1.8.1944 Ermordung von drei US-Fliegern (John B. Good, Emil
Berry jr., Lewis E. Pulsipher) im Großraum Saarbrücken durch Angehörige der
SS. Die drei Amerikaner gehörten zur Besatzung einer B-24 (Liberator), die am
1. Juli bei einem Angriff auf Ludwigshafen von der deutschen Flak abgeschossen
wurde.
Quellen: Zimmer, Klaus: "Du bist als nächster an der Reihe!" In:
Wilhelm, Horst: Die Region Neunkirchen im Luftkrieg 1939-1945, Bd. II: Crash ‘44:
Nach den Bomben die Bomber, S. 125-133
Zimmer, Klaus: "Du bist als nächster an der Reihe!" In: Wilhelm,
Horst: Luftkrieg über der Saar 1939-1945. Eine Dokumentation, 3. erweiterte
Auflage, 2004, S. 234, 240-243.
Kirsch, Hans: "Die Behandlung gefangener Feindflieger" in: Sicherheit
und Ordnung betreffend. Die Geschichte der Polizei in Kaiserslautern und in der
Pfalz 1276 - 2006, Kaiserslautern 2007, S. 556-557.
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, Dokumentation,
St. Ottilien 2004, S. 208.
August 1944 (?) Ermordung eines unbekannten kanadischen Fliegers in Klein Flöthe (im Altenröder Holz) durch Angehörige des "Heimatschutzes". Klein Flöthe (Gemeinde Flöthe) gehört heute zur Samtgemeinde Oderwald im Landkreis Wolfenbüttel.
Quelle: Försterling, Reinhard u.a.: 1200 Jahre
Groß Flöthe. Eine Chronik, 1988, S. 90
August 1944 Ermordung eines unbekannten US-Fliegers in Langensebold,
Kreis Hanau, durch zwei Polizisten.
Quellen: Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech,
Dokumentation, St. Ottilien 2004, S. 46f.
Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: The United Nations War Crimes
Commission), Bd. III, S. 62f
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche)
Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 75
Quellen:
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 7/165-171 (Lagerungssignatur
der Mikrofilme: FC 6259 P - FC 6265 P)
Hammerstein, K.W.: Landsberg, Henker des Rechts?, Wuppertal 1952.
Petschull, Jürgen: Der Fliegermord von Borkum. In: STERN-Biografie Nr. 3/2004
Klinger, Heinz: Wege und Nebenwege. Erinnerungen eines Hamburger Arztes. Hamburg
1976, S. 112 ff. und S. 128-132.
Scheder, Helmut: Absturz einer amerikanischen B-17 bei Quelkhorn am 4. August
1944, 5seitiges Typoskript, unveröffentlicht, April 2003.
Specht, Wilke: Borkum erinnert an ermordete US-Gefangene. In: Borkumer Zeitung
vom 5./6. August 2003. Eine englische Übersetzung des Textes durch Robin Smith
ist im Internet unter http://www.486th.org/Assn/Borkum/BorkumerZeitung.htm
zu finden (12.8.03).
Dirks, Hartmut: Feiger Mord an wehrlosen Opfern. In: Nordwest-Zeitung (NWZ),
Oldenburg, Nr. 179 vom 4.8.2003
Akkermann, Tönjes: Späte Ehrung für amerikanische Flieger - Borkumer
Geschichte aus 1944 aufgearbeitet. In: Borkumer Zeitung vom 1.7.2003
Scheder, Helmut: Gedenkstätte: Respekt und Anerkennung (Leserbrief). In:
Borkumer Zeitung vom 22.7.2003
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, Dokumentation,
St. Ottilien 2004, S. 192ff.
Gerichtsakten (15 Seiten, Übersetzung von Silke Scheder) des
US-Militärgerichts Dachau, Fall Nr. 12-489 (Borkum)
5.8.1944 Ermordung von
fünf amerikanischen Fliegern in Hohenhausen/Lippe (heute zur Gemeinde Kalletal
gehörend) durch Polizisten. - Recherchiert von Walter Otto, Kalletal.
Am 7.8.1944 wurden auf dem Hohenhauser Friedhof die nachfolgenden sieben Flieger
in einem Massengrab beigesetzt: R.F. Kowalski, Norman E. Schnieder, Stanley J.
Kalinejko, Robert E. Delavan, Sherwood L. Kells, Louis E. Younkin und Donald T.
McVicker. Fünf der vorgenannten waren ermordet worden, zwei kamen beim Absturz
ihrer Maschine ums Leben.
Quellen: Ebert, Arnold: Als die Panzer Lippe überrollten. In: Heimatland Lippe,
Heft 4, 1985, S. 124 f.
Otto, Walter: Lynchjustiz an alliierten Fliegern - Dorf entging knapp der
Zerstörung. In: Kalletaler-Zeitung vom 1.2.1991. - Die Angabe im Vorspann des
Beitrages von W. Otto, dass "drei" Wehrlose ermordet wurden, ist nicht
korrekt. Es waren fünf!
Otto, Walter: Lynchjustiz an alliierten Fliegern am 5. August 1944 in
Hohenhausen (Echternhagen). Unveröffentlichtes Typoskript, 6 Seiten, Dezember
1991. (Dazu gehören drei Kopien aus einem US-Archiv mit den Namen aller
Besatzungsmitglieder der abgestürzten Maschine).
Buchner, Jens (Hrsg.): Stadtgeschichte Horn 1248-1998, Horn - Bad Meinberg 1997,
S. 446 f.
Weitere US-Militärgerichtsprotokolle aus Dachau sind im Stadtarchiv Horn
archiviert.
PS: In seinem Buch "Luftangriffe zwischen Nordsee, Harz und Heide", Hameln
1983, schreibt Heinz Meyer auf den Seiten 127 und 129 über die Ermordung von
drei US-Fliegern kurz vor Kriegsende in der Nähe von Langenholzhausen.
Nach Auskunft des Ortshistorikers Walter Otto, Kalletal, hat es einen oder
mehrere Fliegermorde in Langenholzhausen n i e m a l s gegeben. Sowohl das
vorgenannte Hohenhausen als auch Langenholzhausen gehören heute zur Gemeinde
Kalletal.
9.8.1944 Ermordung von drei amerikanischen Fliegern in bzw. bei
Weisenbach (im Murgtal) durch Zivilisten.
Quellen: Fleischle, Sigwart: Blinder Hass war Auslöser
einer verbrecherischen Tat. In: Badisches Tageblatt vom 20.7.1996
National Archives and Records Administration (NARA): 23 kopierte Seiten von den
zwei- bis dreitausend Seiten umfassenden Prozeßakten.
Halow, Joseph: Innocent at Dachau, 1992, Chapter 7, 8 und 21. (1995 erschien
eine deutsche Übersetzung von Horst Eckert unter dem Titel "Siegerjustiz
in Dachau". Siehe dort die Kapitel Seite 69 ff., 82 ff. und 214 ff.
Internet: http://www.scrapbookpages.com/DachauSrapbook/DachauTrials/RudolfMerkel.html
(28.5.05).
9.8.1944 Ermordung eines amerikanischen Piloten (Leutnant Theodore D.
Nielsen) nahe dem Weiler Haid (heute zu Bad Saulgau gehörend) durch einen
SS-Offizier.
Quellen: Anderson, Gary: The last Flight of Lt. Theodore Nielsen, 2004,
18seitige Arbeit: Internet: http://www.historylink.org/_output.cfm?file_id=5654
(8.1.2006).
15.8.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in einem nichtgenannten Ort.
Quelle: Der
Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem internationalen
Militärgerichtshof (Amtlicher Text in deutscher Sprache), Bd. V,
Nürnberg 1947, S. 372 ff.
15.8.1944 Ermordung eines unbekannten
amerikanischen Fliegers in der Eifelgemeinde Preist (bei Trier)
durch Zivilisten.
Quellen: Kölnischer Kurier vom 9.6.1945 (Nr. 11, S. 2) und vom
10.7.1945 (Nr. 16, S. 4).
Lüttgens, Karl J.: Kriegsjahre, Kriegsende und erste Neuanfänge
im Kreis Schleiden 1939 - 1946, Gemünd 1997, S. 168.
Nosbüsch, Johannes: Bis zum bitteren Ende: Der Zweite Weltkrieg im Kreis
Bitburg-Prüm, Trier 1978, S. 85
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche)
Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 67f.
24.8.1944 Ermordung des amerikanischen Fliegers Edward Sauniers in
Hermsdorf/Thüringen, genauer gesagt zwischen Weißenborn und Tautenhain, durch einen Polizisten.
Quellen: Augenzeugenberichte, veröffentlicht im Internet durch Stefan Lechner
unter www.hermsdorf-regional.de/kriegswirren/teil5.htm
und Erlebnisbericht von Irene Schmidt, geb. Fabian, jetzt Hagen, damals Mitglied
der Sanitätskolonne vom 4.10.2003.
Kopien von US-Unterlagen über den Absturz der Boeing B-17, Werks-Nr. 42-97571,
457. Bomb Group, am 24.8.1944 südlich von Hartmannsdorf bei Bad Köstritz. Von
den 9 Besatzungsmitgliedern, zu denen auch E. Sauniers gehörte, kamen 4 bei dem
Absturz ums Leben, 4 konnten sich retten, einer, Sauniers, wurde ermordet. Die
Unterlagen überlies uns das Stadtarchiv von Eisenberg.
PS: Zu dem vorgenannten Fall sollte noch folgendes hinzugefügt werden: Der
Täter wurde am Tag des Einmarsches der amerikanischen Truppen in Hermsdorf
(am13.4.1945) auf Grund einer Denunziation aus den Reihen der auf dem
Rathausplatz versammelten Bürgerschaft, unter der sich auch der später
denunzierte Polizist befand, von den US-Soldaten ergriffen und nach einer kurzen
Debatte an eine Grundstücksmauer gestellt und augenblicklich erschossen (= ein
klassischer Lynchmord der Sieger !).
Da man den Hinzurichtenden mit dem Gesicht zur Mauer gestellt hatte, ergab es
sich, daß der Delinquent die Hinrichtung überlebte. Die Soldaten des
Hinrichtungskommandos hatten statt auf die Herzseite auf die rechte Brustseite
gezielt. Nachdem der Brandmeister der Feuerwehr am späten Abend zufällig
festgestellt hatte, daß der in einem Geräteraum niedergelegte vermeintlich
Tote noch Lebenszeichen von sich gab, ging der hinzugezogene örtliche Leiter
des Roten Kreuzes zum Ortskommandanten und konfrontierte ihn mit der Frage, wie
er es mit der Genfer Konvention halte. Das Ergebnis des Gespräches war, daß
die Amerikaner von einer weiteren Verfolgung des "Hingerichteten", der
unzweifelhaft am 24.8.1944 einen gefangenen US-Flieger aus eigener Verantwortung
erschossen hatte, absahen und eine Notversorgung des Schwerverwundeten sowie
seine spätere Überführung ins Krankenhaus nach Eisenberg akzeptierten. - Der
Polizist, der am 13.4.1945 seine Hinrichtung überlebte, durfte sich noch fast
20 Jahre seines Lebens erfreuen.
24.8.1944 Ermordung von zwei US-Fliegern in Münstedt bei Schmedenstedt
durch SS-Offiziere (recherchiert von Edgard L. Fuß, Peine-Woltorf).
Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 161; Beginn der Verhandlungen:
19.8.1947; Prozeß-Nr. 12-1949; der/die Angeklagten: Minx, Heinz; Tatort:
Münstedt bei Schmedenstedt; Datum der Tat: 24.8.1944.
Gerichtsakten (2 Seiten, Übersetzung von Monika Wachholz) des
US-Militärgerichts, Fall Nr. 12-1949 (Münstedt).
26.8.1944 Ermordung von vier US-Fliegern (Maxwell, Fetterhoff, Wyatt und
Zemonek) im Wald zwischen Gersweiler und Klarenthal (heute Stadtteile von Saarbrücken)
durch Angehörige der SS.
Quellen: Zimmer, Klaus: "Du bist als nächster
an der Reihe!" In: Wilhelm, Horst: Die Region Neunkirchen im Luftkrieg
1939-1945, Bd. II: Crash ‘44: Nach den Bomben die Bomber, S. 125-133,
besonders S. 130
Zimmer, Klaus: "Du bist als nächster an der Reihe!" In: Wilhelm,
Horst: Luftkrieg über der Saar 1939-1945. Eine Dokumentation, 3. erweiterte
Auflage, 2004, S. 234, 240-243.
Kirsch, Hans: "Die Behandlung gefangener Feindflieger" in: Sicherheit
und Ordnung betreffend. Die Geschichte der Polizei in Kaiserslautern und in der
Pfalz 1276 - 2006, Kaiserslautern 2007, S. 556-557.
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, Dokumentation,
St. Ottilien 2004, S. 208.
26. 8.1944 Ermordung von sechs
amerikanischen Fliegern in Rüsselsheim (siehe auch Mordfall vom
20.7.1944).
Quellen:"The
Russelsheim Ordeal" in der amerikanischen
Militärzeitschrift "8th AF NEWS", Jg. 10, Nr. 4, Okt.
1984, S. 1 ff.
Frickel, Thomas: Vor 40 Jahren: Die Amerikaner sind da.
Artikelserie in "Rüsselsheimer Echo" vom 16.3. bis
28.6.1985.
Frickel, Thomas: Vor 50 Jahren: Die Amerikaner sind da (Hrsg.:
VHS Rüsselsheim), Raunheim 1994, S. 73-81.
Neliba, Günter: Lynchjustiz an amerikanischen Kriegsgefangenen
in der Opelstadt Rüsselsheim (1944). Rekonstruktion eines der
ersten Kriegsverbrecher-Prozesse in Deutschland nach Prozessakten
(1945-1947), Frankfurt a/Main 2000.
Nigro, August: Wolfsangel: A German City On Trial 1945-48, Dulles/Virginia 2000.
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger - Der Mord an
Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz am
10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript S. 36 f.
Wiegrefe, Klaus: Tödliche Jagd. In: SPIEGEL, Nr. 34/2001, S. 42.
"Crime in WWII. The Rüsselsheim Death March" in der
englischen Militärzeitschrift "AFTER THE BATTLE", Nr.
57, 1987, S. 1-20.
Busch, Dieter: Der Luftkrieg im Raum Mainz während des Zweiten
Weltkrieges 1939-1945, Mainz 1988, S.108.
Leiwig, Heinz: Flieger über Rheinhessen, 2. Auflage, Alzey 2006, S. 87ff.
Schnatz, Helmut: Lynchmorde an alliierten Fliegern. In: Franz W. Seidler/Alfred
M. de Zayas (Hrsg.): Kriegsverbrechen in Europa und im Nahen Osten im 20.
Jahrhundert, Hamburg 2002, S. 118-121.
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche)
Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 68-72.
Titelseite der vorstehend genannten amerikanischen Militärzeitschrift (Quelle Nr. 1)

Nachstehend aus dem
mehrseitigen Text eine auszugsweise Übersetzung der Darstellung
des "Rüsselsheimer Martyriums" durch den
amerikanischen Ermittler Major Luke P. Rogers (nach Aussagen des
seinerzeitigen Bürgermeisters von Rüsselsheim):
Als sich
die Gefangenen dem Park-Hotel näherten, liefen drei Frauen,
Käthe Reinhardt, ihre Schwester Margarete Witzler und deren
Tochter Lilo, zum daneben befindlichen Tabakladen und schrien:
"Dies sind die teuflischen Flieger. Schlagt sie tot!"
Es versammelte sich eine Menschenmenge, die sich als Resultat des
Angriffs in der vorhergehenden Nacht in bedrohlicher Stimmung
befand. Dann begannen die drei Frauen Steine auf die Gefangenen
zu werfen. Die Menschenmenge vergrößerte sich.
Zu diesem Zeitpunkt schlug ein Kneipenwirt, Philip Gutlich, einen
der Flieger mit einem Knüppel. Die beiden deutschen Soldaten,
die die Gefangenen bewachten, taten nichts, um sie zu schützen.
Nun begannen die Flieger zu laufen. Da einer der Gefangenen ein
verletztes Bein hatte, trugen zwei von ihnen ihn auf ihrem
Rücken.
Hier griff der Ortsgruppenleiter Joseph Hartgen in die Szene ein.
In wahrer Nazi-Manier machte er seine Anwesenheit bald spürbar.
Er schrie der Menge zu, die Flieger totzuschlagen und feuerte mit
der Pistole mehrere Male in die Luft, um sie noch weiter
anzufeuern.
Nachdem die bedrängten Flieger zunächst die Hauptstraße
entlang liefen, kamen sie zu einer Seitenstraße. In ihr
versuchten sie ihren Angreifern zu entkommen. Die Menge folgte
ihnen wie Bestien. Nach einer kurzen Wegstrecke diese Straße
hinunter schlug der Bauer Johannes Seipel die Gefangenen mit
einem Knüppel. Der Fabrikarbeiter Georg Daum schlug ebenfalls
mit einer Schaufel auf sie ein, während sie außerdem noch
mit Ziegeln und Steinen beworfen wurden. Darüber hinaus
verprügelte der Gleisarbeiter Johann Opper sie so heftig mit
einem Besen, dass der Stiel in seinen Händen zerbrach.
Am Ende der Straße war ein Eisenbahngelände, das von einer ca.
6 Fuß hohen Mauer begrenzt war. Die unglücklichen Gefangenen,
die müde und zudem schlimm zugerichtet waren, wandten sich nach
rechts zu jener Stelle und drängten sich gegen die Mauer, um
sich vor dem Mob zu schützen. Hier spielte sich die wahrhaft
brutale Phase des Mordens ab. Drei Fabrikarbeiter, August Wolf,
Karl Fugmann und Friedrich Wust, kamen von der anderen Seite der
Bahngleise herüber. Als die Flieger sich zum Schutz an der Mauer
zusammenkauerten, beugte sich Wust über die Mauer und schlug
ihnen mit einem Hammer auf den Kopf. Wolf und Fugmann warfen
große Steine und Eisenbahnschwellen auf die Gefangenen. Hartgen,
der Ortsgruppenleiter, nahm aktiv an der Prügelei teil und schlug
ebenfalls mehreren Gefangenen mit dem Hammer auf den Kopf, als
sie bereits am Boden lagen. Außerdem beteiligten sich noch drei
oder vier Männer in deutscher Uniform an der brutalen Prügelei.
Nachdem es schließlich kein Lebenszeichen der Opfer mehr gab,
schoss Hartgen mehreren in den Kopf.
Die Körper wurden dann auf einen Leiterwagen verladen, der zum
Friedhof der Stadt geschoben wurde.
PS: Der Nachtangriff auf
Rüsselsheim am 25./26.8.1944 erfolgte durch britische Bomber.
Die gefangenen amerikanischen Flieger, die am 24.8.44 einen
Tagesangriff auf einen Flugplatz unweit von Hannover geflogen
hatten, waren auf der Durchfahrt zu einem Gefangenenlager (Dulag
Luft) bei Bad Homburg, als sie am Morgen des 26. August gegen 8
Uhr kurz vor Rüsselsheim den Zug verlassen mussten. Das
Bahngleis vor ihnen war bei dem nächtlichen Luftangriff
zerstört worden, so dass eine Weiterfahrt nicht möglich war.
Die US-Flieger wurden unter Bewachung von drei Soldaten durch die
stark zerstörte Stadt geführt. Von derem anderen Ende, wo die
Gleise unbeschädigt geblieben waren, sollte der Transport
weitergehen.
26. 8.1944
Ermordung zweier englischer Flieger in Groß-Gerau.
Quellen:
US-Militärgericht München: Ordner Nr. US 058, 059 und 060; Beginn der
Verhandlungen: 16.1.1946, 31.8.1945 und 7.1.1948; Prozeß-Nr. 12-793, 12-793-1
und 12-793-2; der/die Angeklagten: Fachinger, Nikolaus und Flauaus, Heinrich,
Deubert, Heinrich, Sturm, Georg; Tatort: Groß-Gerau; Datum der Tat: 29.8.1944.
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, eine
Dokumentation, St. Ottilien 2004, S. 51-54.
Frickel,
Thomas: Vor 50 Jahren: Die Amerikaner sind da. (Hrsg.: VHS
Rüsselsheim), Raunheim 1994, S. 83-86
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die
alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten,
Selent/Holstein 2008, S. 57.
Herbst 1944 (vermutlich
im September) Ermordung von zwei kanadischen Fliegern durch den
Leiter eines Wehrertüchtigungslagers, eines Luftwaffenoffiziers,
auf einem Segelflugplatz bei Gießen.
Quelle: Schreiben eines Zeitzeugen vom 5.10.2001.
Herbst 1944 Ermordung eines unbekannten
kanadischen Fliegers in Steinbach bei Gießen durch einen Lehrer mit seiner
Schulklasse.
Quelle: Humphrey, Richard; Haaser, Rolf; Pagenkemper, Miriam (Hrsg.): Der
Untergang des alten Gießen, Gießen 1994, S. 47
Herbst 1944 (Ungesühnte) Ermordung eines unbekannten englischen
Jagdfliegerpiloten - er wurde in der Blies ertränkt - in Neunkirchen/Saarland
durch einen Luftschutzwart.
Quelle: Aufzeichnungen eines Informanten über ein mehrstündiges Gespräch mit
einem Augenzeugen. Die Bemühungen, weitere Augenzeugen zu finden, sind noch
nicht abgeschlossen.
September 1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers
in Wolfenbüttel.
Quellen: Schreiben eines Zeitzeugen vom 12.2.2002.
Schreiben der Stadt Wolfenbüttel vom 12.2.2002. - Die Stadt wird
zum Jahreswechsel 2002/2003 "Die Geschichte der Stadt
Wolfenbüttel 1933 - 1945" veröffentlichen, in der auch der
vorgenannte Mordfall behandelt wird.
September 1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers
in der Gemeinde Halchter (heute Stadtteil von Wolfenbüttel).
Quelle: Schreiben der Stadt Wolfenbüttel vom 12.2.2002. - Die
Stadt wird zum Jahreswechsel 2002/2003 "Die Geschichte der
Stadt Wolfenbüttel 1933 - 1945" veröffentlichen, in der
auch der vorgenannte Mordfall behandelt wird.
6.9.1944 Ermordung eines
amerikanischen Jagdbomberpiloten, des US-Fliegeroffiziers Quince Brown, in Schleiden durch einen
SS-Sturmbannführer.
Quellen: Kleist,
Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der
Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch
deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der
DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 13 f.
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger - Der Mord
an Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz
am 10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript, S. 37.
Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung
deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer
Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet im "Seminarium voor
Strafrecht en Strafrechtspleging Van Hamel" der Universität
von Amsterdam, Bd. XII, Amsterdam 1974, S. 93-107.
Lüttgens, Karl J.: Kriegsjahre, Kriegsende und erste Neuanfänge
im Kreis Schleiden 1939-1946, 1. Halbband, Gemünd 1997, S.
144-161 und 167 f.
Nordrhein-Westfälisches Hauptstaatsarchiv Düsseldorf: Signatur
87/175-179.
Freeman, Roger A.: Mighty Eighth War Diary, London-New
York-Sydney 1981, S. 340 f.
10.9.1944 Ermordung
des amerikanischen Flieger-Majors John N. Reynolds in Ingolstadt
durch zwei NS-Funktionäre.
Quellen: "Die Neue Zeitung", Nr. 24 vom 25.3.1946, S. 3
(siehe www.die-kommenden.net/dk/artikel/grossdeutschland_am_galgen/siegerjustiz_p...).
Fegert, Hans: Luftangriffe auf Ingolstadt, Kösching 1989, S.
92-95.
Fegert, Hans: Die Luftangriffe auf Ingolstadt und der Einmarsch
der Amerikaner. In: Ingolstadt im Nationalsozialismus
(Dokumentation zur Zeitgeschichte, Bd. 1), Ingolstadt 1995, S.
550.
12.9.1944 Ermordung von vier amerikanischen Fliegern bei
Ruppertshütten (Unterfranken) durch Angehörige von Polizei und
Gestapo.
Quellen: "Main-Post" vom 11.6.1993
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche)
Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 76ff.
12.9.1944 Ermordung des kanadischen Fliegeroffiziers Apple in Bingen durch
Angehörige der SA und der NS-Kreisleitung.
Quellen: Neuer
Mainzer Anzeiger vom 15.6.1946 sowie Schreiben eines Zeitzeugen
vom 28.11.2000.
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger - Der Mord an
Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz am
10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript, S. 37 f.
13.9.1944 Ermordung
eines indischen Angehörigen der Royal Air Force in Darmstadt.
Quellen:
Krone, Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 84.
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger - Der Mord an
Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz am
10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript, S. 38
13.9.1944 Ermordung von zwei US-Fliegern bei Altenkirchen und Fürth
durch Angehörige der
SS-Panzerdivision "Das Reich" bzw. durch Wehrmachtsangehörige
des Panzer-Artillerie-Regiments 102. Die beiden Amerikaner, der Copilot Frank R.
Hedeen sowie der Funker und MG-Schütze
Stephen J. Andrews, gehörten zur
Besatzung einer B-17 (Fliegende Festung), die am 13. September bei einem Angriff
auf Ludwigshafen von deutscher Flak angeschossen wurde und am selben Tag bei Fürth/Saarland
abstürzte.
Quellen: Zimmer, Klaus: Die Fliegende Festung "Bombo": Abgestürzt
am 13. September 1944 bei Fürth.
In: Westricher Heimatblätter.
Heimatkundliche Mitteilungen aus dem Kreis Kusel, Jg. 28, Nr. 2, April 1997, S.
51-77. (Der Autor hat einige Zeit später (?) seiner vorstehenden
Veröffentlichung in den Westricher Heimatblättern eine 31seitige
"überarbeitete und ergänzende Fassung" folgen lassen.)
Kirsch, Hans: "Die Behandlung gefangener Feindflieger" in: Sicherheit
und Ordnung betreffend. Die Geschichte der Polizei in Kaiserslautern und in der
Pfalz 1276 - 2006, Kaiserslautern 2007, S. 556-557.
16.9.1944
Ermordung eines britischen Luftwaffenangehörigen in Emmerich (Elten).
Quellen:
Krone, Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 60 f.
Schreiben des Stadtarchivs Emmerich vom 7.11.2000.
Bundesarchiv Koblenz: Akte AllProv. 8, JAG 43
Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: The United Nations War Crimes
Commission), Bd. XI, London 1949, S. 76 ff.
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen
(deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 78f.
17.9.1944 Ermordung
von zwei kriegsgefangenen kanadischen Fallschirmspringern durch
einen SA-Obersturmbannführer in Kranenburg/Niederrhein. Bei den
Ermordeten handelt es sich jedoch nicht um Notabspringer aus
einem abgeschossenen Flugzeug, sondern um Fallschirmjäger, die
bei dem britischen Luftlandeunternehmen von Arnheim/Nimwegen vom
Wind auf deutsches Gebiet abgetrieben worden waren.
Quellen: Linke,
Marlene: Kriegsschauplatz Kreis Kleve, Kalkar (etwa 1954/55),
S. 3 ff.
Michels, Wilhelm; Sliepenbeek, Peter: Niederrheinisches Land im
Krieg, Kleve 1964, S. 41-48.
Steininger, P.A. und Leszczynski, K. (Hrsg.): Fall 3. Das Urteil
im Juristenprozess, Berlin 1969, S. 86 f.
Lamers, Gerd: Die Geschichte Kranenburgs und seines Umlandes. In:
Kranenburg. Ein Heimatbuch, Kranenburg 1984, S. 53 und 55.
Neliba, Günter: Lynchjustiz an amerikanischen Kriegsgefangenen
in der Opelstadt Rüsselsheim (1944). Rekonstruktion eines der
ersten Kriegsverbrecher-Prozesse in Deutschland nach Prozessakten
(1945-1947), Frankfurt a/Main 2000, S. 26 f.
Nachfolgend eine Fotografik der Gedenktafel in Kranenburg.

18.9.1944
Ermordung von zwei unbekannten alliierten Kriegsgefangenen auf
Befehl eines Offiziers des 16. Landesschützenregiments in der
Nähe von Kranenburg/Niederrhein. Bei den Ermordeten handelt es
sich wie im vorhergehenden Fall (17.9.44, Kranenburg) um
Angehörige von Luftlandeeinheiten.
Quelle: Krone,
Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 86
21.9.1944 Ermordung
eines amerikanischen Fliegers (Oberleutnant Francis Chinchilla)
in Hüllenberg (Kreis Neuwied) durch zwei Ausbilder
(Unteroffiziere) eines Wehrertüchtigungslagers.
Quelle: Weiler, Jakob: Fälle von Lynchjustiz am Ende des Krieges
im Kreis Neuwied. In: Heimat-Jahrbuch 1999 des Landkreises
Neuwied, S. 147 f. (Fall 2).
21.9.1944 Ermordung des amerikanischen Fliegers Charles Hollerbeck durch
Angehörige des Volkssturms in der Gemeinde Wollendorf
(heute Stadtteil von Neuwied).
Quellen: US-Militärgericht Heidelberg: Ordner-Nr. US 041; Beginn der
Verhandlungen: 21.11.1945; Prozeß-Nr. 12-481; der / die Angeklagten: Thomas,
Dominicus; Tatort: Wollendorf; Datum der Tat: 21.09.1944
Huber, Peter: Vor 50 Jahren - 1945 in Zeitzeugenberichten
und Dokumenten, 4. Aufl., Bruchsal 1996, S. 146. - Der von Huber
dargestellte Fall des am 12.1.1946 hingerichteten Dominikus
Thomas entspricht offensichtlich nicht der Wahrheit. Siehe dazu alle übrigen
Quellen.
Weiler, Jakob: Fälle von Lynchjustiz am Ende des Krieges im
Kreis Neuwied. In: Heimat-Jahrbuch 1999 des Landkreises Neuwied,
S. 147 f. (Fall 1).
Kloth, Hans Michael: Systematischer Mord. In: SPIEGEL, Nr.
47/2001, S. 48 f.
Vincken, Frederic Daniel (verstorben am 8.12.2001):
Kriegserinnerungen. In: www.puhihawaii.de/kriegser.htm (darin
Abschnitt 6: Mord, kaltblütiger Mord) (26.11.2001).
26.9.1944 Ermordung eines
amerikanischen Jabo-Piloten in Merzhausen (bei Usingen/Taunus).
Quelle:
Dickfeld, Adolf: Die Fährte des Jägers, Koblenz 1996, S. 306
ff.
27.9.1944
Ermordung von fünf amerikanischen Fliegern (Newell W. Brainard, John J.
Donahue, John W. Cowgill, Hector V. Scala und James T. Fields) in Nentershausen
/Rhön.
Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner-Nr. US 157, 050, und 049;
Beginn der Verhandlungen: 12.5.1947, 20.8.1947 und 18.9.1947; Prozeß-Nr.
12-1915, 12-551-1 und 12-551; der/die Angeklagten: Rübsamen, Paul u.a., Eggert,
Karl sowie Ehlen, Josef u.a.; Tatort: Nentershausen; Datum der Tat: 27.9.1944.
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, eine
Dokumentation, St. Ottilien 2004, S. 150f.
Günther, Lothar: Absturz Nentershausen am 27.9.1944, Auszug (2 Seiten) aus
seinem Typoskript des im Frühjahr 2009 erscheinenden Buches "Luftkrieg
zwischen der Rhön und dem Rennsteig".
Konrad, Ursula: Am Galgen von Landsberg. Eine
Dokumentation, 3. Aufl., Unna 1998
Miller, Donald L.: MASTERS OF THE AIR - America`s bomber boys ..., New York
2006, S. 352.
27.9.1944 Ermordung von zwei US-Fliegern (Ferdinand K. Flach und Lee R.J.
Huffmann) nahe Hattenrod, Kreis Gießen, durch einen Wehrmachtsoffizier.
Quellen: Ranft, Walter: Erlebnisse eines Jugendlichen, 2005, ISBN 3-936705-70-4,
S. 90 f.
Keller, Robert: Luftkrieg über dem Vogelsberg 1939-1945, 2004, ISBN
3-936291-25-X, S. 107-110.
Kopie eines Schreibens der Zentralberufungskammer Hessen vom 9.1.1952.
Vierseitige Abschrift eines aus der Haftanstalt Landsberg geschmuggelten Briefes
(Kassiber) eines Angeklagten vom 20.8.1946.
Badische Neueste Nachrichten vom 19.6.46, Nr. 44, S.4 und 15.8.46, Nr. 68, S.2.
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech. Eine
Dokumentation, St Ottilien 2004, S. 94-97.
28.9.1944 Ermordung von drei gefangenen US-Fliegern (zwei sind namentlich
bekannt: Lt. Hamrick und Sgt. Robert Minear) in der Gemeinde
Schwickershausen/Kreis Meiningen durch Angehörige der Gendarmerie. Ein weiterer Notabspringer (Sgt. Hubert
Burleigh) aus der gleichen Maschine, einer B-17G mit der Nr. 44-6306 von der
349. Squadron der 100. Bombergruppe, wurde einen Tag später von dem damaligen
NS-Kreisleiter und Bürgermeister von Bad Neustadt daselbst erschossen. Der Mordfall durch den Bürgermeister war bereits
vorher bekannt (erfasst unter dem 29.9.1944).
Quellen: US-Militärgericht Ludwigsburg: Ordner-Nr. US 101; Beginn der
Verhandlungen: nicht bekannt; Prozeß-Nr. 12-1299; der/die Angeklagten: Anding,
Wilhelm u.a.; Tatort: Schwickershausen; Datum der Tat: 28.9.1944.
Kopie eines Polizeiberichtes an den Landrat der Kreisstadt Meiningen vom
28.9.1944 (Kreisakte 1140 im Thüringer Staatsarchiv in Meiningen).
Günther, Lothar: "Nachts die Briten - Tags die Amis, Luftkrieg zwischen
Rhön und Rennsteig", ISBN 978939611-42-4, 2009.
Büchling, Nils: "28. September 1944: Das Hydrierwerk der IG-Farben in
Leuna rückt erneut in den Fokus der 8. US-Air Force", ein
unveröffentliches aus 12 Seiten bestehendes abgeschlossenes Typoskript über
"Eine amerikanische Bomberbesatzung fällt der NS-Lynchjustiz zum
Opfer", Jena 2008.
29.9.1944 Ermordung
eines amerikanischen Fliegers, Sgt. Hubert Burleigh, in Bad Neustadt/Saale durch
den damaligen Bürgermeister der Stadt.
Quellen: Benkert, Ludwig: Bad Neustadt an der Saale. Die
Stadtchronik, Bad Neustadt 1985, S. 358f.
Günther, Lothar: Absturz bei Schwickershausen, Auszug (2 Seiten) aus seinem
Typoskript des im Frühjahr 2009 erscheinenden Buches "Der Luftkrieg
zwischen der Rhön und dem Rennsteig".
Büchling, Nils: "28. September 1944: das Hydrierwerk der IG-Farben in
Leuna rückt erneut in den Fokus der 8. US-Air Force", ein
unveröffentlichtes aus 12 Seiten bestehendes abgeschlossenes Typoskript über
"Eine amerikanische Bomberbesatzung fällt der NS-Lynchjustiz zum
Opfer", Jena 2008.
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche)
Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 76.
Sept. 1944 - Jan. 1945
Ermordung von neun kriegsgefangenen alliierten Fliegern durch
Wehrmachtsangehörige des Fliegerhorstes Rheine (auf Veranlassung
eines SA-Standartenführers).
Quellen: Neuer
Westfälischer Kurier vom 14.3., 16.3., 25.3., 28.3. sowie vom
9.5.1947.
Krone, Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 78 f.
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 242
Okt. 1944
Ermordung eines amerikanischen Fliegers durch einen deutschen
Offizier in der Nähe von Wolbeck (östlich von Münster).
Quelle: Private
Aufzeichnungen eines Zeitzeugen (1988)
etwa
3.10.1944 Ermordung des US-Flieger-Leutnants Nichols Darwin in oder bei
Gießen durch den Oberwachtmeister W.
Quellen: Sigel,
Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse
1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 115
Graef, Dietrich: "Hake" Angriffsziel Gießen 1944/45, 3. Aufl.,
Gießen 1996, S. 189 f.
E-Mail vom 5.12.2001 des Gießener Redakteurs Burkhard Möller.
Schreiben des Oberbürgermeisters vom 5.3.1946. In: Humphrey, Richard; Haaser,
Rolf; Pagenkemper, Miriam (Hrsg.): Der Untergang des alten Gießen, Gießen
1994, S. 349.
Quellen: US-Militärgerichte in Ludwigsburg und Dachau: Ordner-Nr. US 147 und
148; Prozeßbeginn: nicht bekannt und 3.10.1947; Prozeß-Nr. 12-1871 und
12-1871-1; der/die Angeklagten: Schardt, Ludwig bzw. Lassak, Julius; Tatort:
Gießen-Wieseck und ebenso; Daten der Tat: 3.10.1944 und ebenso.
Graef, Dietrich: "Hake" Angriffsziel Gießen
1944/45, 3. Aufl., Gießen 1996, S.
47 und 189 f.
E-Mail vom 5.12.2001 des Gießener Redakteurs Burkhard Möller.
7.10.1944
Ermordung von vier britischen Luftwaffenangehörigen in der
seinerzeit selbständigen Gemeinde Rheinweiler (heute Ortsteil
von Bad Bellingen).
Quellen: Der
Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem internationalen
Militärgerichtshof (Amtlicher Text in deutscher Sprache),
Bd. VI, Nürnberg 1947, S. 404 f.
Neliba, Günter: Lynchjustiz an amerikanischen Kriegsgefangenen
in der Opelstadt Rüsselsheim (1944). Rekonstruktion eines der
ersten Kriegsverbrecher-Prozesse in Deutschland nach Prozessakten
(1945-1947), Frankfurt a/Main 2000, S. 31
Schreiben der Gemeinde Bad Bellingen vom 18.1.2001 (einschl.
übersandter Kopien von Protokollen und Pressemeldungen)
15.10.1944
Ermordung eines amerikanischen Fliegers in Laubenheim/Nahe durch einen
Angehörigen der Waffen-SS.
Quellen: Kleist,
Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der
Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch
deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der
DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 15 f.
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger - Der Mord an
Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz am
10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript, S. 38 f.
Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung
deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer
Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet im "Seminarium voor
Strafrecht en Strafrechtspleging Van Hamel" der Universität
von Amsterdam, Bd. XIII, Amsterdam 1975, S. 69-88
Busch, Dieter: Der Luftkrieg im Raum Mainz während des Zweiten
Weltkrieges 1939-1945, Mainz 1988, S. 161-165
Leiwig, Heinz: Flieger über Rheinhessen, 2. Auflage, Alzey 2006, S. 90f.
15.10.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in Friedensdorf bei
Biedenkopf durch zwei Polizisten.
Quelle: Frankenberger Zeitung vom 23.3.2001
Hessen-Nassauische Allgemeine vom 24.3. und 31.3.2001
Arbeitsgemeinschaft Luftkrieg Ederbergland: Friedensdorfer Hilfspolizist
erschießt US-Piloten, zweiseitiges unveröffentlichtes Typoskript, dazu gehört
eine grobe Darstellung des Prozeßverlaufes, Case 12-643 vom 16.10.1945,
Reproduced at the National Archives (Horst Jeckel per Mail vom 29.9.2007).
18.10.1944 Ermordung
eines kriegsgefangenen britischen Piloten nahe dem Fliegerhorst
Völkenrode bei Braunschweig auf Befehl des Kommandanten (Major)
des Fliegerhorstes.
Quelle: Krone,
Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 81 f.
etwa
19.10.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in oder
bei Wiesbaden.
Quelle: Sigel,
Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer
Kriegsverbrecherprozesse 1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 115
19.10.1944 Ermordung
eines amerikanischen Fliegers bei Wallau durch Angehörige der
Gestapo.
Quellen: Bundesarchiv Koblenz, Bestand FC 6247 P, Bl. 1242 f.
(Mikrofilm).
Leiwig, Heinz: Flieger über Rheinhessen, 2. Auflage, Alzey 2006, S.
91
19.10.1944 Ermordung von drei unbekannten amerikanischen Fliegern in Niederseelbach (heute Gemeinde Niedernhausen) durch Polizisten.
Quellen: US-Militärgericht Ludwigsburg: Ordner
Nr. US 128; Beginn der Verhandlungen: 13.5.1946; Prozeß-Nr. 12-1742; der/die
Angeklagten: Schauer, Robert u.a.; Tatort: Niederseelbach; Datum der Tat:
19.10.1944.
Tham, Adolf: Heimatgeschichte
Niedernhausen, Heft 1, 1986, S. 130 f.
20.10.1944 Ermordung eines unbekannten amerikanischen
Fliegers in Frankfurt/Main-Griesheim durch einen Funktionär der
DAF (Deutsche Arbeitsfront).
Quelle: Tagebuchaufzeichnungen des verstorbenen Arztes Dr. J. -
(Kopien der entsprechenden Seiten stellte ein Sohn des
Verstorbenen mit Schreiben vom 9.10.2001 zur Verfügung).
27.10.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers (Pilot einer
Jagdmaschine P-51) in der Nähe von
Stommeln (heute Stadt Pulheim) durch Angehörige
der einsatzmäßig der 7.
Flakdivision Köln unterstellten
SS-Division "Hitlerjugend" (recherchiert durch Gebhard Aders-Albert,
"Goutet", Lieu dit Richard, F-31310 Latrape)
Quelle: E-mail des Vorgenannten vom 22.11.2001
28.10.1944 Ermordung eines
neuseeländischen Angehörigen der Royal Air Force in Altenburg.
Quelle: Krone,
Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln
, Hameln 1987, S. 85 f.
28.10.1944
Ermordung eines kanadischen Fliegers in Haltern (Helenenhöhe).
Quelle: Krone,
Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 77 f.
2.11.1944 Ermordung eines amerikanischen Flieger-Offiziers durch Soldaten der 25. SS-Panzerdivision in Sutthausen (bei Osnabrück).
Quelle:
Urbanke,
Axel: Mit FW 190 D-9 im Einsatz. Die Geschichte des III./JG 54
1944/45 und der Weg ihrer Männer bis zum Kriegsende beim JG 26,
Zweibrücken 1998, S. 68
5.11.1944
Ermordung von vier kriegsgefangenen kanadischen Fliegern in
Solingen durch SA-Leute.
Quellen:
Rhein-Echo vom 4.6.1947 und Rheinische Post vom 7.6.1947
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 248
Quellen: Wagner, Gretel: Kriegstagebuch 1944/1945, S. 133 (Typoskript im
Stadtarchiv Kaiserslautern).
Begräbnisregister der Stadt
Kaiserslautern 1943/1944, S. 101 (Kopie).
Zimmer, Klaus: 5. November 1944: Kaiserslautern. In Westricher Heimatblätter.
Heimatkundliche Mitteilungen aus dem Kreis Kusel, Jg. 33, Nr. 2, Juni 2002, S.
82 ff.
Zimmer, Klaus: Abstürze im Raum Landstuhl (kurze Auszüge aus seinen in den
Westricher Heimatblättern, Nr. 2, 2002, S. 69-85 veröffentlichten
"Notizen zu Flugzeugabstürzen in der Nachbarschaft des Kreises Kusel im
Zweiten Weltkrieg"). Die 13seitigen Aufzeichnungen sind im Internet unter http://www.flugzeugabstuerze-saarland.de/html/body_landstuhl.html#Landstuhl100
(8.6.2008) zu finden.
8.11.1944
Ermordung eines britischen Stabsfeldwebels (Warrant-Officer) der
Royal Air Force in Roeschen.
Quelle:
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 239
16.11.1944 Ermordung eines unbekannten US-Fliegers bei Lamprechtshausen
(Österreich) durch ein Mitglied der örtlichen Heimwehr.
Quelle:
21.11.1944 Ermordung zweier britischer Flieger in Bad König.
Quelle:
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 252
21.11.1944 Ermordung des amerikanischen Fliegers Anthony B. Martin in
Frankfurt/M.-Ginnheim durch einen NS-Funktionär
(recherchiert von Dr. Christoph Royen, München).
Quellen: Süddeutsche Zeitung, Jg.
1, Nr. 9, vom 2.11.1945
National Archives and Records Administration, Washington: Modern Military
Records, Textual Archives Services Division, Record Group 338, War Crimes Case
File 12-1145.
Quelle: Badische Neueste Nachrichten Nr. 272 vom 25.11.1994, Seite 34 (2.
Artikel!)
26.11.1944 Ermordung des amerikanischen Fliegerleutnants Carl J. Hert in
einem Wildpark bei Springe (am Deister) durch einen deutschen Soldaten. Der Fall
wurde recherchiert durch John Meurs, Rüti/Schweiz.
Quellen: Kopien von Prozeßakten gegen den mutmaßlichen Mörder des
US-Leutnants Carl J. Hert, Co-Pilot des US-Bombers 42-50729 der 445.
Bombergruppe.
Der von einem amerikanischen Militärtribunal angeklagte Soldat wurde am
4.12.1947 zum Tode verurteilt. Bei Revisionsverhandlungen am 29.1.1948, am
11.3.1948, am 15.3.1948 sowie am 23.3.1948 wurde das Urteil nach Überprüfung
bestätigt. Am 30.6.1948 und am 4.11.1948 wurde jeweils ein Gnadengesuch
abgelehnt. Am 3.12.1948 wurde das Urteil in eine lebenslange Haftstrafe
umgewandelt. Das letzte uns bekannte Gerichtsverfahren vom 25.5.1951 ergab keine
Änderung (no modification).
Dezember 1944 Ermordung eines unbekannten US-Fliegers bei Haimbuch durch
einen Polizisten.
Quellen: Pflanz, Heinrich: Der
Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, Dokumentation, St. Ottilien 2004, S.
47f.
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche)
Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 75
1.12.1944 Ermordung von vier US-Fliegern (Hugh L. Evans, Thomas K.
Kohlhaas, Milton B. Erich, John J. Bellovary) in Beltershain bzw.
Grünberg/Hessen durch NS-Funktionäre.
Quellen: (tb) Brückner, Thomas: Die Stunde der Vergeltung sollte kommen. In:
Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.11.2005.
Kopien von Dokumenten der United States Forces bzw. Army vom 26.12.1945
(Urteilsbestätigung, 8 Seiten) und vom 12.1.1946 (Protokoll einer Hinrichtung,
3 Seiten).
Keller, Robert: Luftkrieg über dem Vogelsberg 1939-1945, 2004, ISBN
3-936291-25-X, S. 125-131.
4.12.1944 Ermordung eines unbekannten amerikanischen Fliegers in Freiburg/Breisgau
auf dem Gelände des Güterbahnhofs Freiburg durch Angehörige der damaligen
Eisenbahn.
Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 160; Beginn der Verhandlungen:
6.10.1947; Prozeß-Nr. 12-1934; der/die Angeklagten: Rudmann, Erwin; Tatort:
Freiburg/Breisgau; Datum der Tat: 4.12.1944.
Schreiben eines Zeitzeugen vom 15.5.2002
7.12.1944 Ermordung des britischen Fliegers M. Martinez (Erkennungs-Nr.
1392648) in einem Wald bei Oberlemp, Kreis Wetzlar, durch einen Polizisten.
Quelle: Klug, Rainer: Der Luftkrieg im Dillgebiet. Ein Tagebuch 1939-1945.
Gießen 2005, S. 203-220.
7.12. bzw. 10.12.1944 Ermordung von zwei australischen Angehörigen der Royal Air Force (Sgt. J. Scott und Fl./Sgt. McGladrigan) in Weidenhausen bzw. Runzhausen (beide Orte sind heute Stadtteile von Gladenbach).
Quellen:
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 271
Kopien von Briefen der Royal Australian Air Force von 1946/47 sowie Kopien von
gerichtlichen Untersuchungsakten (Investigation Report).
12.12.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in einem nichtgenannten Ort.
Quelle: Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem internationalen Militärgerichtshof (Amtlicher Text in deutscher Sprache), Bd. V, Nürnberg 1947, S. 372 ff.
13.12.1944
Ermordung von drei britischen Fliegern in Essen.
Quellen:
Krone, Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 59 f.
Schmalhausen, Bernd: Lynchmord: "Greift Euch die Hunde und
bringt sie um". In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ),
Essen, vom 11.11.1993.
Friedrich, Jörg: Das Gesetz des Krieges, München 1995, S. 312
f.
Friedman, Leon: The Law of War. A Documentary History, New York
1972, Bd. II, S. 1482-1486 ("The Essen Lynching Case").
Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: United Nations War Crimes
Commission), Bd. I, London 1947, S. 88-92 ("The Essen Lynching Case")
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die
alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten,
Selent/Holstein 2008, S. 80f.
23.12.1944
Ermordung eines britischen Offiziers in Köln.
Quelle:
Schreiben des Historischen Archivs der Stadt Köln vom 6.2.2001
(einschl. übersandter Kopien von Protokollen).
23.12.1944 Ermordung
eines amerikanischen Piloten (Oberleutnant John E. McDonell) in
Niederraden-Straßenhaus (am Ehlscheider Stock) durch Angehörige
des SD (Sicherheitsdienst).
Quelle: Weiler, Jakob: Fälle von Lynchjustiz am Ende des Krieges
im Kreis Neuwied. In: Heimat-Jahrbuch 1999 des Landkreises
Neuwied, S. 147-150 (Fall 4).
24.12.1944 Ermordung des
amerikanischen Piloten, Capt. William H. Mooney, in Freienseen (heute Stadtteil
von Laubach in Hessen) durch den NS-Ortsgruppenleiter.
Quellen: Koller,
Hans-Peter: Der Fliegermord von Freienseen. Eine Dokumentation,
Gießen 1995
Olmsted, Merle: Captain William H. Mooney Jr., zweiseitiger Bericht des
Chronisten der 357th US-Fighter Group im Internet: siehe www.cebudanderson.com/mooney.htm
(8.2.2008)
Winter, Gerhard: Der Flugplatz Nidda-Harb und der Luftkrieg über der Wetterau.
In: Niddaer Geschichtsblätter, Heft 7, 2003, S. 109-113
Keller, Robert: Luftkrieg über dem Vogelsberg 1939-1945, 2004, S. 158f.
NN(rpt): Sechs Rosen erinnern an William H. Mooney. In: Gießener Anzeiger vom
9.4.1996.
24.12.1944
Ermordung eines britischen Luftwaffenangehörigen sowie eines
Offiziers der Royal Canadian Air Force in Neuss.
Quellen:
Krone, Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 73.
Welfens, Hildegard: Geschichte der Stadt Neuss unter
nationalsozialistischer Herrschaft (1933-1945), Schriftenreihe
des Stadtarchivs Neuss, Bd. 12, Neuss 1993, S. 264
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 262
24.12.1944 Ermordung von zwei Angehörigen der Royal Air Force, des
britischen Piloten Hislop und des Kanadiers Lindenboom in den heutigen Krefelder
Stadtteilen Uerdingen und Stratum durch einen Wehrmachts-Unteroffizier bzw.
SA-Mann. Beide Flieger gehörten zur Besatzung eines britischen Bombers.
Quellen: Hangebruch, Dieter: Die Beschuldigten sind tot - Zwei Fälle von
Lynchjustiz an alliierten Fliegern bei Uerdingen 1944, - zehnseitiges Typoskript
-.
Hangebruch, Dieter: Die Beschuldigten sind tot - Zwei Fälle von
Lynchjustiz an alliierten Fliegern bei Uerdingen. In: Die Heimat, Krefelder
Jahrbuch, Zeitschrift für Niederrheinische Kultur- und Heimatpflege, Jg. 74,
Nov. 2003, S. 40-45, (gekürzte Veröffentlichung des vorstehenden Typoskripts).
29.12.1944
Ermordung eines unbekannten kriegsgefangenen Piloten der Royal
Air Force in Langlingen durch einen SS-Offizier.
Quelle: Krone,
Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 66 f.
etwa
30.12.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in oder
bei Delkenheim (bei Wiesbaden).
Quelle: Sigel,
Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer
Kriegsverbrecherprozesse 1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 116
30.12.1944 Ermordung
eines amerikanischen Fliegers bei Wallau durch Angehörige der
Gestapo.
Quelle: Bundesarchiv Koblenz, Bestand FC 6247 P, Bl. 1244 f.
(Mikrofilm).
31.12.1944 Ermordung von zwei
alliierten Fliegern in Solingen durch einen Polizisten.
Quelle: Krone,
Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 80 f.
6.1.1945
Ermordung eines kanadischen Fliegers bei Loccum durch Angehörige
einer SS-Kommandostelle.
Quellen:
Kriegs-Chronik der ev.-luth. Kirchengemeinde Loccum (Pfarrarchiv)
von Pastor Christoph Schomerius, 1945.
Droste, Konrad: Loccum - Ein Dorf - Das Kloster - Der Wald.
Beiträge zu einer bemerkenswerten Ortsgeschichte, Rehburg-Loccum
1999, S. 104 f.
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 351
7. 1.1945
Ermordung eines kanadischen Fliegeroffiziers durch einen
Wehrmachtsangehörigen in Hanau.
Quelle: Hanauer
Anzeiger vom 19.2., 10.3. und 11.3.1953
31. 1.1945 Ermordung eines britischen Fliegers (namens Livingstone) in Rengsdorf (Kreis Neuwied) durch einen Angehörigen des SD (Sicherheitsdienst).
Quellen: Krone,
Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 79 f.
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger - Der Mord an
Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz am
10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript, S. 39
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 263. - Die Akten
sagen aus, dass neben einem britischen auch zwei amerikanische
Flieger durch Angehörige des SD ermordet wurden!
Weiler, Jakob: Fälle von Lynchjustiz
am Ende des Krieges im Kreis Neuwied. In: Heimat-Jahrbuch 1999
des Landkreises Neuwied , S. 147-150 (Fall 5)
Mitte Februar
1945 Ermordung eines amerikanischen Fliegeroffiziers in
Rengsdorf (Kreis Neuwied) durch zwei Angehörige der Gestapo.
Quellen: Kleist,
Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der
Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch
deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der
DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 18 f. (siehe
dazu vorstehenden Fall vom 31.1.1945!)
Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung deutscher Strafurteile wegen
nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet
im "Seminarium voor Strafrecht en Strafrechtspleging Van
Hamel" der Universität von Amsterdam, Bd. XVIII, Amsterdam
1978, S. 570-582
Weiler, Jakob: Fälle von Lynchjustiz am Ende des Krieges im
Kreis Neuwied. In: Heimat-Jahrbuch 1999 des Landkreises Neuwied,
S. 147-149 (Fall 3).
Februar 1945
Ermordung eines neuseeländischen Offiziers der Royal Air Force
zwischen dem 1.2 und 28.2.1945 in Rhede.
Quelle:
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 321
3.2.1945 Ermordung eines unbekannten alliierten Fliegers zwischen
Fischbach (heute Stadtteil von Bad Schwalbach) und Bad Schwalbach durch einen
namentlich bekannten Angehörigen der SS.
Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 177; Beginn der Verhandlungen:
11.12.1947; Prozeß-Nr. 12-2013 und 12-1968-1; der/die Angeklagten: Koch, Oskar
Wilhelm; Tatort: Bad Schwalbach und Kemel; Datum der Tat: 3.2.1945 u. 10.2.1945.
E-mails eines Zeitzeugen vom 19.11.2001 und 3.12.2002.
Schreiben eines weiteren Zeitzeugen vom 11.11.2002 sowie einer E-mail vom
13.11.2002.
10.2.1945 Ermordung eines unbekannten alliierten Fliegers (vermutlich
ein Kanadier) auf dem Wege nach Kemel (heute zur Großgemeinde Heidenrod
gehörend) durch den damaligen Ortspolizisten.
Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 169; Beginn der Verhandlungen:
25.6.1947; Prozeß-Nr. 12-1968; der/die Angeklagten: Otte, Heinrich u.a.;
Tatort: Kemel; Datum der Tat: 10.2.1945.
Schreiben eines Zeitzeugen vom 11.11.2002 sowie einer E-mail vom
13.11.2002
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech. Eine
Dokumentation, St. Ottilien 2004, S. 153.
Zwischen den beiden vorstehenden Fällen besteht ein Zusammenhang ! Beide
Fälle haben die gleiche Prozeß-Nummer 12-1968 bzw. 12-1968-1 und 12-2013. Auch
erscheinen zwei der Angeklagten in beiden Prozessen.
13.2.1945 Ermordung von vier US-Fliegern in Schützen-am-Gebirge
(Burgenland) durch Angehörige des Reichsarbeitsdienstes (RAD).
Quellen: US-Militärgericht Salzburg: Ordner Nr. US 008; Beginn der
Verhandlungen: 1.6.1947; Prozeß-Nr. 5-144; der/die Angeklagten: Hofbauer, Franz
u.a.; Tatort: Schützen-am-Gebirge, Disrict Eisenstatt; Datum der Tat:
13.14.2.1945.
Rosenkranz,
Martin: "Pilot Hunt" in: Jahrbuch der Werbung (JDW), Österreichs
virtuelles Militärluftfahrt-Journal (www.airpower.at), 20.7.2008, S. 3.
15.2.1945 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in oder bei Bensheim (an der Bergstraße).
Quelle: Sigel,
Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer
Kriegsverbrecherprozesse 1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 116
und 119
15.2.1945 Ermordung eines unbekannten alliierten Fliegers in Zwickau
durch einen namentlich bekannten NS-Führungsoffizier aus der Zwickauer Kaserne.
Der Fall wurde recherchiert durch Norbert Peschke, Zwickau-Cainsdorf.
Quellen: Peschke, Norbert: Bomben auf Zwickau und Planitz, Erfurt 2003, Kap. 11,
S. 125.
Schreiben des Augenzeugen Heinz Meier, Duisburg, vom 15.9.1992. - Die
Tatsache, daß mehrere Angehörige der 1. Marschkompanie (Ersatzkompanie) den
Mord aus vorgenannter Kaserne beobachtet haben, veranlaßte den Täter, um seine
Versetzung zu bitten, die auch sofort genehmigt wurde.
21. 2.1945
Ermordung des britischen Fliegeroffiziers Cyril W. Sibley in Dirmstein (nahe
Worms) durch NS-Funkionäre.
Quellen: Krone,
Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 69.
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger - Der Mord an
Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz am
10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript, 47 Seiten.
Faust, Ludwig: Als die Vernichtungsmaschinerie lief ..., Bad Dürkheim und die
Vorderpfalz im Luftkrieg 1939 - 1945, Bad Dürkheim 2005, S. 126 f.
etwa
22.2.1945 Ermordung eines amerikanischen Fliegers (William A.
Duke) in oder bei Bieber (bei Offenbach) durch Polizeioffiziere.
Quellen: Sigel,
Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer
Kriegsverbrecherprozesse 1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 116
Lux, Eugen: Die Luftangriffe auf Offenbach am Main 1939-1945,
Offenbach 1971 ( = Offenbacher Geschichtsblätter Nr. 21), S.
117-120.
Kurt, Alfred und Schlander, Otto: Der Kreis Offenbach und das
Dritte Reich, Dreieich 1991, S. 362
etwa
22.2.1945 Ermordung eines amerikanischen Fliegers (Archibald
B. Monroe) in oder bei Offenbach durch Polizeioffiziere.
Quellen: Sigel,
Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse
1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 116
Lux, Eugen: Die Luftangriffe auf
Offenbach am Main 1939-1945, Offenbach 1971 ( = Offenbacher
Geschichtsblätter Nr. 21), S. 117-120
Kurt, Alfred und Schlander, Otto: Der Kreis Offenbach und das
Dritte Reich, Dreieich 1991, S. 362
etwa 22.2.1945 Ermordung
eines amerikanischen Fliegers (Charles Frazer) in Offenbach durch
Polizeioffiziere.
Quellen: Lux, Eugen: Die Luftangriffe auf Offenbach am Main
1939-1945, Offenbach 1971 (Offenbacher Geschichtsblätter Nr.
21), S. 117-120
Kurt, Alfred und Schlander, Otto: Der Kreis Offenbach und das
Dritte Reich, Dreieich 1991, S. 340-342 und 362. - Auf der Seite
342 wird aus den "Lebenserinnerungen" des Offenbacher
Pfarrers Ernst zur Nieden zitiert, wonach auf Veranlassung des
Offenbacher Polizeipräsidenten zwei Beamte einen weiteren
gefangenen Amerikaner "umgelegt" haben (ohne Ortsangabe
und Datum).
(Die unter dem Datum "etwa 22.2.1945" erfaßten drei
ermordeten Flieger Duke, Monroe und Frazer gehörten alle zu der
Besatzung eines am 22. Februar über Offenbach abgeschossenen
viermotorigen Bombers. Ihre Einzelerfassung ergibt sich aus der
Tatsache, daß bei den 1947 durchgeführten Prozessen jeweils
unterschiedliche Personen angeklagt waren.)
22.2.1945 Ermordung des amerikanischen Piloten Robert A. Park in Alsfeld.
Quellen: Keller, Robert: Luftkrieg über dem Vogelsberg 1939-1945, Cölbe 2004,
S. 165 f..
Jäkel, Herbert: Luftkrieg über Alsfeld. In: Mitteilungen des Geschichts- und
Museumsvereins Alsfeld, 15. Reihe, Nr. 11/12, S. 261-263.
28.2.1945 Ermordung von zwei
britischen Piloten in Bohmte.
Quellen: Kleist,
Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der
Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch
deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der
DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 16 f.
Krone, Peter: Historische Dokumentation,
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 61 f.
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 49
Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung
deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer
Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet im "Seminarium voor
Strafrecht en Strafrechtspleging Van Hamel" der Universität
von Amsterdam, Bd. XVI, Amsterdam 1976, S. 48-59.
März 1945
Ermordung zweier unbekannter alliierter Flieger in Duisburg-Nienhausen.
Quelle:
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 309
März 1945 Einem in Siebenbrunn (Österreich) mit schweren Verletzungen
notgelandeten US-Flieger wurde der medizinische Beistand versagt. Der Flieger
starb.
Quelle: Rosenkranz, Martin: "Pilot Hunt" in: Jahrbuch der Werbung
(JDW), Österreichs virtuelles Militärluftfahrt-Journal (www.airpower.at),
20.7.2008, S. 3.
März 1945 Der deutsche Oberleutnant Stempel muß aus seiner bei einem
Luftkampf getroffenen FW 190D-9 mit dem Fallschirm abspringen. Bei der Landung
wird er als vermeintlicher Terrorflieger von wütenden Einwohnern versehentlich
erschlagen.
Quelle: Leiwig, Heinz: Flieger über Rheinhessen, 2. Auflage, Alzey 2006, S.
171.
Anfang
März1945 Ermordung eines amerikanischen Piloten durch ein
Betriebsratsmitglied der Metallwerke Silberhütte in St.
Andreasberg.
Ein aufmerksamer Leser hat uns darauf hingewiesen, dass es
während der Nazizeit keine Betriebsräte gegeben hat. Das
Weimarer Betriebsräte-Gesetz wurde bereits 1933 außer Kraft
gesetzt. Anstelle der aufgelösten damaligen Gewerkschaftsbünde
trat die im November 1933 gegründete Deutsche Arbeitsfront.
Vielleicht war der Täter ein Mitglied der Betriebszelle dieser
Organisation.
PS: Zu unserer vorstehenden Information, dass der Täter vielleicht ein Mitglied
der Betriebszelle der Deutschen Arbeitsfront gewesen sei, schreibt uns ein
weiterer aufmerksamer Leser via E-mail vom 23.11.2002, dass der ihm namentlich
bekannte Täter "Betriebsobmann der NSDAP" in der St. Andreasberger
Silberhütte gewesen sei.
Quelle:
Schreiben eines Zeitzeugen vom 3.11.2000. - Die Fakten aus dem
vorgenannten Schreiben wurden durch die E-mail eines weiteren
Zeugen vom 3.1.2002 glaubhaft bestätigt, ohne dass dieser selbst
Augenzeuge der Ermordung war.
März 1945 Ermordung
des kanadischen Jagdbomberpiloten Lieutenant Georg Kienzle auf
dem Fliegerhorst Deiningen bei Nördlingen durch einen
Luftwaffensoldaten (Bodenpersonal).
Quelle: Schreiben eines Zeitzeugen vom 9.10.2001 (einschl.
Tagebuchaufzeichnungen).
2.3.1945 Ermordung eines
britischen Piloten in Köln durch Angehörige der Polizei.
Quellen:
Schreiben des Historischen Archivs der Stadt Köln vom 6.2.2001
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 102
2.3.1945 Ermordung von drei amerikanischen Fliegern (Robert H. Folsom;
W.L. Hoenshell; Henry M. Isenberg) in der Gemeinde Langgöns (Landkreis Gießen)
durch den seinerzeitigen Ortspolizisten.
Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 141; Beginn der Verhandlungen:
26.8.1947; Prozeß-Nr. 12-1833; der/die Angeklagten: Lang, Wilhelm u.a.; Tatort:
Langgöns; Datum der Tat: 2.3.1945
Gerichtsakten (9 Seiten, Übersetzung von Klaus Ulm) des
US-Militärgerichts Dachau, Fall Nr. 12-1833 (Langgöns).
4.3.1945 Ermordung von vier alliierten Fliegern in Graz, Stadtteil Straßgang, durch Angehörige der SS.
Quellen:
US- Militärgericht Salzburg: Ordner Nr. US 198; Beginn der Verhandlungen:
4.11.1946; Prozeß-Nr. 12-2256 und 5-66; der/die Angeklagten: Lienhart, Markus
u.a.; Tatort: Straßgang; Datum der Tat: 4.3.1945.
Kleist,
Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der
Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch
deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der
DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S.19 f.
Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung deutscher Strafurteile wegen
nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet
im "Seminarium voor Strafrecht en Strafrechtspleging Van
Hamel" der Universität von Amsterdam, Bd. XVIII, Amsterdam
1978, S. 16-26.
Brunner, Walter: Bomben auf Graz, Graz 1989, S. 334 f.
Beer, Siegried; Karner, Stefan: Der Krieg aus der Luft. Kärnten und Steiermark
1941-1945, Graz 1992, S. 327-330.
Krautzer, Thomas: Bombenschäden und Bombenopfer in der Steiermark während des
Zweiten Weltkrieges, Diplomarbeit Graz 1989, S. 54.
Rosenkranz, Martin: "Pilot Hunt" in: Jahrbuch der Werbung (JDV),
Österreichs virtuelles Militärluftfahrts-Journal (www.airpower.at), 20.7.2008,
S. 2f.
4.3.1945 Bei dem Luftangriff auf Graz am 4.3.45 (siehe dazu den
vorstehenden Fall "Graz, Stadtteil Straßgang") ist noch eine weitere
Maschine abgeschossen worden, aus der sich zwei Mann der Besatzung mit dem
Fallschirm hatten retten können. Von diesen beiden Notabspringern ist auch
einer von einem SA-Mann erschossen worden.
Der zweite ist indessen zum örtlichen Polizeirevier auf Schloß Attems gebracht
worden. Der dortige Chef der Polizei gab zweien seiner Leute den Auftrag, gegen
Abend den gefangenen Leutnant MacDonald Moore, ein Kanadier in US-amerikanischen
Diensten, "auf der Flucht" zu erschießen.
Die beiden Polizeibeamten waren nicht sehr erbaut von diesem Auftrag. Sie
wandten sich in ihrer Not an den Schloßherrn, Graf Attems, von dem man wußte,
daß er englisch sprach. Der Graf machte das gefährliche Spiel mit und gab den
Bittstellern einen Zettel für den Gefangenen mit dem Text: "Falls Sie noch
einmal in Gefangenschaft geraten sollten, dann schweigen Sie über diese Zeit,
in der Sie bei uns waren". Bei Einbruch der Dunkelheit verließen die
beiden Verschwörer mit dem Todeskandidaten den Schloßhof in Richtung Fluß
(die Mur) und zur alten Weinzödelbrücke. Hier angekommen, gaben sie dem jungen
Kanadier den Zettel zu lesen. Der hatte schnell begriffen, in welcher Gefahr er
gestanden hatte und immer noch stand. Ein schneller Händedruck und in
Minutenschnelle war er in der Dunkelheit verschwunden.In dieser Zeit täuschten
seine Lebensretter durch mehrmaliges Abfeuern ihrer Waffen eine Exekution vor,
und sie zertrampelten ein Stück Flußuferböschung, wo sie die Leiche des
Erschossenen hätten in den Fluß rutschen lassen. Den Krieg hat der kanadische
Leutnant auch überstanden. Seine beiden Retter erhielten eine Urkunde von der
United States Army; unterschrieben hat sie der kanadische Gereral McNarmey.
Quellen: Justiz und NS-Verbrechen: Sammlung deutscher Strafurteile wegen
nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet im
"Seminarium voor Strafrecht en Strafrechtspleging Van Hamel" der
Universität von Amsterdam, Bd. XVIII, Amsterdam 1978, S. 16-26
Brunner, Walter: Bomben auf Graz, Graz 1989, S. 334f.
Beer, Siegfried; Karner, Stefan: Der Krieg aus der Luft. Kärnten und
Steiermark, 1941-1945, Graz 1992, S. 327-330.

Text der Urkunde: Diese Urkunde wird Herrn Ernst Strohriegel als ein
Zeichen der Dankbarkeit und in Anerkennung für die Hilfe verliehen, die er den
Soldaten und Matrosen der Vereinigten Staaten zukommen ließ. Er ermöglichte
ihnen, dem Feind zu entkommen oder sich der Gefangenschaft durch den Feind zu
entziehen.
5./6.3.1945 Ermordung von zwei unbekannten kanadischen Fliegern in
Chemnitz durch Zivilisten.
Quelle: Braumann, Christa: Eingepfergt im finsteren Keller. In: Chemnitzer
Erinnerungen 1945 (Bürger schreiben für Bürger), Chemnitz 1996 (Hrsg.: Karin
Fahnert und Gert Richter).
6.3.1945 Ermordung eines kanadischen Fliegers in
Frankenberg/Sachsen durch Zivilisten. (Neuere Recherchen durch den nachstehenden
Autor Peter Hessel haben ergeben, daß es sich bei dem Ermordeten um Henri Jean
Maurice Joseph D´Avril gehandelt hat und nicht, wie zuvor angegeben, um R.B.
Denison.)
Quellen: Ahnert, Manfred: Tod des abgeschossenen kanadischen Bomberpiloten,
Frankenberg 2001, sechsseitiges Typoskript (im Stadtarchiv Frankenberg).
Hessel, Peter: The mystery of Frankenberg´s Canadian airman, Toronto 2005.
Hessel, Peter: Das Rätsel um den kanadischen Flieger, Beucha 2007.
7.3.1945
Ermordung eines britischen Fliegers, des Pilot Officer Henry Joseph Carley,
in der Gemeinde Külte bei
Arolsen.
Quellen: Kogon,
Eugen: Der SS-Staat. Das System der deutschen
Konzentrationslager, München 1946 (Erstauflage), S. 202.
Zimmer, Bernd Joachim: Deckname Arthur. Das KZ-Außenkommando in
der SS-Führerschule Arolsen, Kassel 1994, S. 280 f.
Hackett, David A. (Hrsg.): Der Buchenwald-Report, München 1996,
S. 279
Britischer Flug-Einsatzplan (Operations Record Book)
Arbeitsgemeinschaft Luftkrieg Ederbergland: Fliegermord in Arolsen, einseitiges
unveröffentlichtes Typoskript (von Horst Jeckel per Mail vom 29.9.2007)
8.3.1945 Ermordung eines kanadischen Fliegers (Thomas M. Draper) in Schloßvippach bzw. eines britischen Fliegers (R. Appleyard) in Vippachedelhausen durch den Landrat des Landkreises Weimar. Drei weitere Besatzungsmitglieder der britischen Lancaster (P. Scott, A.K. Robinson und R.S. Howe) wurden bei bzw. in Buttstädt ermordet.
Quellen:
Thüringisches Hauptstaatsarchiv in Weimar: Akte Kreisrat Weimar,
Nr. 1079, darin Schreiben des Bürgermeisters von Schloßvippach
vom 15.3.1946.
Schreiben eines heimatgeschichtlich interessierten Bürgers vom
21.1.2001, der sich auf Augenzeugen beruft (siehe nachfolgenden
Auszug!):
"Folgendes
ist am 8. März 1945 geschehen. Eine große 4motorige Maschine
ist im Raum Berlstedt abgestürzt. Zuvor sprangen zwei Flieger
mit Fallschirmen ab, das wurde beobachtet und ... Den 1.
Flieger nahm ein Soldat in Vippachedelhausen fest, er ...
Der Soldat führte ihn hoch zur Hauptstraße, dort kam im
gleichen Moment der Landrat Hofmann vom Landkreis Weimar. Man
hatte ihn wahrscheinlich von der Polizeistation hier in
Schloßvippach angerufen. Ohne zu zögern erschoß er sofort den
Flieger und wollte den Soldaten ebenfalls erschießen, weil ...
Hofmann fuhr gleich weiter nach Schloßvippach. Hier traf er auf
den Ortspolizisten, der den [zweiten] Flieger Thomas Maynard
Draper an der Kette zu Fuß nach Weimar bringen wollte. ...
Ohne zu zögern hat er [Hofmann] auch hier den Flieger
sogleich aus dem Auto heraus erschossen. Das geschah auf
der Höhe des heutigen Eingangs zum Sportplatz. Augenzeuge dieser
Tat war eine ganze Schulklasse."
Aus der (fortlaufend geführten) Orts-Chronik der Gemeinde
Vogelsberg/Thüringen (Schreiben des Bürgermeisters vom
13.8.2001) ist zu entnehmen, dass neben den beiden vorgenannten
Fliegern, die in Schloßvippach (Draper - einziger Kanadier unter
der sonst britischen Besatzung) und Vippachedelhausen
(Appleyard) erschossen wurden, zwei weitere Besatzungsmitglieder
der am 8.3.1945 abgestürzten 7köpfigen britischen Lancaster (NG
186 A 4-0, 195. Schwadron) an der Hermsdorfer Straße bei
Buttstädt ermordet wurden (Scott und Robinson). Ein 5.
Besatzungsmitglied (R.S. Howe), das bei Kleinbrembach mit dem
Fallschirm gelandet war, wurde, weil es verletzt war, von der
dortigen Familie des Kurt Stiebritz einige Tage gepflegt. Am 13.
März kam ein SS-Arzt aus dem beim nahen Weimar gelegenen Lager
Buchenwald, der bei dem Verletzten "angeblich" eine
Lungenentzündung feststellte, ihm eine Spritze gab und
"befahl, Howe ins Krankenhaus nach Buttstädt zu bringen, wo
der auch gestorben ist".
Über das Schicksal der verbleibenden Besatzungsmitglieder
Sheppard und Woodbum kann der Chronist keine Auskunft geben.
Möglicherweise sind sie in ihrer Maschine verbrannt. - Die
vorgenannten fünf ermordeten Flieger wurden nach ihrer
vorübergehenden Beisetzung in Schloßvippach, Vippachedelhausen
bzw. Buttstädt auf den Britischen Militärfriedhof an der
Heerstraße in Berlin überführt. (Siehe hierzu auch den
Mordfall am 8.3.1945 in Vogelsberg/Thüringen).
"Auf die Idee brachte mich Ihre Internetseite"
Wir bekommen schon seit Jahren
viele Briefe (und E-mails) von Menschen, die mehr oder weniger zufällig beim
Surfen auf unsere Webseite gestoßen sind und uns danach ihre Meinung mitteilen
möchten. Da werden wir dann gescholten
oder gelobt, getadelt oder anerkannt, beschimpft oder gestärkt in unseren
Ansichten.
Kürzlich haben wir aber noch eine ganz andere Erfahrung machen können. Ein
relativ junger Mann war "durch Zufall", wie er schreibt, auf unsere
Webseite gestoßen und fand dort einiges über den Lynchmord, der am 8. März
1945 in Schloßvippach, seinem im Landkreis Weimar gelegenen Heimatdorf,
geschehen ist. Er kannte diesen Fall, weil seine Mutter ihm davon erzählt
hatte. Die Mutter hatte zu der "Gruppe von Kindern" gehört, die
Augenzeugen dieses Lynchmordes wurden.
Von der Idee, 63 Jahre nach dem Geschehen einen Gedenkstein an der Stelle der
ruchlosen Tat zu plazieren bis zu deren Realisierung scheint es nicht sehr lange
gedauert zu haben. Als wir davon erfuhren, war die Stele schon aufgestellt,
Wir freuen uns sehr, dass wir die beiden Fotos auf unserer Webseite
veröffentlichen dürfen.

Stele in Schloßvippach zum Gedenken an
den ermordeten
kanadischen Flieger Thomas M. Draper

Canada
"Now we find out he was murdered"
After 60 years, family Iearns truth behind soldier‘s death
By Vincent Ball
After sifting through a trove of family history, Lana Jane
Colby has learned a great deal about how her uncle, Tom, lived.
lt has been more than 60 years since he died and it is only now that she is
learning the truth about his death.
"You know when I first learned the truth I was angry", says the
soft-spoken resident of Strathroy, Ont. "I guess l am still a little bit
angry".
"We thought we knew the truth and now we find out he was murdered because
that‘s what it was, murder".

Colby‘s uncle was Flying Officer Thomas Maynard Draper and her collection of
family history includes his flying logs, his leave book, his wings, medals,
black and white photos and letters he had sent home from England………
"He was the eldest son in a large family. He was the responsible one and
my father (James) really looked up to him", Colby said. "Uncle Tom
was my dad‘s hero and I don‘t think dad ever really got over his death. I
know he really missed him".
Born on Oct. 25, 1920 Draper went to Mount Pleasant and Alexandra Schools
before attending Brantford Collegiate.
He had blond hair and blue eyes and was a member of St. Jude‘s Anglican
Church. He was the son of Mrs. A. E. Draper of Bruce Street and as a youngster
growing up in Brantford…….
He took night classes in navigation at Brantford Collegiate and took flying
lessons at a local flying club.
After high school he started working at the Durex Plant in Brantford. In 1940,
he joined the Royal Canadian Air Force and trained as a flight engineer in
ground crew. He received and started his training in St. Thomas, Ontario. He
was later transferred to Ucluelet, British Columbia. He remustered into the
aircrew and after further training graduated as a bomb aimer in June 1943.
Draper was an instructor for a short period of time and was transferred to
England in February 1944.
In August 1944, he was part of a crew flying bombing missions over Germany. He
wrote a lot of Ietters home, most of whom were sent to his sister Barbara. lt
is through these letters and conversations with her father, that Colby has
learned more about her uncle. "I know he didn‘t like the cold and wet
weather", she said with a smile.
"And the letters show how he was the responsible one in the family…the
person who took care of everyone else". In one letter he talks about
sending money home so someone could buy a warm, winter coat.
Towards the end of his life, he sounded tired in his letters. He had been on a
lot of bombing missions and he had had enough, she said. He had flown more
than 14 bombing missions and was looking forward to becoming part of an effort
to drop humanitarian aid to the people in countries that had been occupied by
the Nazis, Colby said. His last mission was on March 8, 1945. Draper and his
crew were shot down. "We had been told and always believed that he and
the crew had been shot down over Holland and that they had bailed out",
Colby said. "They landed in a farmer‘s field and made their way to the
farmer‘s barn where they hid. "We were told that the farmer turned the
crew over to the Gestapo and they were taken to a POW camp".
Towards the end of the war, with the allies moving towards Germany, the family
was told, the prisoners, including Draper, were shot and the camp was
abandoned by the Germans.
That‘s the story the family was told. That is what they believed. "lt
was really hard on my father. I know he really missed his brother and had a
hard time accepting it", Colby said. "He always harboured some
resentment of Dutch people because he believed someone had turned in his
brother and his crew."
He was also angry at German people who were responsible for his brother‘s
death.
Years later, his views changed after a visit to his brother‘s grave in
Germany. "My dad was on a business trip to Europe and he arranged to go
to Germany to see where Uncle Tom was buried. I think he needed some
closure", Colby said.
"He was really impressed by how well people there took care of the
cemetery. "The headstones, even after all those years, looked really good
and the grass looked like each blade had been cut with scissors.
Her father, who died a couple of years ago, got the closure he needed and was
delighted when he learned that a street would be named after her
brother.
Draper Street is in a West Brant neighbourhood between Diana Avenue and
Flanders Drive.
But in July 2008, Colby received some new information concerning her uncle‘s
death. "My mother (Leah) received a mail from the Mayor‘s office in
Brantford," Colby said. "They (the Mayor‘s office) bad been
contacted by some people in Germany and they wanted permission to give them
our address in Strathroy. "We agreed and we later received a package in
the mail". The package was from a couple of people in Germany, Willi
Wachholz and his friend Herbert Weber.
Born in the 1930s, they have vivid memories of the British air strikes during
the war and have a keen interest in military history. The pair started
researching the lynching of downed allied airmen after reading an article in a
German publication about the massacre of six American fliers. The article made
a reference to approximately 100 other cases of allied airmen being murdered.
In the course of their research, they came across Draper and witness accounts
of his death and that of other fliers on March 8, 1945. Draper was part of a
British air crew that was conducting a bombing mission on Dessau, Germany on
March 8, 1945. There were five of them in a Lancaster bomber and they all
bailed out of the plane after it was hit by anti-aircraft fire.
All five were murdered after they hit the ground. Wachholz and Weber have
uncovered letters detailing the deaths of two of the men, a British airman
identified as R. Appleyard and Draper. Their plane crashed in the region of
Berlstedt and two of the airmen were seen bailing out before the crash. One of
them, identified as Appleyard was captured by a German soldier in a place
called Vippachedelhausen.
Appleyard, according to the accounts obtained by Wachholz and Weber, was led
through the Main Street by the soldier. As this was happening, a man
identified as District President Franz Hofmann appeared. Without hesitation,
he shot the Appleyard. At that time, the district president was the leader of
a district or county. The position had much more authority then, than it does
now and district presidents controlled the schools as well as the police. As
well, district presidents controlled the municipal administration and were
responsible for implementing executive government orders.
After shooting Appleyard, Hofmann then drove to nearby Schlossvippach, a small
village in what is now known as the District of Sömmerda. lt has about 1,500
inhabitants and is located in the middle of Germany. Upon arrival, Hofmann met
with local police who were planning to take a downed airman - Thomas Maynard
Draper - to the County seat of Weimar, Thuringia.
Without leaving his car Hofmann immediately shot Draper. The murder was
witnessed by a classroom of young girls and boys who had just walked by the
site of the shooting. The airmen were temporarily buried – the bodies only
wrapped in tent square - in Schlossvippach, Vippachedelhausen and Buttstadt.
They were later exhumed and buried at the British Military Cemetery at
Heerstrasse in Berlin.
Hofmann and his wife died just before the U.S. army arrived in the area. The
war had been lost and some of the men in the village had formed a private
police force to maintain order erecting a road block to control traffic
through the village. Hofmann and his wife tried to leave but were stopped at
the road block. They tried to escape but Germans at the road block fired at
their vehicle forcing it to overturn. Hofmann and his wife were killed in the
accident.
lt‘s hard for Colby or anyone for that matter to know what Draper would have
been thinking just before his death. "I can only imagine what he must
have been thinking just before he was shot", Colby said. "lt would
be shock….disbelief".
Just last year, a commemorative stone was erected at the spot where Draper was
shot by a young citizen of Schlossvippach who wants to remain anonymous,
Wachholz and Weber said in an e-mail to The Expositor.
The inscription reads:
" In memory of the Canadian airman Thomas M. Draper.
At this place he has been insidiously murdered
March 8, 1945 by the District Administrator"
"The commemorative stone ensures the truth of Draper‘s death has
finally been revealed and will be remembers for years to come", Colby
said.
She will be donating her uncle‘s wartime memorabilia to the Canadian
Military Heritage Museum to ensure future generations know how her uncle lived
and died.
"These are the stories that need to be told", Colby said.
"These are the stories that we must never forget".
„Nun wissen wir, daß er ermordet wurde….."
Nach 60 Jahren erfährt die Familie die Wahrheit über den Tod des Soldaten
(Übersetzung des Textes von Herbert
Weber aus THE EXPOSITOR 21. Febr.2009 / Bericht von Vincent Ball)
Als sie alte Schätze der Familiengeschichte durchgesehen
hatte, erfuhr Lana Jane Colby eine ganze Menge über das Leben ihres Onkels
Tom.
Es sind mehr als 60 Jahre seit seinem Tode vergangen, und erst jetzt erfährt
sie die Wahrheit.
"Wissen Sie, zunächst war ich böse, als ich die Wahrheit erfuhr",
sagt die Einwohnerin von Strathroy mit weicher Stimme, „Ich glaube, ich bin
immer noch ein wenig ärgerlich!"
"Wir dachten, wir hätten die Wahrheit gewußt, aber jetzt müssen wir
erfahren, er wurde ermordet, ja, es war ein Mord."
Colby’s Onkel war der Flieger-Offizier Thomas Manard Draper und die Sammlung
der Familiengeschichte enthält sein Flieger-Logbuch, sein Urlaubsbuch,
Rangabzeichen, Medaillen, Schwarz-weiß-Photos und Briefe, die er aus England
nach Hause geschrieben hat.
„Er war der älteste Sohn in einer großen Familie, der Verantwortliche, und
mein Vater James (Bruder) hat wirklich zu ihm aufgeschaut. Onkel Tom war
meines Vater’s Held, und ich denke, mein Vater ist nie über seinen Tod
hinweggekommen. Ich weiß, er hat Tom sehr vermisst".
Der am 25. Okt. 1920 geborene Draper ging in die Mount Pleasant und Alexandra
Schule bevor er das Brantford College besuchte. Er hatte blondes Haar und
blaue Augen und war Mitglied der St. Jude’s Anglican Church, und war der
Sohn von Frau A.E. Draper aus der Bruce Street und wuchs in Brantford auf. Er
besuchte die Abendschule des Collegs, um Navigation zu erlernen und nahm
Flugstunden bei einem örtlichen Flieger-Klub.
Nach dem Absolvieren der höheren Schule begann sein Berufsweg bei der Firma
Durex Plant in Brantford.
1940 trat er in die Königlich-Kanadische Luftwaffe ein und ließ sich als
Flug-Ingenieur beim Bodenpersonal ausbilden. Diese Ausbildung erhielt er in
St. Thomas, Ontario, später wurde er nach Ucluelet in British Columbia
versetzt.
Er wechselte dann zum Fliegenden Personal und erhielt ein Training als
Bombenschütze im Juni 1943. Dann wurde er für eine kurze Zeit Ausbilder,
bevor er im Februar 1944 nach England verlegt wurde. Im August 1944 gehörte
er dann zu einer Bomberbesatzung, die Feindflüge nach Deutschland
durchzuführen hatte.
Er schrieb eine Menge Briefe nach Hause, meistens an seine Schwester Barbara.
Durch diese Briefe und die Erzählungen ihres Vaters hat Colby viel über
ihren Onkel erfahren.
„Ich weiß, dass er das kalte und nasse Wetter nicht mochte", sagt sie
lächelnd, „und die Briefe verrieten, wie sehr er sich für die Familie
verantwortlich fühlte, er war eine Person, die sich kümmerte. In einem
seiner Briefe erwähnt er Geld, das er schicken wollte, damit sich jemand
einen warmen Wintermantel kaufen konnte".
„In seinen letzten Briefen klang er müde, er hatte viele Bombeneinsätze
geflogen und hatte wohl genug davon", sagt sie.
„Er hatte mehr als 14 Bombenflüge absolviert. Es war seine Vorstellung,
nach Kriegsende ein Teil einer Initiative zu werden, die sich um humanitäre
Hilfen in den Ländern kümmerte, die von den Nazis besetzt gewesen
waren", sagte Colby.
Sein letzter Einsatz war am 8. März 1945, bevor sein Flugzeug und damit die
Besatzung abgeschossen wurde.
„Man hatte uns immer gesagt, und wir glaubten das auch, sie wären über
Holland abgeschossen worden und mit den Fallschirmen abgesprungen",
meinte Colby. „Sie seien über Farmland herunter gekommen und hätten sich
in einer Scheune versteckt. Man sagte uns, der Bauer habe sie an die GESTAPO
verraten und die Besatzung sei in ein Kriegsgefangenenlager gebracht
worden".
Gegen Ende des Krieges, als die Alliierten gegen
Deutschland vorrückten, wurde der Familie mitgeteilt, die Gefangenen, Draper
eingeschlossen, wären erschossen worden, da das Lager von den Deutschen im
Stich gelassen werden musste.
„Das ist die Geschichte, die der Familie erzählt wurde und das ist das, was
wir geglaubt haben".
„Für meinen Vater war es sehr hart, ich weiß, er hat seinen Bruder sehr
vermisst und hatte es schwer, das alles zu akzeptieren", sagte Colby. „Er
hegte einen gewissen Groll holländischen Leuten gegenüber, denn er glaubte,
die hätten seinen Bruder und die Besatzung auf dem Gewissen. Schließlich war
er auch auf die Deutschen böse, denn die waren ja eigentlich für seines
Bruder’s Tod verantwortlich".
„Jahre später haben sich seine Ansichten geändert. Gelegentlich einer
Geschäftsreise nach Europa hatte er Gelegenheit, das Grab zu besuchen und
somit mit sich ins Reine zu kommen".
„Er war sehr beeindruckt von den gepflegten Gräbern. Die Grabsteine akkurat
und Grasflächen, als wenn jeder Halm mit der Schere geschnitten worden
wäre".
Ihr Vater, der vor ein paar Jahren gestorben ist, hatte dieses Kapitel für
sich abgeschlossen und war übrigens auch sehr davon angetan, dass eine
Straße nach seinem Bruder benannt wurde: Draper Street ist im Westen der
Brant Gegend zwischen Diana Avenue und Flanders Drive.
Aber im Juli 2008 Colby erhielt neue Informationen über den Tod ihres Onkels.
„Meine Mutter Leah erhielt vom Bürgermeisteramt in Brantford Post. Die
Behörde war von zwei Leuten aus Deutschland angeschrieben worden, die um die
Erlaubnis nachsuchten, ihnen unsere Anschrift in Strathroy mitteilen zu
dürfen. Wir stimmten zu und einige Zeit später erhielten wir eine dicken
Brief mit der Post".
„Der Brief kam von Willi Wachholz und seinem Freund Herbert Weber aus
Deutschland. Die Beiden, in den 1930ern geboren, haben lebhafte Erinnerungen
an die britischen Luftangriffe während des Krieges und ein starkes Interesse
an der Militär-Geschichte dieser Zeit.
Sie begannen mit der Erforschung von Lynchmorden an abgesprungenen alliierten
Fliegern, als sie in einem Magazin von dem Massaker an sechs amerikanischen
Fliegern (Rüsselsheim) gelesen hatten. Kurze Zeit nach Beginn ihrer Suche
konnten sie schon mehr als 100 Mord-Fälle dokumentieren".
„Dabei stießen sie auch auf das Schicksal von Thomas M. Draper und auf
Zeugenaussagen über die Todesumstände von Draper und seinen Kameraden am 8.
März 1945".
Draper war als Kanadier Besatzungsmitglied eines britischen RAF-Bombers und am
8. März 1945 auf dem Fluge nach Dessau. Sie wurden von Flak-Feuer getroffen
und fünf Besatzungsmitglieder verließen die abstürzende Lancaster und
sprangen mit ihren Fallschirmen ab.
Alle fünf Notabspringer wurden ermordet. Wachholz und Weber haben die Quellen
erforscht und konnten den Tod von zwei Fliegern, des Briten R. Appleyard und
des Kanadiers Draper in allen Einzelheiten dokumentieren. Das Flugzeug war in
der Gegend von Berlstedt (Kreis Weimar in Thüringen) abgeschossen worden. Man
hatte zwei Fallschirmabspringer gesichtet. Einer davon, als Appleyard
identifiziert, wurde von einem deutschen Soldaten in Vippachedelhausen
festgenommen und von ihm – so die Ermittlungen von Wachholz und Weber –
durch die Hauptstraße des Ortes geführt. Plötzlich erschien der Landrat des
Kreises Weimar-Land, Franz Hofmann, in seinem Auto Ohne zu zögern erschoß
Hofmann den Gefangenen.
Zu der Zeit war ein Landrat der Führer eines Kreises, eine Position, die
damals eine Machtfülle verkörperte, ganz im Gegenteil zu heute. Ein Landrat
hatte damals z.B. die Lehrerschaft der Schulen und die Polizei unter sich, und
er hatte neben den administrativen Aufgaben auch für die Umsetzung von
Regierungsmaßnahmen und Anordnungen verantwortlich zu sorgen.
Unmittelbar nach der Erschießung des Fliegers fuhr Hofmann
weiter in das benachbarte Schloßvippach, eine kleine Gemeinde mit etwa 1.500
Einwohnern im heutigen Kreis Sömmerda, im Bundesland Thüringen, in der Mitte
Deutschlands.
Hofmann stieß auf den dortigen Ortspolizisten, der gerade den abgesprungenen
Flieger Thomas Maynard Draper in die Kreisstadt Weimar bringen wollte. Ohne
sein Auto zu verlassen, schoß Hofmann auch diesen Gefangenen nieder und
tötete ihn. Augenzeugen dieses Mordes war eine gerade in der Nähe vorbei
gehende Schulklasse von Mädchen und Jungen des Dorfes.
Die beiden Getöteten wurden – in Zeltplanen gehüllt – in den beiden
Dörfern beerdigt, später exhumiert und dann endgültig auf dem Britischen
Militärfriedhof an der Heerstraße in Berlin beigesetzt.
Hofmann und seine Frau starben kurz vor dem Einmarsch der US-Amerikaner. Zur
Aufrechterhaltung einer gewissen öffentlichen Ordnung hatten Dorfbewohner in
Schloßvippach eine Straßensperre am Ortsausgang errichtet. Als Hofmann,
jetzt in Zivil, und Frau im Auto vorfuhren, erzwangen sie unter Hinweis auf
seine Position freie Durchfahrt. Die Männer an der Sperre schossen auf das
Fahrzeug, zerstörten Reifen und das Auto überschlug sich. Das Ehepaar
Hofmann ist bei diesem Unfall ums Leben gekommen.
Es ist für Colby schwer, sich vorzustellen, was Draper wohl kurz vor seinem
Tode durch den Kopf gegangen ist. „Es war sicherlich ein Schock, Zweifel am
Glauben"?
Im letzten Jahr wurde an der Stelle, wo er erschossen wurde, von einem jungen
Bürger des Dorfes Schloßvippach, der aber anonym bleiben möchte, ein
Gedenkstein, eine Stele, errichtet, wie Wachholz und Weber in einer E-Mail an
THE EXPOSITOR mitteilten.
Die Inschrift der Gedenkplatte lautet:
Zur Erinnerung an den kanadischen Flieger Thomas M. Draper.
Er wurde am 08.03.1945 an dieser Stelle vom damaligen Landrat heimtückisch
ermordet.
„Dieser Gedenkstein stellt die enthüllte Wahrheit des Todes von Thomas M.
Draper sicher und dient der Erinnerung über die Jahre hinaus", sagte
Colby.
Sie wird die Kriegs-Andenken ihres Onkels dem Canadian Military Heritage Museum übereignen, damit kommende Generationen nachvollziehen können, wie ihr Onkel lebte und starb.
„Dies sind die Geschichten, die unbedingt erzählt werden müssen", sagte Colby, „dies sind die Geschichten, die wir nie vergessen dürfen"!
8.3.1945
Ermordung eines britischen Fliegers in der Gemeinde
Vogelsberg/Thüringen durch einen Polizisten. - Es ist sehr
wahrscheinlich, dass der Ermordete zu der Besatzung der
britischen Lancaster gehörte, die am 8.3.1945 bei
Buttstädt/Schloßvippach abgestürzt ist.
Quelle: Schreiben des Bürgermeisters der Gemeinde Vogelsberg vom 13.8.2001 (mit Kopien aus der Orts-Chronik).
Englischer
Militärfriedhof "An der Heeerstraße" in Berlin. - Nach der Chronik
der Gemeinde Vogelsberg/Thüringen wurden fünf ermordete Besatzungsmitglieder (Draper,
Appleyard, Scott, Robinson und Howe) der am 8.3.1945 im Raum Berlstedt (nach
anderer Aussage bei Buttstädt bzw. Schloßvippach) abgestürzten 7köpfigen
britischen Lancaster nach vorübergehender Beisetzung in Schloßvippach,
Vippachedelhausen bzw. Buttstädt nach der "Heerstraße" überführt.
Ob die beiden als vermißt geltenden Besatzungsmitglieder Sergeant H.D. Sheppard
und Sergeant K. Woodbum evtl. dort auch beigesetzt wurden, wird noch zu klären
sein.
16.3.1945
Ermordung von drei kanadischen Fliegern
bei Altenau - heute Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Oberharz -
durch zwei Gestapo-Angehörige.
Quellen: Krone,
Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 83
Schreiben der Samtgemeinde Oberharz vom 16.11.2000
17. -
18.3.1945 Ermordung von fünf britischen Fliegern in Pforzheim-Huchenfeld.
Quellen: Krone,
Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 70 ff.
Möll, Erwin: Huchenfeld - Von den Ursprüngen bis zur Gegenwart,
Pforzheim 1995, S. 207-211
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger - Der Mord an
Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz am
10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript, S. 39 f.
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 192 und 284
Evangelische Kirchengemeinde Pforzheim-Huchenfeld: (Internet) www.huchenfeld-evangelisch.de
(4.10.2003)
PS: Die Evang. Kirchengemeinde Pforzheim-Huchenfeld ist eine von derzeit
(2003) 35 Gemeinden in Deutschland, die der inzwischen weltweit tätigen
Nagelkreuzgemeinschaft (NKG) angehören. Diese Gemeinschaft entstand bald nach
der Zerstörung der Kathedrale von Coventry bei einem schweren Luftangriff
deutscher Bomber am 14./15.11.1940. Das originale Nagelkreuz, das heute noch auf
dem Altar der wiederaufgebauten Kathedrale steht, wurde seinerzeit aus Nägeln
gefertigt, welche die Balken des Dachgewölbes der alten Kathedrale
zusammengehalten hatten. - Weitere Informationen zur Geschichte der NKG sowie
über ihre Aktivitäten und vielseitigen Bemühungen finden Sie im Internet
unter www.nagelkreuzgemeinschaft.de/geschichte.html
(9.10.2003).
etwa
18.3.1945 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in oder bei
Wallrabenstein (bei Hünstetten).
Quelle: Sigel,
Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse
1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 116
18.3.1945 Ermordung eines US-Piloten, des Leutnant van Horn, von der 338.
Sq. der 55. FG. Seine P-51 "Mustang" stürzt bei Geinsheim ab. Er
selbst kommt dort auch in Gefangenschaft. Die Gestapo erschießt ihn in
Reichelsheim.
Quelle: Leiwig, Heinz: Flieger über Rheinhessen, 2. Auflage, Alzey 2006, S.
184.
18.3.1945
Ermordung eines britischen Fliegers in Sommerhausen (bei Würzburg).
Quellen:
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 128
Badische Neueste Nachrichten vom 19.6.1946, Nr. 44, S. 4
19.3.1945 Ermordung eines amerikanischen Piloten in Dortmund-Asseln (nahe dem Stadtteil Brackel).
Quellen:
US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 197; Beginn der Verhandlungen:
14.11.1947; Prozeß-Nr. 12-2218; der/die Angeklagten: Mayer, Georg u.a.; Tatort:
Brackel; Datum der Tat: 18.3.1945.
Sollbach, Gerhard E. (Hrsg.): Dortmund - Bombenkrieg und
Nachkriegszeit 1939-1948, Hagen 1996, S. 50
Nill, Gerald: Pilot wurde von SA-Mann
erschossen. In: Westfälische Rundschau, Dortmunder Ausgabe vom
1.2.1991.
Klemp, Stefan: Zwei US-Piloten wurden nach Absturz in Dortmund
gelyncht. In: Westfälische Rundschau, Dortmunder Ausgabe vom
18.3.1995.
Geschichtswerkstatt
Dortmund (Hrsg.): Die Zusammenbruchgesellschaft, Dortmund 1995, S. 42
20.3.1945 Ermordung des amerikanischen Fliegers J. Rivos in der Nähe
von Quirnbach (Germany) durch Angehörige
der Gestapo.
Quelle: Kopien der Prozeßakten des
General Military Government Court, Dachau, Germany, vom 7./8. August 1947, Case
No. 12-413-1.- Es konnte bisher noch nicht eindeutig ermittelt werden, ob es
sich bei dem genannten Tatort um 55242 Quirnbach im Westerwald oder um 66909
Quirnbach/Pfalz handelt. Da der letztgenannte Ort am 20. März aber schon von
den Amerikanern "erobert" war, drängt sich uns der Verdacht auf, dass
es zu dem Lynchmord seinerzeit nur im Westerwald gekommen sein kann. Bei dem
mehr als bescheidenen Interesse, dass die dortigen Behörden unseren bisherigen
Recherchen entgegengebracht haben, wollen wir es bei diesem Verdacht einstweilen
bewenden lassen.
21.3.1945 Ermordung des amerikanischen Bomberpiloten Herman E.
Everhart im italienischen Bergelltal in unmittelbarer Nähe der Schweizer Grenze
(bei Ponte Tresa) durch einen Angehörigen der deutschen SS. (Der Fall wurde
recherchiert von Mathias Weichelt, Bibliothekar an der Schweizerischen
Nationalbibliothek in Bern.)
Quellen: Peter, Fredy: Jump boys, jump, ISBN 0722334648, 2003, S. 118-121).
Casari, Marco: Tragico atteraggio a Ponte Tresa. In: Corriere Del Ticino vom
6.3.1995 (Ganzseitiger Artikel in der in Lugano erschienenen Zeitung).
22. -
25.3.1945 Ermordung von 12 oder 13 alliierten Fliegern auf
dem Flugplatz Dreierwalde bei Hörstel.
Quellen: Krone,
Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 63-66
Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: The United Nations War Crimes
Commission), Bd. I, London 1947, S. 81-87 und Bd. IV, London 1948, S. 113-117.
Der vollständige Text der Seiten 113-117, Bd. IV, der vorstehenden 2. Quelle
ist auch im Internet zu finden, und zwar unter http://www.ess.uwe.ac.uk/WCC/rauer.htm
(20.3.2008).
23.3.1945 Ermordung des US-Fliegers Charles Mitchell in Hieflau
(Österreich) durch eine Gruppe junger Nazis (by a group of young Nazis).
Quellen: US-Militärgericht Salzburg: Ordner Nr. US 003; Beginn der
Verhandlungen: 7.11.1947; Prozeß-Nr. 5-83; der/die Angeklagten: Kapeller,
Mathias u.a.; Tatort: Hieflau, district Leoben; Datum der Tat: 23.3.1945.
Rosenkranz, Martin: "Pilot Hunt" in: Jahrbuch der Werbung (JDW),
Österreichs virtuelles Militärluftfahrt-Journal (www.airpower.at), 20.7.2008,
S. 3.
24.3.1945
Ermordung von zwei amerikanischen Fliegern in oder bei Bensheim
(an der Bergstraße).
Quellen: Sigel,
Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse
1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 117 u. 119.
Pingel-Rollmann, Heinrich: Widerstand und Verfolgung in Darmstadt
und in der Provinz Starkenburg 1933-1945, Darmstadt 1985, S. 240
24.3.1945
Ermordung eines britischen Fliegers in Bochum-Altenbochum durch
Zivilisten und NS-Funktionäre.
Quellen:
Krone, Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 68.
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 141
Blank, Ralf: "... der Volksempörung nicht zu
entziehen". Gauleiter Albert Hoffmann und sein
"Fliegerbefehl". In: Jahrbuch des Vereins für Orts-
und Heimatkunde in der Grafschaft Mark, Witten 1998, S. 279 ff.
24.3.1945
Ermordung eines unbekannten alliierten Fliegers - nach neueren
Erkenntnissen war es der US-Flight-Sergeant Paul L. Berger - auf
dem Fliegerhorst Hesepe nahe Thiene, Post Alfhausen.
Quellen: Krone,
Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 62 f.
Nordwest-Nachrichten, Osnabrücker
Ausgabe vom 31.12.1945.
Volkshochschule Osnabrücker Land (Hrsg.): Aus jenen Tagen.
Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg in Bersenbrück,
Bersenbrück o.J., S. 166 f.
24.3.1945 Ermordung
eines (vermutlich) australischen Fliegers in Bochum-Laer
(nachmittags).
Quellen:
Westfälische Rundschau (Ausg. Bochum), Nrn. 54 und 58 vom 21.9.
bzw. 5.10.1946
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 173
Blank, Ralf: "... der
Volksempörung nicht zu entziehen". Gauleiter Albert
Hoffmann und sein "Fliegerbefehl". In: Jahrbuch des
Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark, Witten
1998, S. 279 ff.
24.3.1945
Ermordung von zwei (vermutlich) australischen Fliegern ebenfalls
in Bochum-Laer (abends).
Quellen:
Westfälische Rundschau (Ausg. Bochum), Nrn. 54 und 58 vom 21.9.
bzw. 5.10.1946.
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 173
Blank, Ralf: "... der
Volksempörung nicht zu entziehen". Gauleiter Albert
Hoffmann und sein "Fliegerbefehl". In: Jahrbuch des
Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark, Witten
1998, S. 279 ff.
25.3.1945
Ermordung eines britischen Fliegeroffiziers in Velen.
Quellen: Fasse,
Norbert: Velen 890-1990 - Ein geschichtlicher Abriß. In: 1100
Jahre Velen - Festschrift zum Jubiläumsjahr, Stadtlohn 1990, S.
58 f.
Fasse, Norbert: Katholiken und NS-Herrschaft im Münsterland. Das
Amt Velen-Ramsdorf 1918-1945, Bielefeld 1996, S. 665
Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: The United Nations War Crimes
Commission), Bd. XI, London 1949, S. 74 f.
25.3.1945
Ermordung von zwei kanadischen und einem englischen Flieger im
Dorstener Stadtteil Wulfen. Neuere Recherchen durch den nachstehenden Autor
Peter Hessel haben ergeben, daß es sich bei den drei Ermordeten um die
kanadischen Flieger R.A. Paul, J.M. Jones und L.W. Brennan gehandelt hat.
Quellen:
Schreiben des Stadtarchivs Dorsten vom 10.11.2000
Hessel, Peter: The mystery of Frankenberg´s Canadian airman, Toronto 2005, S.
229 und 236.
Hessel, Peter: Das Rätsel um den kanadischen Flieger, Beucha 2007, S. 212 u.
226.
25.3.1945 Ermordung eines amerikanischen Staffelkapitäns (Major) durch einen SA-Mann in Dortmund-Asseln.
Quellen:
Geschichtswerkstatt Dortmund (Hrsg.): Die
Zusammenbruchgesellschaft, Dortmund 1995, S. 42 f.
Münter, Horst / Weber, Andreas: Die Thunderbolts der 405th
FGp. In: FLUGZEUG, Jg. 11, Nr. 6, 1995, S. 66-77.
Sollbach, Gerhard E. (Hrsg.): Dortmund - Bombenkrieg und
Nachkriegszeit 1939-1948, Hagen 1996, S. 50.
Klemp, Stefan: Zwei US-Piloten wurden
nach Absturz in Dortmund gelyncht. In: Westfälische Rundschau,
Dortmunder Ausgabe vom 18.3.1995
25.3.1945 (?) Ermordung
des Piloten eines britischen Jagdflugzeuges in Witten-Vormholz.
Quelle: Schreiben eines Zeitzeugen vom 19.11.2001
März 1945 Ermordung von zwei
britischen Fliegern "durch Faschisten" (unter Leitung
eines Zahnarztes) zwischen Holdorf und Nesow (Stadt Gadebusch).
Quelle:
"Brüder, In Eins Nun Die Hände", Hrsg.: Kommission
zur Erforschung der Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung
bei der Kreisleitung der Sozialistischen Einheitspartei
Deutschlands in Zusammenarbeit ..... des Freien Deutschen
Gewerkschaftsbundes Gadebusch, ohne Orts-, Jahres- und
Seitenangabe.
31.3.1945
Ermordung eines unbekannten Fliegers (Australier?) in der
Gemeinde Oststeinbeck.
Quelle:
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 113
31.3.1945 Ermordung eines australischen Besatzungsmitgliedes (K.G. Clark)
einer im Hamburger Stadtteil Billstedt abgestürzten
britischen Lancaster durch einen Angehörigen
des Volkssturms, und zwar auf dem Wege von Glinde nach Reinbeck. - Recherchiert
von Thomas Hampel, Nützen.
Quelle: Internet: www.luftfahrtspuren.de
(25.11.2002)
April 1945 Ermordung
eines unbekannten kanadischen Fliegers in Dux, im seinerzeitigen
Protektorat Böhmen und Mähren (heute: Duchcov/Tschechien).
Quelle: Schreiben eines Zeitzeugen vom 24.1.2002
3.4.1945 Ermordung eines britischen
Flugoffiziers auf dem Fliegerhorst Varrelbusch bei Boesel durch
Wehrmachtsangehörige.
Quelle:
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 37
3.4.1945 Ermordung eines kanadischen Fliegers durch Gestapo-Angehörige in Hagen.
Quellen:
Westfälische Rundschau, Nr. 53, Hagen, vom 18.9.1946
Krone, Peter: Historische Dokumentation
"Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in
Hameln, Hameln 1987, S. 72 f.
Sollbach, Gerhard E. (Hrsg.): Hagen - Kriegsjahre und
Nachkriegszeit 1939-1948, 3. Aufl., Hagen 1995, S. 26
Blank, Ralf: Die Endphase und das Chaos. In: Hagen unterm
Hakenkreuz, Hagen 1995, S. 367
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 202
Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung deutscher Strafurteile wegen
nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet
im "Seminarium voor Strafrecht en Strafrechtspleging Van
Hamel" der Universität von Amsterdam, Bd. X, Amsterdam
1973, S. 5-9
Blank, Ralf/ Marra, Stephanie/ Sollbach, Gerhard E.: Hagen, Geschichte einer
Großstadt und ihrer Region, Essen 2008, S. 432 und 488ff.
Nachfolgend eine Seite (Übersetzung) aus den im Public Record Office in Kew/England archivierten Prozessakten (WO 309, Nr. 116) über die Ermordung des kanadischen Fliegers in Hagen.
NWE DET
- 1 Ermittlungseinheit der Kriegsverbrechen an Kanadiern
67/NWE/SCOTT-WALDFRIEDEN
Fall 1
16.
April 1946
Bericht
Ermordung
des Flight-Sergeant T.D. Scott
R.C.A.F.
(Royal Canadian Air Force = Königliche Kanadische
Luftstreitkräfte)
1.
Dieser Fall ist jetzt fertig für das Gerichtsverfahren. Die
aufgezeichneten Zeugenaussagen sind mit 30 Kopien vervielfältigt
und gebunden worden. Das Beweismaterial stellt die Ermordung des
J. 95497 Piloten und Offiziers T.D. Scott, vormals R 267359
Flugsergeant T.D. Scott, dar. Ein paar hundert Seiten des
Beweismaterials sind unter Eid ausgesagt worden, einschließlich
der Aussagen von 8 angeklagten Personen, alle - mit Ausnahme
eines älteren Wehrmachtsoffiziers, der für die Garnison in
Hagen verantwortlich war - Gestapo-Offiziere der
Hauptdienststelle Hagen, einschließlich des Leiters und
stellvertretenden Leiters.
2.
Die Fakten des Falles sind kurz: Scott sprang am 17. März 1945
mit dem Fallschirm über Hagen ab; er wurde auf Anweisung eines
legalen Wehrmachtsoffiziers namens Major Zimpel in das Hagener
Zivilgefängnis überstellt. Am 2. April 1945 wurde er auf
Drängen der Gefängnisbehörde der Wehrmacht übergeben. Am 3.
April 1945 wurden Scott und 10 Ungarn exekutiert, indem man ihnen
von hinten in den Kopf schoss, als sie vor einem Bombentrichter
in der Nähe von Hagen niederknieten. Die Täter gehörten der
Gestapo an und befinden sich jetzt in Verwahrung. Der
Wehrmachtsoffizier Zensen gibt zu, mit dem Gestapo-Leiter
vereinbart zu haben, dass Scott der Gestapo übergeben wird, um
ihn nach Dortmund zu bringen. Der Beweis ist erbracht worden
durch diese Übergabe, die bewirkte, dass Zensen einem deutschen
Vernehmungsbeamten, der mit der S.I.S. zusammenarbeitete, zum
Zeitpunkt seiner Gefangennahme und Vernehmung zugab, dass er
erwartet habe, dass Scott mit den Ungarn exekutiert werden
würde, nachdem er der Gestapo ausgeliefert wurde. Der Leiter der
Gestapo gibt an, Scott empfangen zu haben, aber behauptet, dass
Zensen ihm gesagt hätte, Scott sei zum Tode verurteilt worden.
Er zog keine Erkundigungen ein über den wirklichen Sachverhalt
und fuhr fort, Scott's Exekution anzuordnen zusammen mit den
Ungarn. Der stellvertretende Leiter der Gestapo behauptet, dass
er nicht bemerkt habe, dass Scott anders als die übrigen Ungarn
gekleidet war. Er wusste nicht genau, wer exekutiert werden
sollte. Er war bloss abkommandiert worden, die Leitung eines
Exekutionskommandos zu übernehmen. Er sammelte die Opfer in
einem Wehrmachtsbüro und brachte sie zum Bombentrichter, wo sie
erschossen wurden. Es steht jedoch fest, dass der erbrachte
Beweis einschliesslich der Bekenntnisse der angeklagten Personen
ganz deutlich macht, dass alle Personen, die beteiligt waren,
sehr genau wussten, dass jeder von ihnen der Tatsache, wer
erschossen wurde, keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte, und es
kümmerte sie auch nicht. Sie waren bereit, die Exekution
vorzunehmen.
3.
Dieser Fall ist vom kanadischen J.A.G. (Judge Advocate General =
Vorsitzender des Obersten Kriegsgerichts) überprüft worden und
als ein prima facie case (Unterscheidungsfall) bei
der Verhandlung gegen alle Angeklagten bekräftigt worden. Das
polizeiliche Aktenblatt ist für richtig befunden worden; jedoch
wurde der Fall nicht in Aurich gerichtlich verhandelt, weil in
Betracht gezogen wurde, dass nicht ausreichend Zeit verbliebe,
den Fall dort gerichtlich zu verhandeln.
(O.W.
Durdin) Gruppenkommandeur
Offizierskommandatur
NWE Det
1 Cdn War Crimes Inv. Unit
C.A.O.
07.04.1945 Ermordung
von zwei amerikanischen Fliegern - vermutlich waren es der Lieutenant Georg
Lyford und der Sergeant Frank W. Picula - in der mecklenburgischen Kreisstadt
Parchim durch Wehrmachtssoldaten.
Quelle: Schultze, Eberhard: Die Parchimer Flugplätze von 1937 -2000, 2. Aufl.,
Schwerin 2001, S. 171-177, 241-244 und 257 ff.
16.04.1945 Ermordung eines unbekannten US-Fliegers in Burkhartswalde,
Kreis Pirna/Sachsen durch einen Angehörigen der SS (recherchiert von Frank
Millert, Weißwasser).
Quelle: Schreiben des Landratsamtes Pirna vom 20.6.1947 (im Sächsischen
Staatsarchiv Dresden: Mikrofilm Nr. 366 im Bestand der Landesbehörde der
Volkspolizei Sachsen).
16.04.1945 Ermordung des verwundeten US-Piloten Chester F.
Coggeshall in Freilassing durch den seinerzeitigen
nationalsozialistischen Bürgermeister der Stadt.
Quellen: "Die Neue Zeitung", Nr. 16 vom 10.12.1945, S.
6 (siehe
www.die-kommenden.net/dk/artikel/grossdeutschland_am_galgen/siegerjustiz_p...)
Huber, Peter: Vor 50 Jahren - 1945 in Zeitzeugenberichten und
Dokumenten, 4. Aufl., Bruchsal 1996, S. 145.
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche)
Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 84f.
Schreiben der Stadt Freilassing (Stadtarchiv) vom 18.3.2002
17.4.1945
Ermordung des amerikanischen Fliegers Normann N. Shane (Erkennungsmarke
13093453) in Reinhardtsgrimma
(Sachsen) durch einen unbekannt gebliebenen Angehörigen der SS.
Quellen: Kleist,
Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der
Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch
deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der
DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 9 f.
Schreiben der Kreispolizei-Station Reinhardtsgrimma (Vernehmungsprotokoll) vom
13.6.1947 sowie Schreiben des Polizeipräsidiums Dresden (Begräbnisliste
verstorbener US-Bürger) vom 31.5.1947. Beide Schreiben wurden zur Verfügung
gestellt von Frank Millert, Weißwasser.
Schildbach, Matthias: Unveröffentlichtes Typoskript vom 4.4.2007.
17.4.1945 Ermordung des US-Fliegers Eduard (Eddie) G. Eschinger in
Halsbrücke, Kreis Freiberg/Sachsen durch einen Zivilisten (recherchiert von
Frank Millert, Weißwasser).
Quellen: Schreiben des Kreispolizeiamtes vom 11.6.1947 (im Sächsischen
Staatsarchiv Dresden: Mikrofilm Nr. 366 im Bestand der Landesbehörde der
Volkspolizei Sachsen).
Schildbach, Matthias: Unveröffentlichtes Typoskript vom 4.4.2007. - Nach dieser
Quelle kam noch ein zweites Besatzungsmitglied der am 17.4.1945 nach einem
Flaktreffer abgestürzten B-17 (Serien-Nr. 42-102544) ums Leben. Ob der
Bordschütze Melvin C. Carlson jedoch ermordet wurde, steht nicht eindeutig
fest.
Frühjahr 1945 Ermordung eines
britischen Piloten in Kirchberg-Lendsiedel durch einen
Angehörigen des Volkssturms.
Quelle:
Garmatter, Ralf: Nationalsozialismus in Kirchberg an der Jagst,
Kirchberg 1997, S. 9
Spätere Recherchen von Ralf Garmatter haben ergeben, dass es kein britischer
Pilot war, sondern der australische Flight-Officer Vernon James Hedley, der bei
seiner Gefangennahme in Kirchberg-Lendsiedel erschossen wurde, und zwar am 18.
oder 19.3.1945. Der 24jährige Australier war Pilot der Lancaster PB 816 (460.
Squadron) der Royal Australian Air Force (RAAF), die am 16.3.45 gegen 22.50 Uhr
über Spielbach abgeschossen wurde (teilweise recherchiert von Hans L.
Grimminger, Augsburg).
Der Täter, der nach den unvollständig vorliegenden britischen Ermittlungsakten
glaubhaft machen konnte, dass ein Mißverständnis zu dem Todesschuß geführt
habe, kam wohl mit einer Haftstrafe davon. Das Gerichtsurteil von 1947 konnte
bisher nicht gefunden werden.
Quellen: Garmatter, Ralf: Mißverständnis führt zum Tod des Piloten. In:
"Hohenloher Tageblatt" im Oktober 2001.
Garmatter, Ralf: Fall intensiv aufgerollt. In: "Hohenloher Tageblatt"
im Oktober 2001
25.4.1945 Ermordung
eines unbekannten amerikanischen Fliegers nach Angriff auf und Absturz bei
Linz/Österreich durch einen Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes (RAD).
Quellen: US-Militärgericht Salzburg: Ordner Nr. US 010; Beginn der
Verhandlungen: 10.11.1947; Prozeß-Nr. 5-173; der/die Angeklagten:
Stieblaichinger, Johann; Tatort: Linz; Datum der Tat: 25.4.1945.
Banny, Leopold: Dröhnender Himmel, brennendes Land, Wien 1988, S. 221
25.4.1945 Ermordung eines unbekannten kanadischen Fliegers auf Wangerooge
durch einen Angehörigen der Kriegsmarine.
Quelle: Jürgens, Hans-Jürgen: Zeugnisse aus unheilvoller Zeit. Ein
Kriegstagebuch über die Ereignisse 1939-1945 im Bereich Wangerooge - Spiekeroog
- Langeoog sowie die Lage im Reich und an den Fronten, 5. Aufl., Jever 1991, S.
605 und 614
25.4.1945 Ermordung eines US-Fliegers auf Befehl der NS-Kreisleitung.
Tatort: St. Georgen am Walde (Österreich).
Quelle:
Rosenkranz,
Martin: "Pilot Hunt" in: Jahrbuch der Werbung (JDW), Österreichs
virtuelles Militärluftfahrt-Journal (www.airpower.at), 20.7.2008, S. 3.
1.5.1945 Ermordung von zwei amerikanischen (oder britischen) Fliegern nahe
der Gemeinde Böken bei Schwerin durch den dortigen Förster.
Quelle: Am 1.5.1945, nur zwei oder drei Tage vor dem Einmarsch amerikanischer
Truppen, kam es über den Orten Groß Trebbow und Böken (bei Schwerin) zu einem
Luftkampf zwischen einem deutschen und einem alliierten Jäger, bei dem beide
Maschinen abstürzten. Während der deutsche Pilot, Oberfeldwebel Albert
Strenkert, geb. am 12.5.1905 in Heilbronn, bei dem Absturz in Groß Trebbow ums
Leben kam - sein Grab befindet sich auf dem dortigen Gemeindefriedhof -, konnten
sich die beiden alliierten Flieger mit dem Fallschirm retten. Sie wurden in
Böken gefangengenommen und durch den dortigen Förster am gleichen Tag
erschossen (recherchiert von Albert Blüthmann, Dassendorf bei Hamburg). - Die
Recherchen sind noch nicht abgeschlossen.
Nachstehend sind Mordfälle an alliierten
Fliegern chronologisch erfaßt, die sich ereignet haben s o l l e n oder nicht
bzw. nicht ausreichend belegt werden können.
ohne Datum Ermordung von Angehörigen der Royal Air Force, darunter einen
namens Cruikshank, in Ostheim. - Möglicherweise ist der Fliegerhorst
Köln-Ostheim gemeint.
Quelle: E-mail eines interessierten Lesers vom 16.9.2002, der beim
"Rumsurfen" in den Beständen der Royal Air Force auf den bzw. die
Fälle gestoßen ist.
ohne Datum Ermordung eines unbekannten alliierten Fliegers bei Idstein
durch einen namentlich bekannten Angehörigen der SS, der nicht nur wegen eines
Fliegermordes bei Fischbach (siehe Auflistung der belegten Fälle "Herbst
1944") von einem amerikanischen (?) Gericht angeklagt und verurteilt wurde,
sondern auch wegen des vorstehenden Mordfalles bei Idstein angeklagt und
verurteilt worden sein soll.
Quelle: Schreiben eines Ohrenzeugen vom 11.11.2002 sowie einer E-mail vom
13.11.2002
nach dem 12.4.1944 Nach einem Tagesangriff der US-Luftflotte auf
Fischamend und Bad Vöslau im österreichischen Burgenland s o l l e n sechs
(oder mehr?) Überlebende eines abgeschossenen Bombers, die mit Fallschirmen im
Raum Eisenstadt gelandet waren, "gehängt" worden sein.
Quelle: Banny, Leopold: Dröhnender Himmel, brennendes Land, Wien 1988, S. 288
f. - Schriftliche Anfragen an das Stadtarchiv Eisenstadt und an das
Burgenländische Landesarchiv haben bisher keine Bestätigung erbracht.
29.7.1944 Nach dem Absturz ihrer Maschine (B-17) bei
Guthmannshausen/Thüringen gerieten drei (?) unbekannte US-Flieger, die sich mit
dem Fallschirm hatten retten können, in Gefangenschaft. Einer von ihnen s o l l
von einem in der nachstehenden Quelle (Pressemeldung) namentlich genannten
Bauern erschossen worden sein.
Quelle: Allgemeiner Anzeiger Weimar vom 23.1.2000. - Im Thüringischen
Hauptstaatsarchiv in Weimar (Akte: Kreisrat Weimar, Nr. 1079) befindet sich ein
Schreiben des damaligen Bürgermeisters von Guthmannshausen vom 11.2.1946, in
dem auf Anfrage des Landrates des Kreises Weimar vom 1.2.1946 mitgeteilt wird,
dass sich auf dem Ortsfriedhof das Grab eines abgestürzten amerikanischen
Fliegers befände.
29.7.1944 Ermordung von zwei unbekannten amerikanischen Fliegern in den
Weinbergen des Dorfes Almrich, das heute Stadtteil von Naumburg ist. Die
unbewaffneten Flieger wurden von zwei Männern erschossen, von denen einer ein
Polizist war.
Der Doppelmord von Almrich hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
stattgefunden. Am gleichen Tage ist auch im benachbarten Bad Kösen ein
abgeschossener US-Flieger getötet worden. Wenn, wie auch im Fall Naumburg, die
zuständigen Stadtarchive desinteressiert sind oder sich nur stur stellen, dann
ist es unglaublich schwer und vor allem zeitaufwendig, Fälle wie diese nach
mehr als 60 Jahren noch aufzuklären.
Übrigens wusste schon der Chronist der NPEA (National-politische
Erziehungsanstalt oder Napola) Schulpforte bei Kösen, dass der Bürgermeister
von Almrich schon bald nach dem Einmarsch der Amerikaner in 1945
"eingelocht" wurde, weil in seiner Gemeinde tote Flieger - wie die
Ausgrabung ergab - nicht angemessen beigesetzt worden waren.
4.12.1944 Einen Tag nach dem Angriff auf Gießen vom 3.12. 1944 s o l l
ein unbekannter schwarzer US-Flieger erschossen worden sein.
Quelle: Humphrey, Richard; Haaser, Rolf; Pagenkemper, Miriam (Hrsg.): Der
Untergang des alten Gießen, Gießen 1994, S. 302
Dezember 1944 Ermordung von drei Besatzungsmitgliedern der an einem
unbekannten Ort abgestürzten Lancaster I, NG 296 (227. Squadron/RAF). - Die
nachstehende Quelle besagt, dass "drei Personen getötet wurden".
Quelle: Graef, Dietrich: "Hake" Angriffsziel Gießen 1944/45, 3.
Aufl., Gießen 1996, S. 112
Am 23.12.1944 s o l l e n vier von sechs Überlebenden (Charles F.
Celeste; Erick C. Swenson; Pasquale J. Carino: Melvin E. Murphy) zweier nahe bei
Daun in der Eifel abgestürzter US-Bomber ermordet worden sein. Die beiden
Maschinen vom Typ B-26 waren um 10.40 bzw. 12.05 Uhr von deutschen Jägern
abgeschossen worden.
Am späten Nachmittag bzw. frühen Abend des 23. Dezember werden die
Überlebenden, die nunmehrigen Kriegsgefangenen, von ihrer Sammelstelle in
Schalkenmehren im Fußmarsch nach Daun geführt. Was sie dort sollen oder was
sie dort erwartet, ist nicht bekannt. Allenfalls kann man es erahnen - honi soit
qui mal y pense (ein Schuft ist, wer Böses dabei denkt) - denn die kleine Stadt
in der Eifel, die außer einem Eisenbahnviadukt kein nennenswertes Ziel für
Bomber hat, wird just an diesem Tag seit 5.00 Uhr in der Frühe von US-Bombern
angegriffen - zum zweiten Male in diesem Jahr - und von Jabos durch
Bordwaffenbeschuß in Angst und Schrecken versetzt. Es war 15.25 Uhr als die
letzten Bomben dieses Tages fielen. - Die Marschierer von Schalkenmehren
könnten schon unterwegs sein.
Die Staub- und Brandwolken über der Innenstadt hatten sich noch nicht verzogen,
da waren die vier schon tot.
Die Amerikaner, d.h. ein 6-köpfiges Ermittlerteam, hat sich vom 25.3.1945 an
über 2 Jahre vergeblich bemüht, den Fall zu klären, die Täter zu finden und
vor ein Gericht zu bringen. - Am 16.6.1947 haben die Ermittler das Handtuch
geworfen und die Untersuchungen offiziell eingestellt.
Quellen: Stolz, Hermann Josef: Was in den letzten Kriegsmonaten in Daun geschah.
In Frank Güth / Axel Paul (Hrsg.): Arbeitsgemeinschaft Luftkriegsgeschichte
Rhein / Mosel e.V., Aachen 2003, S. 121-124.
Am 22.3.1945 s o l l e n drei kanadische Flieger (F/Lt James F. Hadley,
F/O Daniel Frame und F/Sgt John MacKenzie) in Opladen von Angehörigen des
Volkssturmes ermordet worden sein. Ihre Maschine, eine Lancaster der 428.
Squadron, war in der Nähe von Opladen (heute Stadtteil von Leverkusen)
abgeschossen worden. Der Autor nennt außer den Namen der drei Ermordeten auch
den Namen eines der Täter (Karl Schäfer), der zu einer langen Haftstrafe
verurteilt wurde.
Quelle: Hessel, Peter: The Mystery of Frankenberg´s Canadian Airman, Toronto
2005, S. 231 und 236. Eine auf unsere schriftliche Anfrage hin vom Stadtarchiv
Leverkusen (-Opladen) gestartete Aktion, den Mord an den drei Kanadiern
aufzuklären, hat bisher nichts erbracht.
April 1945 Ermordung eines unbekannten britischen Piloten eines
Jagdflugzeuges auf der Straße zwischen Horst und Elmshorn, nahe einer Mühle.
Ein Augenzeuge, der 1945 zwölf Jahre alt war, vermutet, daß durchziehende
Soldaten die Täter waren. Die Tat geschah in einem kleinen Waldstück. Der Tote
wurde an Ort und Stelle verscharrt. Etwa drei oder vier Wochen später ist er
von einem britischen Spezialkommando exhumiert worden. Danach wurde die in
unmittelbarer Nähe des Tatortes wohnende Familie des Zeugen etliche Male
verhört. Täter sind nie gefunden worden. Der Fall wurde recherchiert von
Michael Tesch, Horst in Holstein.
17.4.1945 Notlandung des amerikanischen LtCol. Elwyn G. Righetti, Pilot
bei der 55th Fighter Group, in der Nähe von Böhla bei Riesa oder in der Nähe
eines Flugfeldes nördlich von Dresden.
Quellen: Marschen, Jörg: Der Schäfer und die Tiefflieger. Artikel in der
Sächsischen Zeitung vom 16.4.2004. (Die Notlandung in Böhla sei verbürgt,
heißt es da. Was aus dem leicht verletzten Piloten wurde, ist nicht bekannt.)
Freeman, Roger A.: The Mighty Eighth. A History of the U.S. 8th Army
Air Force, London 1970, S. 281. (Freeman schreibt, dass Righetti nördlich von
Dresden notgelandet sei und von Zivilisten getötet wurde.) In anderen US-Akten
heißt es einerseits, dass Righetti im Einsatz gefallen sei, andererseits aber
auch, dass er möglicherweise von deutschen Zivilisten ermordet wurde.
Um bei der wachsenden Zahl der erfaßten Mordfälle - es sind inzwischen 179 (im Vorjahr 163) mit insgesamt 371 (im Vorjahr 344) Opfern - das Suchen in der vorangehenden chronologischen Auflistung zu vereinfachen und zu erleichtern, folgt hier eine mehrfach gewünschte alphabetisch geordnete Liste der Tatorte. Dieser Liste fügen wir, soweit bekannt bzw. soweit nicht schon in der chronologischen Auflistung erwähnt, die Namen der Opfer bei und verschlüsselt auch deren Nationalität. Mit *gekennzeichnete Tatorte weisen darauf hin, dass es sich hier um einen der am Ende der chronologischen Liste gesondert erfaßten "eventuellen" Mordfälle handelt, d.h. Fälle, die (noch) nicht ausreichend belegt werden konnten.
| Tatorte | Tatzeit | Namen der Ermordeten und deren Nationalität: Am = Amerikaner, Br = Brite, Ka = Kanadier, Au = Australier |
| Alfhausen | 24.3.1945 | |
| *Almrich bei Naumburg | 29.7.1944 | |
| Alsfeld | 22.2.1945 | |
| Altenau | 16.3.1945 | s. Oberharz; Smith, D. (Ka); Marsh, J. (Ka); Morris, B. (Ka) |
| Altenburg | 28.10.1944 | |
| Altenkirchen | 13.9.1944 | s. Führt |
| Appen | Febr./März 1944 | s. Pinneberg |
| Arolsen | 7.3.1945 | s. Külte |
| Attenkirchen | 13.6.1944 | |
| Bad Bellingen | 7.10.1944 | |
| Bad Harzburg | 7.7.1944 | Santomiery A. (Am); Hambel, L. (Am) |
| Bad König | 21.11.1944 | |
| Bad Kösen | 29.7.1944 | |
| Bad Neustadt | 29.9.1944 | s. Schwickershausen |
| Bad Saulgau | 9.8.1944 | |
| Bad Schwalbach | Herbst 1944 | |
| Beltershain/Hessen | 1.12.1944 | |
| Bensheim | 15.2.1945 | Herrmann, R.R. (Am) |
| Bensheim | 24.3.1945 | Forman,W.H. (Am); McDonald R.T. (Am) |
| Berlin | 24.3.1944 | |
| Bieber | etwa 22.2.1945 | |
| Bingen | 12.9.1944 | Apple (Ka) |
| Bochum-Altenbochum | 24.3.1945 | |
| Bochum-Laer (nachmittags) | 24.3.1945 | |
| Bochum-Laer (abends) | 24.3.1945 | |
| *Böhla | 17.4.1945 | s. Dresden |
| Böken | 1.5.1945 | |
| Boesel | 3.4.1945 | s. Varrelbusch |
| Bohmte | 28.2.1945 | |
| Borkum | 4.8.1944 | Walthall, H.M.; Graham, S.H.; Faber, K.; Dold, W.F.; Myers, W.J.; Danno, J.W.; Lambertus, W.W. (alle Am) |
| Burkhartswalde/Sachsen | 16.4.1945 | |
| Buttstädt | 8.3.1945 | s. Schloßvippach |
| Chemnitz | 5./6.3.1945 | |
| Clausthal-Zellerfeld | 16.3.1945 | s. Altenau |
| Darmstadt | 13.9.1944 | |
| *Daun | 23.12.1944 | |
| Deiningen (Fliegerhorst) | März 1945 | |
| Delkenheim | etwa 30.12.1944 | Garrison, R.W. (Am) |
| Dirmstein | 21.2.1945 | Sibley, C.W. (Br) |
| Dorsten | 25.3.1945 | Paul, R.A.; Jones, J.M.; Brennan, L.W. (alle Ka) |
| Dortmund-Asseln | 19.3.1945 | Stout, G.G. (Am) |
| Dortmund-Asseln | 25.3.1945 | Blackburn, R.M. (Am) |
| Dreierwalde (Fliegerhorst) | 22.-25.3.1945 | s. Hörstel |
| Dresden | 17.4.1945 | s. Böhla |
| Duisburg-Nienhausen | März 1945 | |
|
Dux (Protektorat Böhmen und Mähren) |
April 1945 | |
| Eggerstedt | 18.6.1944 | |
| *Eisenstadt /Österreich | nach dem 12.4.1944 | |
| Emmerich-Elten | 16.9.1944 | |
| Essen | 13.12.1944 | |
| Fauerbach | 28.7.1944 | |
| Fischbach | Herbst 1944 | |
| Frankenberg | 6.3.1945 | |
| Frankfurt-Griesheim | 20.10.1944 | |
| Frankfurt-Ginnheim | 21.11.1944 | |
| Freiburg | Dezember 1944 | |
| Freienseen | 24.12.1944 | |
| Freilassing | 16.04.1945 | |
| Freising | 13.6.1944 | s. Sillertshausen |
| Friedensdorf | 15..10.1944 | Roberts, P.J. (Am) |
| Fürstenberg/Havel | 21.6.1944 | s. Schwerin |
| Fürth | 13.9.1944 | s. Altenkirchen |
| Gadebusch | März 1945 | |
| Gaggenau | 26.7.1944 | Martens, C.W. (Ka) |
| Gaggenau (Erlichwald) | 25.11.1944 | nur bekannt: Pipock, M. (Am) |
| Geinshein | 18.03.1945 | s. Reichelsheim |
| Gersweiler | 26.8.1944 | s. Klarenthal |
| Gießen (Philosophenweg) | etwa 3.10.1944 | |
| Gießen (Neuer Friedhof) | 3.10.1944 | |
| Gießen | Herbst 1944 | |
| Gießen | ohne Datum | |
| *Gießen | 4.12.1944 | |
| Gladenbach | 7.12. bzw. 10.12.1944 | s. Runzhausen u.Weidenhausen |
| Glinde | 31.03.1945 | siehe Oststeinbek |
| Graz (Österreich) | 04.03.1945 | |
| Graz-Straßgang | 04.03.1945 | |
| Groß-Gerau | 26.8.1944 | |
| Grünberg | 1.12.1944 | siehe Beltershain |
| *Guthmannshausen | 29.7.1944 | |
| Hagen | 3.4.1945 | Scott, T.D. (Ka) |
| Halchter | September 1944 | |
| Halsbrücke/Sachsen | 17.4.1945 | |
| Haltern | 28.10.1944 | |
| Hamburg-Billstedt | 31.3.1945 | s. Oststeinbek |
| Hanau | 7.1.1945 | |
| Hattenrod | 27.9.1944 | |
| Heidenrod | Herbst 1944 | s. Kemel |
| Hermsdorf | 24.8.1944 | |
| Hesepe (Fliegerhorst) | 24.3.1945 | s. Alfhausen |
| Hieflau (Österreich) | 23.03.1945 | |
| Hörstel | 22.-25.3.1945 | s. Dreierwalde |
| Hohenhausen | 5.8.1944 | |
| Holzendorf | Juli 1944 | |
| Horst in Holstein | 23.03.1945 | |
| Huchenfeld | 17./18.03.1945 | s. Pforzheim |
| Hülben | 06.09.1943 | |
| Hüllenberg | 21.9.1944 | |
| *Idstein | ohne Datum | |
| Ingolstadt | 10.9.1944 | |
| Kaiserslautern | 5. oder 6.11.1944 | |
| Kalletal | 5.8.1944 | |
| Kemel | Herbst 1944 | s. Heidenrod |
| Kirchberg | Frühjahr 1945 | |
| Klarenthal | 26.8.1944 | s. Gersweiler |
| Klein Flöthe | August 1944 | |
| Köln | 23.12.1944 | Hewitt (Br) |
| Köln | 2.3.1945 | |
| Kranenburg |
17.9.1944 |
|
| Kranenburg | 18.9.1944 | |
| Krefeld | 24.12.1944 | s. Uerdingen |
| Külte | 7.3.1945 | s. Arolsen |
| Landstuhl | 29.3.1945 | s. Saarbrücken |
| Langgöns/Hessen | 2.3.1945 | |
| Langlingen | 29.12.1944 | |
| Laubenheim | 15.10.1944 | |
| Lendsiedel | Frühjahr 1945 | |
| Linz/Österreich | 25.4.1945 | |
| Loccum | 6.1.1945 | |
| Lochtum bei Goslar | 19.5.1944 | |
| Ludenhausen | 11.7.1944 | |
| Lübeck | 25.7.1943 | |
| Merzhausen | 26.9.1944 | |
| Molln, Österreich | 26.07.1944 | |
| Moosinning | 19. oder 20.7.1944 | |
| Münstedt | 24.08.1944 | s. Schmedenstedt |
| Nentershausen | 27.9.1944 | |
| Nettelsee | 25.5.1944 | |
| Neunkirchen/Saarland | Herbst 1944 | |
| Neuss | 24.12.1944 | |
| Neu-Wulmstorf | 20.6.1944 | |
| Niederraden-Straßenhaus | 23.12.1944 | |
| Niederseelbach/Niedernhausen | August 1944 | |
| Oberharz (Samtgemeinde) | 16.3.1945 | siehe Altenau |
| Oberlemp, Kreis Wetzlar | 7.12.1944 | |
| Oberweier | 26.7.1944 | Martens, C.W. (Ka) |
| Offenbach 1 und 2 | etwa 22.2.1945 | |
| Offenbach-Bieber | etwa 22.02.1945 | |
| *Opladen | 22.03.1945 | Stadtteil von Leverkusen |
| Oranienburg (Klinkerwerke) | ohne Datum | |
| *Ostheim (Fliegerhorst?) | ohne Datum | Cruikshank (Br) |
| Oststeinbek | 31.3.1945 | Clark, K.G. (Au) |
| Ottmannshausen | 29.7.1944 | |
| Parchim | 7.4.1945 | |
| Pforzheim-Huchenfeld | 17./18.3.1945 | Hall, G. (Br); Matthews, S. (Br); Percival, E. (Br); Vinall, J. (Br); Frost, H. (Br) |
| Pinneberg | Februar/März 1944 | s. Appen |
| Ponte Tresa/Italien | 21.3.1945 | |
| Preist | 15.8.1944 | |
| Pulheim | 27.10.1944 | s. Stommeln |
| Quirnbach | 20.3.1945 | |
| Radevormwald | 13.6.1944 | Klucha, L. (Pole) |
| Reichelsheim | 18.03.1945 | s. Geinsheim |
| Reinbek | 31.3.1945 | siehe Oststeinbek |
| Reinhardtsgrimma | 17.4.1945 | |
| Rengsdorf | 31.1.1945 | |
| Rengsdorf | Mitte Februar 1945 | |
| Rhede | Februar 1945 | |
| Rheine (Fliegerhorst) | 9/1944 - 1/1945 | |
| Rheinweiler | 7.10.1944 | |
| Roeschen | 8.11.1944 | |
| Rostock | 11.4.1944 | |
| Rotenhahn | 29.3.1945 | siehe Rumohr |
| Rumohr | 29.3.1945 | siehe Rotenhahn |
| Runzhausen | 7.12. bzw. 10.12.1944 | s. Gladenbach |
| Ruppertshütten | 12.9.1944 | |
| Rüsselsheim | 20.7.1944 | |
| Rüsselsheim | 26.8.1944 | |
| Sagan (Stalag Luft III) | 25.3.-13.4.1944 | |
| Saarbrücken | 31.7./1.8.1944 | |
| Saarbrücken | 29.3.1945 | siehe Landstuhl |
| Schleiden | 6.9.1944 | Brown, Q. (Am) |
| Schlüchtern | 28.05.1944 | Kreisstadt von Elm |
| Schollach | 21.7.1944 | |
| Schloßvippach | 8.3.1945 | |
| Schmedenstedt | 24.08.1944 | s. Münstedt |
| Schützen-am-Gebirge | 13.02.1945 | Österreich |
| Schweitenkirchen | 29.3.1945 | |
| Schwerin | 21.6.1944 | s. Fürstenberg und Waren Helton, E.M.; Ludka, R.J.; Nelson, M.F.; Rankin, W.C.; Borchick, F.; Gensert, Th.A.; Brzezowski, St.E.; Knowles, C.L.; Margiasso, C. (alle Am) |
| Schwickershausen | 28.09.1944 | s. Bad Neustadt |
| Siebenbrunn | März 1945 | Österreich |
| Sillertshausen | 13.6.1944 | s: Freising |
| Solingen | 5.11.1944 | |
| Solingen | 31.12.1944 | |
| Sommerhausen | 18.3.1945 | |
| Springe am Deister | 26.11.1944 | |
| St. Andreasberg | Anfang März 1945 | |
| St. Georgen | 25.04.1945 | |
| St. Ruprecht/Österreich | ohne Datum | |
| Steinbach | Herbst 1944 | |
| Stommeln | 27.10.1944 | s. Pulheim |
| Stratum | 24.12.1944 | |
| Sutthausen | 2.11.1944 | Weissmann (Am) |
| Tautenhain | 24.08.1944 | s. Hermsdorf |
| Tiddische b. Oldenburg | 30.5.1944 | |
| Trippstadt | 5. oder 6.11.1944 | |
| Uerdingen | 24.12.1944 | s. Krefeld |
| *Unbekannter Ort | Dezember 1944 | |
| Varrelbusch (Fliegerhorst) | 3.4.1945 | s. Boesel |
| Velen | 25.3.1945 | |
| Vippachedelhausen | 8.3.1945 | |
| Völkenrode (Fliegerhorst) | 18.10.1944 | |
| Vogelsberg | 8.3.1945 | Fry, A.G. (Br) ? |
| Wallau | 19.10.1944 | Perry, W. (Am) |
| Wallau | 30.12.1944 | |
| Wallrabenstein | etwa 18.3.1945 | Heathman, J.R. (Am) |
| Wangerooge | 25.4.45 | |
| Waren/Müritz | 21.6.1944 | s. Schwerin |
| Weidenhausen | 7.12. bzw. 10.12.1944 | s. Gladenbach |
| Weinböhla/Sachsen | ohne Datum | |
| Weisenbach | 9.8.1944 | Palmer, K.L. (Am); Harmon, R.L. (Am), McDonough (Am) |
| Weißenborn | 24.08.1944 | s. Tautenhain |
| Wiesbaden | etwa 19.10.1944 | Perry, W.F. (Am) |
| Witten-Vormholz | 25.3.1945 (?) | |
| Wohlsborn | 20.7.1944 | Jorgensen, O.H. (Am); Spirodex, J.S. (Am); Schmidley, D.H. (Am). Zwei dieser drei genannten Flieger wurden ermordet. |
| Wolbeck | Oktober 1944 | |
| Wolfenbüttel | September 1944 | |
| Wolfenbüttel-Halchter | September 1944 | |
| Wolfsburg | ohne Datum | |
| Wollendorf | 21.9.1944 | |
| Wollmatingen/Konstanz | 20.7.1944 | |
| Wulfen | 25.3.1945 | siehe Dorsten |
| Zwickau | 15.2.1945 |
Von einer ebenfalls gewünschten
Veröffentlichung von Täternamen
möchten wir dagegen Abstand
nehmen. Hier würden zu viele
Fragen, z.B. nach dem Maß der
Schuld, nach Mitschuldigen und Mittätern,
nach verantwortlichen und/oder Befehle erteilenden Vorgesetzen offen bleiben.
Auch die auffällige Diskrepanz bei
der Strafzumessung für mutmaßliche
bzw. überführte
Fliegermörder zwischen alliierten
Militärgerichten (häufig
Todesstrafe oder sehr lange Haftstrafen) und deutschen Gerichten ab Oktober 1954
(in der Regel nur geringe Haftstrafen) würde
ebenfalls Fragen aufwerfen.
Diese Diskrepanz - sie trifft nur auf die Bundesrepublik zu,
nicht auf die ehemalige Deutsche Demokratische Republik - ist u.a. dadurch zu
begründen, dass der beginnende
Kalte Krieg in Europa und der "heiße"
Krieg in Korea (1950) die Westalliierten schon bald zu einem Sinneswandel
veranlassten. Man brauchte und
wollte die Westdeutschen, die späteren Bundesrepublikaner, als Partner, auch als militärische
Partner in der NATO. Um das der deutschen Bevölkerung
schmackhaft zu machen - die meisten Deutschen hatten, wenn sie nicht strikt
dagegen waren, zumindest große
Bedenken gegen die Wiederbewaffnung -, konnte die damalige Bundesregierung den
Westalliierten nach und nach einige Zugeständnisse
abtrotzen, u.a.:
die Beendigung der Diffamierung der deutschen Soldaten
(1951?),
die Begnadigung von Kriegsverbrechern bzw. ein
Mitspracherecht im alliierten Gnadenausschuß
(1951?),
das Straffreiheitsgesetz vom 17.7.1954, (nach diesem Gesetz
galt die Amnestie auch für
bestimmte, noch nicht abgeurteilte Vergehen),
die Aufhebung der lt. Besatzungsstatut von 1949 noch
geltenden Einspruchsrechte in der Rechtssprechung sowie die Aufhebung aller formellen
Bindungen an alliiertes Recht (Oktober 1954).

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