... chronologische Auflistung der Fälle  sowie alphabetische Auflistung der Tatorte ...


Merke: In den ersten Jahren nach dem Kriege (von 1945 bis etwa 1949) mussten sich alle Personen, die in irgendeiner Weise mit einem der sog. Fliegermorde in Verbindung gebracht wurden, vor einem amerikanischen bzw. britischen Militärgericht erklären oder verantworten. Von den uns z. Zt. bekannten ca. 80 Prozessen, die vor einem amerikanischen Gericht stattgefunden haben, wurden der besseren Übersicht halber jeweils 13 wichtige, prozessrelevante Angaben in gleichbleibender Folge ins Internet gestellt. Siehe nachfolgendes Beispiel:




13: Gegenstand der Verhandlung: Nach dem Fallschirmabsprung aus einem kampfunfähigen Flugzeug wurde ein US-Flieger 
mit einer Schußwunde im Rücken von dem Angeklagten aufgefunden. Der Angeklagte tötete dann den Flieger durch einen Genickschuß.

Dieses vorausschickend, kann der geneigte Leser sofort erkennen, dass ein Fall, dessen Quellenaufstellung mit der Nummer eines Ordners für archivierte Prozeßakten beginnt, gerichtlich untersucht worden ist (Wir übernehmen von den 13 Angaben in unsere Auflistung jeweils nur 6!).

Merke: Die nachfolgenden Mordfälle ereigneten sich alle auf dem Gebiet des damaligen Deutschen Reiches mit einer Ausnahme. Die Ermordung des US-Piloten Herman E. Everhart am 21.3.1945 fand auf italienischem Staatsgebiet statt. Weitere Angaben über Mordfälle an alliierten Fliegern in den seinerzeit eroberten Gebieten finden sich am Anfang des 3. Teiles !

 

ohne Datum Ermordungvon zwei kriegsgefangenen britischen Fliegern durch einen NS-Funktionär an einem nicht bekannten Ort.

Quellen: Leide, Henry: NS-Verbrecher und Staatssicherheitsdienst. Die geheime Vergangenheitspolitik der DDR. Das Buch erschien 2005 als 28. Band in der Wissenschaftlichen Reihe der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU). Durch dieses Buch (Seiten 373 - 391, besonders die Seiten 376, 381, 382) wurde der mutmaßliche Mörder, Dr. Harald Heyns, erst einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Heyns musste sich im Herbst 1948 in Hamburg wegen der Tötung von zwei kriegsgefangenen britischen Fliegern (und wegen weiterer Kriegsverbrechen) vor einem Kriegsgericht verantworten. Wegen der Ermordung der beiden Flieger wurde er am 18. September zum Tode verurteilt - in Abwesenheit. Denn er hatte in einer Verhandlungspause fliehen und sich in die DDR absetzen können. Er lebte von 1948 bis März 1966 unter falschem Namen und danach bis zu seinem Tode (im Sommer 2004 in Berlin-Lichtenberg) unter seinem richtigen Namen in der DDR bzw. dem wiedervereinigten Deutschland.

Zweite Quelle: Ein sich auf das vorgenannte Buch von H. Leide beziehender Beitrag " Schutz von der Stasi" im Spiegel, Nr. 42/2005, S. 20



ohne Datum
Ermordung eines unbekannten amerikanischen Fliegers durch den Leiter des Außenlagers "Klinkerwerke" des Konzentrationslagers Sachsenhausen. (Der Amerikaner war kein Häftling des Außenlagers, sondern nach dem Abschuss seiner Maschine "bei den Klinkerwerken" notgelandet.)

Quelle: Stadtarchiv Oranienburg: Rep. 15, Nr. 007 (Auszug aus dem Urteil eines russischen Militärtribunals vom 1.11.1947)


ohne Datum
(Ungesühnte) Ermordung von 3 - 7 unbekannten englischen Fliegern (eine ganze Bomberbesatzung) in St. Ruprecht an der Raab/Österreich durch Ortsbewohner.

Quelle: Aufzeichnungen eines Gewährsmannes über ein längeres Gespräch mit einem Augenzeugen.



ohne Datum Ermordung eines unbekannten US-Fliegers in Weinböhla, Kreis Meißen/Sachsen durch einen Polizeimeister (recherchiert durch Frank Millert, Weißwasser).

Quellen: Vier Schreiben des Kreispolizeiamtes Meißen vom 13.6.1947 (im Sächsischen Staatsarchiv Dresden: Mikrofilm Nr. 366 im Bestand der Landesbehörde
der Volkspolizei Sachsen).



25.7.1943
Ermordung von zwei amerikanischen Fliegern (Co-pilot Dale Wendte und Waistgunner G. Kralick nahe Lübeck (nach einem Angriff auf Hamburg) durch Zivilisten. Recherchiert von Thomas Hampel, Nützen.

Quelle: Internet: www.luftfahrtspuren.de (25.11.2002)


6.9.1943 Ermordung eines amerikanischen Fliegers durch einen Metzger aus Hülben nahe Dettingen. Die Maschine des US-Leutnants war nach Flaktreffern in der Gegend von Dettingen abgestürzt.

Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 192; Beginn der Verhandlungen: 2.7.1947; Prozeß-Nr. 12-2157; der/die Angeklagten: Fritz Schmauder; Tatort: Hülben (Bezirk Dettingen); Datum der Tat: 6.9.1943.
Bardua, Heinz: Stuttgart im Luftkrieg 1939-1945, 2. verbess. Auflage, Stuttgart 1985, S. 69.



Februar/ März 1944 Ermordung eines britischen Fliegers durch einen SA-Obersturmführer bei Appen (Kreis Pinneberg).

Quelle: Seifert, Johannes: Pinneberg zur Zeit des Nationalsozialismus (Hrsg: Geschichtswerkstatt der VHS der Stadt Pinneberg), Norderstedt 2000, S. 328

 

24.3.1944 Ermordung zweier unbekannter britischer Flieger in Berlin.

Quellen: Groehler, Olaf: Bombenkrieg gegen Deutschland, Berlin 1990, S. 366
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 204 u. JAG 282  

25.3. -13.4.1944 Ermordung von 50 kriegsgefangenen Flieger-Offizieren der Royal Air Force (Engländer, Kanadier, Australier, Neuseeländer, Südafrikaner), die nach einem gemeinsamen Ausbruch aus einem Lager (Stalag Luft III) bei Sagan (Kreisstadt in Niederschlesien) wieder gefangengenommen worden waren. Nach dem spektakulären Massenausbruch durch einen unterirdischen Stollen, an dem sich 80 Gefangene beteiligten (drei von ihnen erreichten ihre Heimat), war von Hitler via Fernschreiben über das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) angeordnet worden, als Abschreckungsmaßnahme "mehr als die Hälfte der entkommenen Offiziere" nach ihrer Wiederergreifung [durch die Gestapo] zu erschießen.

(Das Fernschreiben des RSHA hat dem Gericht nicht vorgelegen. Der nachstehende Text wurde nach Zeugenaussagen zusammengestellt.)

"The frequent mass escapes of officer prisoners constitute a real danger to the security of the State. I am disappointed by the inefficient security measures in various prisoner of war camps. The Führer has ordered that as a deterrent, more than half of the escaped officers will be shot. The recaptured officers will be handed over to Amt 4 for interrogation. After interrogation the officers will be transferred to their original camps und will be shot on the way. The reason for the shooting will be given as 'shot whilst trying to escape' or 'shot whilst resisting' so that nothing can be proved at a future date. Prominent persons will be exempted. Their names will be reported to me and my decision will be awaited whether the same course of action will be taken."    

"Die häufigen Massenausbrüche von gefangenen Offizieren stellen eine reale Gefahr für die Sicherheit des Staates dar. Ich bin von den ineffizienten Sicherheitsmaßnahmen in den verschiedenen Kriegsgefangenenlagern enttäuscht. Der Führer hat angeordnet, daß als Abschreckungsmaßnahme mehr als die Hälfte der entkommenen Offiziere erschossen wird. Die wiederaufgegriffenen Offiziere werden dem Amt 4 zum Verhör übergeben. Nach dem Verhör werden die Offiziere auf dem Weg in ihre Ausgangslager erschossen. Als Begründung für die Erschießung ist anzugeben: Erschossen wegen Fluchtversuchs oder wegen Widerstands. So kann in Zukunft nichts bewiesen werden. Prominente Personen werden geschont. Ihre Namen werden mir mitgeteilt, und meine Entscheidung muß abgewartet werden, ob dieselbe Vorgehensweise erfolgen soll oder nicht."

Quellen: Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: The United Nations War Crimes Commission), Bd. XI, London 1949, S. 31-52 (Nr. 62: The Stalag Luft III Case).
Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 54-58.
Groehler, Olaf: Luftkrieg gegen Deutschland, Berlin 1990, S. 368.  
Kleist, Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der Fliegerkräfte der Antihitlerkoaltion und ihre Ahndung durch deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 17f.


Kürzlich sind wir bei unseren Recherchen auf den ersten Mordfall gestoßen, bei dem die Opfer zu den 50 kriegsgefangenen Fliegern gehörten, die nach ihrem gemeinsamen Ausbruch aus dem Lager Stalag Luft III in Sagan nach ihrer Wiederergreifung von der Gestapo "auf der Flucht" erschossen wurden. Wir möchten diesen ersten Fall - inzwischen sind es schon drei geworden - auch in unsere Liste aufnehmen, und zwar als


Untergliederung zum Hauptfall "Sagan"




29.3.1944 Ermordung von vier Fliegeroffizieren (1 Australier: James Catanach, 1 Neuseeländer: Arnold Christensen, 2 Norweger: Nils Fuglesang, Haidor Espelid) bei Rotenhahn (Ortsteil der Gemeine Rumohr, Schleswig-Holstein) durch Angehörige der Gestapo.

Quellen: Paul, Gerhard: Landunter, Schleswig-Holstein und das Hakenkreuz, Münster 2001, S. 295 ff.
Paul, Gerhard: Staatlicher Terror und gesellschaftliche Verrohung, die Gestapo in Schleswig-Holstein, Hamburg 1996, S. 220f.
Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: United Nations War Crimes Commission), Bd. XI, London 1949, (Nr. 62: The Stalag Luft III Case), S. 31-52, besonders aber S. 31f und 42f.
Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl, Hameln, Hameln 1987, S. 54-58.
Hempel, Nils: Mord in Rotenhahn, in: Luftfahrt-Archäologie in Schleswig-Holstein, (in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Landesamt) siehe http://www.spurensuchesh.de/ (11.11.2008).


29.3.1944 Ermordung von zwei Offizieren der RAF, Roger Bushell und Bernard Scheidhauer, bei Saarbrücken (Landstuhl) durch drei Angehörige der Saarbrücker Gestapo.

Quellen: Der SPIEGEL vom 16.3.1950, Autor unbekannt: "Das Spiel ist aus - Artur Nebe", S. 25-31, besonders aber S. 29f.
Franz, Gerhard: Hitler selbst gab den Schießbefehl, in: Saarbrücker Zeitung vom 5.1.2004.
Franz, Gerhard: Exekution in der Pfalz, in Saarbrücker Zeitung vom 6.1.2004.
Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: United Nations War Crimes Commission), Bd. XI, London 1949, (Nr. 62: The Stalag Luft III Case), S. 31-52, besonders aber S. 31 und 40.
Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl, Hameln, Hameln 1987, S. 54-58.
Kirsch, Hans: "Die Behandlung gefangener Feindflieger" und " Die Erschießung der britischen Flieger Roger Bushell und Bernard Scheidhauer bei Landstuhl" in: "Sicherheit und Ordnung betreffend" - Geschichte der Polizei in Kaiserslautern und der Westpfalz 1275 - 2006, Kaiserslautern 2007, S. 556-557 sowie S. 559-561.


Um den 29.3.1944 Ermordung von zwei südafrikanischen Offizieren der RAF, Lieutenant H.J. Stevens und Lieutenant J.S. Gouws, in der Umgebung von Schweitenkirchen (bei Pfaffenhofen) durch drei Angehörige der Münchener Gestapo.

Quellen: Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: United Nations War Crimes Commission), Bd. XI, London 1949, (Nr. 62: The Stalag Luft III Case), S. 31-52, besonders aber S. 32 und 42.
Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl, Hameln, Hameln 1987, S. 54-58.


                                                                                                  

 

11.4.1944 Ermordung eines unbekannten amerikanischen Fliegers durch den NS-Kreisleiter (Rostock-Stadt) Dettmann und einen weiteren Parteigenossen in Rostock.

Quelle: Bohl, Hans-Werner / Keipke, Bodo / Schröder, Karsten (Hrsg.): Bomben auf Rostock. Krieg und Kriegsende in Berichten, Dokumenten, Erinnerungen und Fotos 1940 - 1945, Rostock 1995, S. 168 f. , S. 172 und 174 f. - (Das auf den vorgenannten Seiten veröffentlichte Dokument - eine undatierte "Stellungnahme" des Kreisleiters Dettmann - ist im Bundesarchiv Koblenz archiviert unter NS 6/407). Nach einem Hinweis auf Seite 209 des vorgenannten Buches soll der Kreisleiter mehrere Flieger, die sich nach dem Absturz ihrer Maschine mit dem Fallschirm hatten retten können, mit eigener Hand erschossen haben.


19.5.1944 Ermordung von zwei US-Fliegern bei Lochtum (auf der Straße nach Vienenburg). Lochtum ist heute ein Ortsteil von Vienenburg.

Quellen: Lange, Horst-Günther: 1066 - 1991 Lochtum, Chronik zur 925-Jahrfeier, 1991, S. 76.
Lange, Horst-Günther: Angeschossener Bomber wenige Meter über dem Ort. In: Goslarsche Zeitung vom 9.5.2005.


22.5.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers (Heckschütze Hildebrandt) bei Nettelsee (Schleswig-Holstein) durch einen deutschen Hilfspolizisten. - Recherchiert von Thomas Hampel, Nützen.

Quelle: Internet: www.luftfahrtspuren.de (25.11.2002)


28.05.1944 Ermordung des US-Flieger-Leutnants Roy D. Cruse in Elm, einem Stadtteil von Schlüchtern in Hessen, durch einen Zivilisten. Recherchiert von Bernd Ullrich, Stadtarchivar von Schlüchtern.

Quelle: US-Militärgericht Dachau: Ordner-Nr. US168; Prozeßbeginn: 23.12.1946; Prozeß-Nr. 12-1967; der/die Angeklagten: Wegmann, Richard; Tatort: Elm; Datum der Tat: 28.5.1944


30.5.1944 Ermordung des US-Piloten Fletcher E. Adams in Tiddische/Landkreis Oldenburg durch Angehörige der "Tiddische Home Guard" (Luftschutz, Hilfspolizei oder örtliche Landwacht ?)

Quellen: Rudert, Christina: Mord an Fletcher E. Adams. Ein Zeitzeuge erinnert sich. In: Zeitung Boldecker Land vom 3.1.2008.
NN: Buch über das Flieger-Ass geplant. In: Aller-Zeitung vom 3.1.2008.
Umfangreicher Schriftwechsel zwischen Joey Maddox, DesAllemands, LA/USA und Herbert Weber auf der Basis der Aufzeichnungen, Berichte und Bücher des Chronisten der 357th Fighter Group Merle Olmsted (verstorben am 9. Januar 2008) und der Homepage www.cebudanderson.com des Jim Anderson.

Zwei Staffelkameraden des Fletcher E. Adams gaben am 29.5.1944 vor, der deutsche Propaganda-Radio-Sender "Germany Calling", in englischen und amerikanischen Militärkreisen mit dem Spitznamen "Lord Haw-Haw" belegt, habe einen Himmler-Befehl weitergeleitet. Danach sollten alle abgeschossenen Piloten der 357th Fighter Group, wenn sie denn lebend in deutsche Hände gefallen waren, der Zivilbevölkerung ausgehändigt werden, die "mit ihnen schon fertig werden würde", was nichts anderes als ein Lynchaufruf gewesen wäre.
Wenn denn dieser Himmler-Aufruf ergangen sein sollte, ist zweifelhaft, dass er sich "nur" an die Flieger der 357th Fighter Group gerichtet hat. Wie sollten deutsche Zivilisten erkennen, wen sie als Notabspringer vor sich hatten. Der amerikanische Pilot trug schließlich seine Einheits-Nummer weder auf der Stirn noch als Abzeichen an seiner Uniform.
Die Aussage der beiden Radio-Hörer kann als suspekt bezeichnet werden, bekam allerdings einen makabren Sinn, als am anderen Tage (30.5.1944) ausgerechnet ein Mitglied der 357th FG, nämlich Capt. Fletcher E. Adams ein Opfer der Lynch-"Justiz" geworden war.


6.6.1944
Ermordung eines amerikanischen Fliegerleutnants durch einen SS-Brigadeführer in ?

Quellen: Reuth, Ralf Georg: Goebbels, München 1990, S. 540 f. und 718.
Neliba, Günter: Lynchjustiz an amerikanischen Kriegsgefangenen in der Opelstadt Rüsselsheim (1944). Rekonstruktion eines der  ersten Kriegsverbrecher-Prozesse in Deutschland nach Prozessakten (1945-1947), Frankfurt a/Main 2000, S. 28 f.

Lüttgens, Karl J.: Kriegsjahre, Kriegsende und erste Neuanfänge im Kreis Schleiden 1939-1946, 1. Halbbband, Gemünd 1997, S. 166

 

13.6.1944 Ermordung eines polnischen Angehörigen der Royal Air Force in Radevormwald.

Quellen: Brack, Friedhelm: "Als Feuer vom Himmel fiel" - Auf den Spuren des Luftkrieges 1939-1945 im Bergischen Land und Rheinland, Radevormwald 2000, S. 154-158.  
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 320

 

13.6.1944 Ermordung zweier amerikanischer Flieger in Altenkirchen bzw. bei Sillertshausen (beide Orte im Kreis Freising)

Quellen: Kleist, Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch  deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 14 f.
Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet im "Seminarium voor Strafrecht en Strafrechtspleging Van Hamel" der Universität von Amsterdam, Bd. X, Amsterdam 1973, S. 172-185.
Permooser, Irmtraud: Der Luftkrieg im Raum München 1942-1945, München 1993, S. 301-305
Henke, Klaus-Dietmar: Die amerikanische Besetzung Deutschlands, 2. Aufl., München 1996, S. 85. - Die Angabe von Henke, dass drei US-Flieger am 13.6.44 ermordet wurden, ist nicht korrekt. Der dritte Ermordete war ein litauischer Fremdarbeiter.
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, Dokumentation, St. Ottilien 2004, S. 175f.


18.6.1944 Ermordung eines US-Fliegers (Waistgunner Sgt. Czarnecki) in Eggerstedt bei Pinneberg durch einen Angehörigen der SA. - Recherchiert von Thomas Hampel, Nützen.

Quelle: Internet: www.luftfahrtspuren.de (25.11.2002)



20.6.1944 Ermordung des US-Fliegers William H. Kane in Neu-Wulmstorf durch Soldaten und Zivilisten.

Quellen: Müller-Staats, Dagmar: Von Voßhusen nach Neu-Wulmstorf. Die Geschichte einer Gemeinde und ihrer Ortsteile, Hamburg 2000, S. 15 und 98.
Dieter Pintatis, Neu-Wulmstorf, hat uns aus seiner umfangreichen und ausführlichen Dokumentation des obigen Mordfalles per E-Mail und durch Brief vom 12.12.2006 bzw. vom 29.3.2007 sein reiches Wissen um diesen Fall mitgeteilt.

 

21.6.1944 Ermordung von 15 gefangenen amerikanischen Fliegern bei Schwerin/Mecklenburg (Waren/Müritz, Fürstenberg/Havel und ?). Neun der Ermordeten sind namentlich bekannt (siehe nachfolgende Auflistung).

Quellen: Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem internationalen Militärgerichtshof (Amtlicher Text in deutscher Sprache), Bd. VI, Nürnberg 1947, S. 407 f.   
Kleist, Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 5 f.                                 
Groehler, Olaf: Bombenkrieg gegen Deutschland, Berlin 1990, S. 369 
Schriftwechsel Herbert Weber mit Andy Wilkinson und Thomas Moore, USA, im März 2007
                                                                                      
  



Von Thomas Moore, einem Verwandten
des am 21.6.1944 auf so tragische Weise
ums Leben gekommenen Thomas A. Gensert
bekamen wir dieses Foto, mit der Bitte um
Aufnahme in unsere Website.
Gensert fand seine letzte Ruhestätte auf dem
amerikanischen Soldatenfriedhof in St. Avold,
Lothringen/Frankreich.


 

29.6.1944 Ermordung eines unbekannten amerikanischen Fliegers in Wolfsburg durch einen Luftschutzwart.

Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 146; Beginn der Verhandlungen: 4.2.1948 Prozeß-Nr. 12-1866; der/die Angeklagten: Lippmann, Helmut u.a.; Tatort: Wolfsburg; Datum der Tat: 29.6.1944.
Stadt Wolfsburg, Stadtarchiv: Schreiben vom 8.2.2001



Juli 1944
Ermordung eines amerikanischen Fliegers in Holzendorf bei Stettin.

Quelle: Kleist, Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 11.

 

7. 7.1944 Ermordung zweier Amerikaner durch Gestapo-Angehörige in Bad Harzburg.

Quelle: Goslarsche Zeitung vom 11.1., 20.3. und 8.7.2000  



11.7.1944 Ermordung des kanadischen Piloten James Dale bei Ludenhausen (heute Ortsteil der Gemeinde Reichling im Landkreis Landsberg am Lech) durch den dortigen Förster.

Quellen: Hessel, Peter: The  Mystery of Frankenberg´s Canadian Airman, Toronto 2005, S. 231
Schreiben der Gemeinde Reichling vom 11.5.2006 mit Kopien aus den Chroniken der Ortsteile Ludenhausen und Thaining von Burkhard Stämmele bzw. Wolfgang Bauer. Internet: http://www.Ludenhausen1200.de/gemeinde.htm: Chronik von Burkhard Stämmele der Jahre 1942 - 1993 von Ludenhausen und Gimmenhausen (12.5.2006).
Hessel, Peter: Das Rätsel um den kanadischen Flieger, Beucha 2007, S. 213. (Quelle: www.ludenhausen.de/chronik_stl.htm)

19. oder 20.7.1944 Ermordung des amerikanischen Fliegers Arthur W. Manosh in Moosinning (Kreis Erding) durch einen NS-Funktionär. Recherchiert von Thorsten Blaschke, Forstern (Bayern)

Quellen: National Archivs und Records Administration, Washington: Headquarter 7708 War Crimes Group, European Command APO 407, Case No. 12-1149.
Niedermayer, Hans: Mord aus Profilierungssucht. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 212, vom 14.9.1994, S. 7.
Niedermayer, Hans: Die Mitschuld der Anstifter blieb ungeklärt. In: Süddeutsche Zeitung (Erdinger Neueste Nachrichten) vom 24./25.9.1994.
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 57f. (Das Datum dieser Quelle - 29.06.1944 - dürfte falsch sein !)
Weitere Akten befinden sich im Bayerischen Staatsarchiv in München sowie im Archiv der Gemeinde Moosinning.

 
20.7.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in Rüsselsheim durch Zivilisten. (Nicht zu verwechseln mit den Mordfällen in Rüsselsheim am 26.8.1944!)

Quelle: Busch, Dieter: Der Luftkrieg im Raum Mainz während des Zweiten Weltkrieges 1939-1945, Mainz 1988, S. 104.



20.7.1944
Ermordung von zwei amerikanischen Fliegern in Wohlsborn (Kreis Weimar-Land)

Quelle: Bild-Zeitung (Ausgabe Weimar) vom 29.8.2001. (Anläßlich der Enthüllung einer Gedenktafel nach 57 Jahren hatte die 500-Seelen-Gemeinde den US-Luftwaffengeneral Gregory S. Martin sowie die thüringische Landtagspräsidentin Christiane Lieberknecht eingeladen.)


20.7.1944 Ermordung von fünf US-Fliegern in und bei Wollmatingen (Vorort von Konstanz/Bodensee)) durch Angehörige der deutschen Wehrmacht. Zwei weitere Flieger ertranken möglicherweise unter Umständen, die eine absichtlich unterlassene Hilfestellung vermuten lassen. (der Fall wurde recherchiert von Mathias Weichelt, Bibliothekar an der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern.) Namen der Opfer: H.J. Hamlin, R.V.S. Newhouse, G.T. Hunter, A.C. Slaughter, R.C. Ertel, J.A. Boardsen, R.C. Charrington.

Quellen: Voggenberger, Peter: "Der Wollmatinger Fliegermord", zwei Seiten eines vor 1948 geschriebenen, unvollständigen und unveröffentlichten Typoskripts vom Adjutanten des Majors Albert Heim, Kommandeur des Grenadier-Ersatz-Bataillons 195, archiviert im Stadtarchiv Konstanz.
Weichelt, Mathias: Tragödie am Untersee - Abschuß von "Hell´s Bells", halbseitiger Artikel in den Schaffhauser Nachrichten vom 20.7.2004.
Wilhelm, Theo: "1939-1945 fremde Flugzeuge in der Schweiz: Berichte zu den Flugzeugen, die während des Zweiten Weltkrieges in der Schweiz notgelandet oder abgestürzt sind", Regensdorf 2000, nur als CD-ROM veröffentlicht: 1 elektronische Optical-Disc (CD-ROM); 12 cm.
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, eine Dokumentation, St. Ottilien 2004, S. 311f.

Die Angaben der vorstehenden Quellen sind nicht deckungsgleich. Während z.B. nach der 2. und 3. Quelle alle 9 Besatzungsmitglieder rechtzeitig mit dem Fallschirm abspringen konnten, berichtet die 1. Quelle nur von 7 Notabspringern. Die Zahl der Überlebenden wird von allen drei Quellen mit zwei angegeben. Diese Zahl entspricht auch den US-Angaben.


 
21.7.1944 Ermordung von fünf amerikanischen Fliegern nahe der Gemeinde Schollach im Hochschwarzwald durch NS-Funktionäre. Die Namen der Opfer: Charles E. Woolf; Frank L. Misiak; Meredith M. Mills; Leonard A.Kornblau; Bernhard Radomski.

Quellen: Krupp, Burkhard; Kleiser, Matthä; Kleiser, Stefan u.a.: Schollach - Heimatgeschichte einer Talgemeinde, 2. Aufl., Titisee-Neustadt 1987, S. 52-56.
Internet: www.schollach.de/flieger.htm: Schollach, nichts als Gegend - aber was für eine ! (17.8.2007)
NN (WG): Absprung ins Ungewisse. In: JÄGERBLATT, offizielles Organ der Gemeinschaft der Jagdflieger ..., Jg. 54, Nr. 4/2005, S. 84.
Ebnet, Rolf: Absprung ins Ungewisse. Zeitzeugen berichten, 2005. S. 105 ff.

Anmerkung zur letzten Quelle: Ebnet, Rolf: Absprung ins Ungewisse.
Der Textteil des zweiten Buchabschnittes, der sich mit dem vorstehenden fünffachen Mordfall nahe der Gemeinde Schollach im Schwarzwald befaßt, beginnt auf Seite 106. Der Text des 2. und 3. Abschnittes dieser Seite, insgesamt 15 Zeilen, stammt nicht von Rolf Ebnet. Hier hat sich der Autor mit fremden Federn geschmückt. Plagiat nennt man so etwas oder Diebstahl geistigen Eigentums.




26. 7.1944
Ermordung eines kanadischen Fliegers in der seinerzeit selbständigen Gemeinde Oberweier (heute Ortsteil der Stadt Gaggenau).

Quelle: Badische Neueste Nachrichten vom 30.5., 31.5. und 1.6.1991


26.7.1944 Der Arzt Dr. Alois G. verweigerte einem in Molln (Österreich) gelandeten Notabspringer, dem US-Flieger Frank Rogan, seine Hilfe. "Der Hund soll aufgehängt werden und verrecken". Rogan starb.

Quelle: Rosenkranz, Martin: "Pilot Hunt" in: Jahrbuch der Werbung (JDW), Österreichs virtuelles Militärluftfahrt-Journal (www.airpower.at), 20.7.2008, S. 3.



28.7.1944 Ermordung des US-Fliegers Peter Mandros nahe Fauerbach in der Wetterau (Hessen) durch einen SA-Standartenführer.

Quelle: Winter, Gerhard: Der Flugplatz Nidda-Harb und der Luftkrieg über der Wetterau. In: Niddaer Geschichtsblätter, Heft 7, 2003, S. 63.  


29.7.1944
Ermordung von fünf amerikanischen Fliegern in Ottmannshausen durch den damaligen Landrat des Landkreises Weimar "und seine Getreuen" (siehe auch nachfolgenden Fall in Schloßvippach bzw. in Vippachedelhausen vom 8.3.1945).

Quelle: Thüringisches Hauptstaatsarchiv in Weimar: Akte Kreisrat Weimar, Nr. 1079, darin Schreiben des Bürgermeisters von Ottmannshausen vom 18.3.1946.



29.7.1944 Ermordung eines unbekannten US-Fliegers in Bad Kösen durch einen Uniformierten (SA, SS oder Wehrmacht).

Quelle: Giesecke, Karl-Heinz: Am Himmel Dröhnen von 200 Motoren. In: Naumburger Tageblatt vom 26. Juni 2004 (unter der Rubrik "Burgenlandjournal").



31.7./1.8.1944 Ermordung von drei US-Fliegern (John B. Good, Emil Berry jr., Lewis E. Pulsipher) im Großraum Saarbrücken durch Angehörige der SS. Die drei Amerikaner gehörten zur Besatzung einer B-24 (Liberator), die am 1. Juli bei einem Angriff auf Ludwigshafen von der deutschen Flak abgeschossen wurde.

Quellen: Zimmer, Klaus: "Du bist als nächster an der Reihe!" In: Wilhelm, Horst: Die Region Neunkirchen im Luftkrieg 1939-1945, Bd. II: Crash ‘44: Nach den Bomben die Bomber, S. 125-133
Zimmer, Klaus: "Du bist als nächster an der Reihe!" In: Wilhelm, Horst: Luftkrieg über der Saar 1939-1945. Eine Dokumentation, 3. erweiterte Auflage, 2004, S. 234, 240-243.
Kirsch, Hans: "Die Behandlung gefangener Feindflieger" in: Sicherheit und Ordnung betreffend. Die Geschichte der Polizei in Kaiserslautern und in der Pfalz 1276 - 2006, Kaiserslautern 2007, S. 556-557.
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, Dokumentation, St. Ottilien 2004, S. 208.

August 1944 (?) Ermordung eines unbekannten kanadischen Fliegers in Klein Flöthe (im Altenröder Holz) durch Angehörige des "Heimatschutzes". Klein Flöthe (Gemeinde Flöthe) gehört heute zur Samtgemeinde Oderwald im Landkreis Wolfenbüttel.

Quelle: Försterling, Reinhard u.a.: 1200 Jahre Groß Flöthe. Eine Chronik, 1988, S. 90


August 1944 Ermordung eines unbekannten US-Fliegers in Langensebold, Kreis Hanau, durch zwei Polizisten.

Quellen: Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, Dokumentation, St. Ottilien 2004, S. 46f.
Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: The United Nations War Crimes Commission), Bd. III, S. 62f
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 75



4.8.1944 Ermordung von sieben amerikanischen Fliegern auf Borkum.

Quellen: Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 7/165-171 (Lagerungssignatur der Mikrofilme: FC 6259 P - FC 6265 P)  
Hammerstein, K.W.: Landsberg, Henker des Rechts?, Wuppertal 1952.
Petschull, Jürgen: Der Fliegermord von Borkum. In: STERN-Biografie Nr. 3/2004
Klinger, Heinz: Wege und Nebenwege. Erinnerungen eines Hamburger Arztes. Hamburg 1976, S. 112 ff. und S. 128-132.
Scheder, Helmut: Absturz einer amerikanischen B-17 bei Quelkhorn am 4. August 1944, 5seitiges Typoskript, unveröffentlicht, April 2003.
Specht, Wilke: Borkum erinnert an ermordete US-Gefangene. In: Borkumer Zeitung vom 5./6. August 2003. Eine englische Übersetzung des Textes durch Robin Smith ist im Internet unter http://www.486th.org/Assn/Borkum/BorkumerZeitung.htm  zu finden (12.8.03).
Dirks, Hartmut: Feiger Mord an wehrlosen Opfern. In: Nordwest-Zeitung (NWZ), Oldenburg, Nr. 179 vom 4.8.2003
Akkermann, Tönjes: Späte Ehrung für amerikanische Flieger - Borkumer Geschichte aus 1944 aufgearbeitet. In: Borkumer Zeitung vom 1.7.2003 
Scheder, Helmut: Gedenkstätte: Respekt und Anerkennung (Leserbrief). In: Borkumer Zeitung vom 22.7.2003
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, Dokumentation, St. Ottilien 2004, S. 192ff.
Gerichtsakten (15 Seiten, Übersetzung von Silke Scheder) des US-Militärgerichts Dachau, Fall Nr. 12-489 (Borkum)
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 58-66.


5.8.1944 Ermordung von fünf amerikanischen Fliegern in Hohenhausen/Lippe (heute zur Gemeinde Kalletal gehörend) durch Polizisten. - Recherchiert von Walter Otto, Kalletal.
Am 7.8.1944 wurden auf dem Hohenhauser Friedhof die nachfolgenden sieben Flieger in einem Massengrab beigesetzt: R.F. Kowalski, Norman E. Schnieder, Stanley J. Kalinejko, Robert E. Delavan, Sherwood L. Kells, Louis E. Younkin und Donald T. McVicker. Fünf der vorgenannten waren ermordet worden, zwei kamen beim Absturz ihrer Maschine ums Leben.

Quellen: Ebert, Arnold: Als die Panzer Lippe überrollten. In: Heimatland Lippe, Heft 4, 1985, S. 124 f.
Otto, Walter: Lynchjustiz an alliierten Fliegern - Dorf entging knapp der Zerstörung. In: Kalletaler-Zeitung vom 1.2.1991. - Die Angabe im Vorspann des Beitrages von W. Otto, dass "drei" Wehrlose ermordet wurden, ist nicht korrekt. Es waren fünf!
Otto, Walter: Lynchjustiz an alliierten Fliegern am 5. August 1944 in Hohenhausen (Echternhagen). Unveröffentlichtes Typoskript, 6 Seiten, Dezember 1991. (Dazu gehören drei Kopien aus einem US-Archiv mit den Namen aller Besatzungsmitglieder der abgestürzten Maschine).
Buchner, Jens (Hrsg.): Stadtgeschichte Horn 1248-1998, Horn - Bad Meinberg 1997, S. 446 f.
Weitere US-Militärgerichtsprotokolle aus Dachau sind im Stadtarchiv Horn archiviert.

PS: In seinem Buch "Luftangriffe zwischen Nordsee, Harz und Heide", Hameln 1983, schreibt Heinz Meyer auf den Seiten 127 und 129 über die Ermordung von drei US-Fliegern kurz vor Kriegsende in der Nähe von Langenholzhausen.
Nach Auskunft des Ortshistorikers Walter Otto, Kalletal, hat es einen oder mehrere Fliegermorde in Langenholzhausen n i e m a l s gegeben. Sowohl das vorgenannte Hohenhausen als auch Langenholzhausen gehören heute zur Gemeinde Kalletal.


9.8.1944 Ermordung von drei amerikanischen Fliegern in bzw. bei Weisenbach (im Murgtal) durch Zivilisten.

Quellen: Fleischle, Sigwart: Blinder Hass war Auslöser einer verbrecherischen Tat. In: Badisches Tageblatt vom 20.7.1996
National Archives and Records Administration (NARA): 23 kopierte Seiten von den zwei- bis dreitausend Seiten umfassenden Prozeßakten.
Halow, Joseph: Innocent at Dachau, 1992, Chapter 7, 8 und 21. (1995 erschien eine deutsche Übersetzung von Horst Eckert unter dem Titel "Siegerjustiz in Dachau". Siehe dort die Kapitel Seite 69 ff., 82 ff. und 214 ff.
Internet: http://www.scrapbookpages.com/DachauSrapbook/DachauTrials/RudolfMerkel.html (28.5.05).



9.8.1944 Ermordung eines amerikanischen Piloten (Leutnant Theodore D. Nielsen) nahe dem Weiler Haid (heute zu Bad Saulgau gehörend) durch einen SS-Offizier.

Quellen: Anderson, Gary: The last Flight of Lt. Theodore Nielsen, 2004, 18seitige Arbeit: Internet: http://www.historylink.org/_output.cfm?file_id=5654 (8.1.2006).

 

15.8.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in einem nichtgenannten Ort.

Quelle: Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem internationalen Militärgerichtshof (Amtlicher Text in deutscher Sprache), Bd. V, Nürnberg 1947, S. 372 ff. 

  
15.8.1944 Ermordung eines unbekannten amerikanischen Fliegers in der Eifelgemeinde Preist (bei Trier) durch Zivilisten.

Quellen: Kölnischer Kurier vom 9.6.1945 (Nr. 11, S. 2) und vom 10.7.1945 (Nr. 16, S. 4).
Lüttgens, Karl J.: Kriegsjahre, Kriegsende und erste Neuanfänge im Kreis Schleiden 1939 - 1946, Gemünd 1997, S. 168.
Nosbüsch, Johannes: Bis zum bitteren Ende: Der Zweite Weltkrieg im Kreis Bitburg-Prüm, Trier 1978, S. 85
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 67f.



24.8.1944 Ermordung des amerikanischen Fliegers Edward Sauniers in Hermsdorf/Thüringen, genauer gesagt zwischen Weißenborn und Tautenhain, durch einen Polizisten.

Quellen: Augenzeugenberichte, veröffentlicht im Internet durch Stefan Lechner unter www.hermsdorf-regional.de/kriegswirren/teil5.htm und Erlebnisbericht von Irene Schmidt, geb. Fabian, jetzt Hagen, damals Mitglied der Sanitätskolonne vom 4.10.2003.
Kopien von US-Unterlagen über den Absturz der Boeing B-17, Werks-Nr. 42-97571, 457. Bomb Group, am 24.8.1944 südlich von Hartmannsdorf bei Bad Köstritz. Von den 9 Besatzungsmitgliedern, zu denen auch E. Sauniers gehörte, kamen 4 bei dem Absturz ums Leben, 4 konnten sich retten, einer, Sauniers, wurde ermordet. Die Unterlagen überlies uns das Stadtarchiv von Eisenberg.

PS: Zu dem vorgenannten Fall sollte noch folgendes hinzugefügt werden: Der Täter wurde am Tag des Einmarsches der amerikanischen Truppen in Hermsdorf (am13.4.1945) auf Grund einer Denunziation aus den Reihen der auf dem Rathausplatz versammelten Bürgerschaft, unter der sich auch der später denunzierte Polizist befand, von den US-Soldaten ergriffen und nach einer kurzen Debatte an eine Grundstücksmauer gestellt und augenblicklich erschossen (= ein klassischer Lynchmord der Sieger !).
Da man den Hinzurichtenden mit dem Gesicht zur Mauer gestellt hatte, ergab es sich, daß der Delinquent die Hinrichtung überlebte. Die Soldaten des Hinrichtungskommandos hatten statt auf die Herzseite auf die rechte Brustseite gezielt. Nachdem der Brandmeister der Feuerwehr am späten Abend zufällig festgestellt hatte, daß der in einem Geräteraum niedergelegte vermeintlich Tote noch Lebenszeichen von sich gab, ging der hinzugezogene örtliche Leiter des Roten Kreuzes zum Ortskommandanten und konfrontierte ihn mit der Frage, wie er es mit der Genfer Konvention halte. Das Ergebnis des Gespräches war, daß die Amerikaner von einer weiteren Verfolgung des "Hingerichteten", der unzweifelhaft am 24.8.1944 einen gefangenen US-Flieger aus eigener Verantwortung erschossen hatte, absahen und eine Notversorgung des Schwerverwundeten sowie seine spätere Überführung ins Krankenhaus nach Eisenberg akzeptierten. - Der Polizist, der am 13.4.1945 seine Hinrichtung überlebte, durfte sich noch fast 20 Jahre seines Lebens erfreuen.



24.8.1944 Ermordung von zwei US-Fliegern in Münstedt bei Schmedenstedt durch SS-Offiziere (recherchiert von Edgard L. Fuß, Peine-Woltorf).

Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 161; Beginn der Verhandlungen: 19.8.1947; Prozeß-Nr. 12-1949; der/die Angeklagten: Minx, Heinz; Tatort: Münstedt bei Schmedenstedt; Datum der Tat: 24.8.1944.
Gerichtsakten (2 Seiten, Übersetzung von Monika Wachholz) des US-Militärgerichts, Fall Nr. 12-1949 (Münstedt).


26.8.1944 Ermordung von vier US-Fliegern (Maxwell, Fetterhoff, Wyatt und Zemonek) im Wald zwischen Gersweiler und Klarenthal (heute Stadtteile von Saarbrücken) durch Angehörige der SS.

Quellen: Zimmer, Klaus: "Du bist als nächster an der Reihe!" In: Wilhelm, Horst: Die Region Neunkirchen im Luftkrieg 1939-1945, Bd. II: Crash ‘44: Nach den Bomben die Bomber, S. 125-133, besonders S. 130
Zimmer, Klaus: "Du bist als nächster an der Reihe!" In: Wilhelm, Horst: Luftkrieg über der Saar 1939-1945. Eine Dokumentation, 3. erweiterte Auflage, 2004, S. 234, 240-243.
Kirsch, Hans: "Die Behandlung gefangener Feindflieger" in: Sicherheit und Ordnung betreffend. Die Geschichte der Polizei in Kaiserslautern und in der Pfalz 1276 - 2006, Kaiserslautern 2007, S. 556-557.
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, Dokumentation, St. Ottilien 2004, S. 208.



26. 8.1944 Ermordung von sechs amerikanischen Fliegern in Rüsselsheim (siehe auch Mordfall vom 20.7.1944).

Quellen:"The Russelsheim Ordeal" in der amerikanischen Militärzeitschrift "8th AF NEWS", Jg. 10, Nr. 4, Okt. 1984, S. 1 ff.
Frickel, Thomas: Vor 40 Jahren: Die Amerikaner sind da.   Artikelserie in "Rüsselsheimer Echo" vom 16.3. bis 28.6.1985.
Leiwig, Heinz; Neliba, Dieter H.: Die Mainspitze im Fadenkreuz der Royal Air Force und der 8. USAAF, Ginsheim-Gustavsburg 1985, S. 115-130 .
Frickel, Thomas: Vor 50 Jahren: Die Amerikaner sind da (Hrsg.: VHS Rüsselsheim), Raunheim 1994, S. 73-81.
Neliba, Günter: Lynchjustiz an amerikanischen Kriegsgefangenen in der Opelstadt Rüsselsheim (1944). Rekonstruktion eines der ersten Kriegsverbrecher-Prozesse in Deutschland nach Prozessakten (1945-1947), Frankfurt a/Main 2000.
Nigro, August: Wolfsangel: A German City On Trial 1945-48, Dulles/Virginia 2000.
Werle, Thomas: Wie Opfer zu Tätern wurden. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) vom 27.8.2001.
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger - Der Mord an Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz am 10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript S. 36 f.
Wiegrefe, Klaus: Tödliche Jagd. In: SPIEGEL, Nr. 34/2001, S. 42.

"Crime in WWII. The Rüsselsheim Death March" in der englischen Militärzeitschrift "AFTER THE BATTLE", Nr. 57, 1987, S. 1-20.
Busch, Dieter: Der Luftkrieg im Raum Mainz während des Zweiten Weltkrieges 1939-1945, Mainz 1988, S.108.
Leiwig, Heinz: Flieger über Rheinhessen, 2. Auflage, Alzey 2006, S. 87ff.
Schnatz, Helmut: Lynchmorde an alliierten Fliegern. In: Franz W. Seidler/Alfred M. de Zayas (Hrsg.): Kriegsverbrechen in Europa und im Nahen Osten im 20. Jahrhundert, Hamburg 2002, S. 118-121.
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 68-72.

 

Titelseite der vorstehend genannten amerikanischen Militärzeitschrift (Quelle Nr. 1)

Nachstehend aus dem mehrseitigen Text eine auszugsweise Übersetzung der Darstellung des "Rüsselsheimer Martyriums" durch den amerikanischen Ermittler Major Luke P. Rogers (nach Aussagen des seinerzeitigen Bürgermeisters von Rüsselsheim):

Als sich die Gefangenen dem Park-Hotel näherten, liefen drei Frauen, Käthe Reinhardt, ihre Schwester Margarete Witzler und deren Tochter Lilo, zum daneben befindlichen Tabakladen und schrien: "Dies sind die teuflischen Flieger. Schlagt sie tot!" Es versammelte sich eine Menschenmenge, die sich als Resultat des Angriffs in der vorhergehenden Nacht in bedrohlicher Stimmung befand. Dann begannen die drei Frauen Steine auf die Gefangenen zu werfen. Die Menschenmenge vergrößerte sich.  
Zu diesem Zeitpunkt schlug ein Kneipenwirt, Philip Gutlich, einen der Flieger mit einem Knüppel. Die beiden deutschen Soldaten, die die Gefangenen bewachten, taten nichts, um sie zu schützen.  
Nun begannen die Flieger zu laufen. Da einer der Gefangenen ein verletztes Bein hatte, trugen zwei von ihnen ihn auf ihrem Rücken.
Hier griff der Ortsgruppenleiter Joseph Hartgen in die Szene ein. In wahrer Nazi-Manier machte er seine Anwesenheit bald spürbar. Er schrie der Menge zu, die Flieger totzuschlagen und feuerte mit der Pistole mehrere Male in die Luft, um sie noch weiter anzufeuern. 
Nachdem die bedrängten Flieger zunächst die Hauptstraße entlang liefen, kamen sie zu einer Seitenstraße. In ihr versuchten sie ihren Angreifern zu entkommen. Die Menge folgte ihnen wie Bestien. Nach einer kurzen Wegstrecke diese Straße hinunter schlug der Bauer Johannes Seipel die Gefangenen mit einem Knüppel. Der Fabrikarbeiter Georg Daum schlug ebenfalls mit einer Schaufel auf  sie ein, während sie außerdem noch mit Ziegeln und Steinen beworfen wurden. Darüber hinaus verprügelte der Gleisarbeiter Johann Opper sie so heftig mit einem Besen, dass der Stiel in seinen Händen zerbrach.
Am Ende der Straße war ein Eisenbahngelände, das von einer ca. 6 Fuß hohen Mauer begrenzt war. Die unglücklichen Gefangenen, die müde und zudem schlimm zugerichtet waren, wandten sich nach rechts zu jener Stelle und drängten sich gegen die Mauer, um sich vor dem Mob zu schützen. Hier spielte sich die wahrhaft brutale Phase des Mordens ab. Drei Fabrikarbeiter, August Wolf, Karl Fugmann und Friedrich Wust, kamen von der anderen Seite der Bahngleise herüber. Als die Flieger sich zum Schutz an der Mauer zusammenkauerten, beugte sich Wust über die Mauer und schlug ihnen mit einem Hammer auf den Kopf. Wolf und Fugmann warfen große Steine und Eisenbahnschwellen auf die Gefangenen. Hartgen, der Ortsgruppenleiter, nahm aktiv an der Prügelei teil und schlug ebenfalls mehreren Gefangenen mit dem Hammer auf den Kopf, als sie bereits am Boden lagen. Außerdem beteiligten sich noch drei oder vier Männer in deutscher Uniform an der brutalen Prügelei. Nachdem es schließlich kein Lebenszeichen der Opfer mehr gab, schoss Hartgen mehreren in den Kopf.  
Die Körper wurden dann auf einen Leiterwagen verladen, der zum Friedhof der Stadt geschoben wurde.     

 

PS: Der Nachtangriff auf Rüsselsheim am 25./26.8.1944 erfolgte durch britische Bomber. Die gefangenen amerikanischen Flieger, die am 24.8.44 einen Tagesangriff auf einen Flugplatz unweit von Hannover geflogen hatten, waren auf der Durchfahrt zu einem Gefangenenlager (Dulag Luft) bei Bad Homburg, als sie am Morgen des 26. August gegen 8 Uhr kurz vor Rüsselsheim den Zug verlassen mussten. Das Bahngleis vor ihnen war bei dem nächtlichen Luftangriff zerstört worden, so dass eine Weiterfahrt nicht möglich war. Die US-Flieger wurden unter Bewachung von drei Soldaten durch die stark zerstörte Stadt geführt. Von derem anderen Ende, wo die Gleise unbeschädigt geblieben waren, sollte der Transport weitergehen.  

 

26. 8.1944 Ermordung zweier englischer Flieger in Groß-Gerau.

Quellen: US-Militärgericht München: Ordner Nr. US 058, 059 und 060; Beginn der Verhandlungen: 16.1.1946, 31.8.1945 und 7.1.1948; Prozeß-Nr. 12-793, 12-793-1 und 12-793-2; der/die Angeklagten: Fachinger, Nikolaus und Flauaus, Heinrich, Deubert, Heinrich, Sturm, Georg; Tatort: Groß-Gerau; Datum der Tat: 29.8.1944.
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, eine Dokumentation, St. Ottilien 2004, S. 51-54.
Frickel, Thomas: Vor 50 Jahren: Die Amerikaner sind da. (Hrsg.: VHS Rüsselsheim), Raunheim 1994, S. 83-86
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 57.

 
Herbst 1944 (vermutlich im September) Ermordung von zwei kanadischen Fliegern durch den Leiter eines Wehrertüchtigungslagers, eines Luftwaffenoffiziers, auf einem Segelflugplatz bei Gießen.

Quelle: Schreiben eines Zeitzeugen vom 5.10.2001.



Herbst 1944 Ermordung eines unbekannten kanadischen Fliegers in Steinbach bei Gießen durch einen Lehrer mit seiner Schulklasse.

Quelle: Humphrey, Richard; Haaser, Rolf; Pagenkemper, Miriam (Hrsg.): Der Untergang des alten Gießen, Gießen 1994, S. 47



Herbst 1944 (Ungesühnte) Ermordung eines unbekannten englischen Jagdfliegerpiloten - er wurde in der Blies ertränkt - in Neunkirchen/Saarland durch einen Luftschutzwart.

Quelle: Aufzeichnungen eines Informanten über ein mehrstündiges Gespräch mit einem Augenzeugen. Die Bemühungen, weitere Augenzeugen zu finden, sind noch nicht abgeschlossen.



September 1944
Ermordung eines amerikanischen Fliegers in Wolfenbüttel.

Quellen: Schreiben eines Zeitzeugen vom 12.2.2002.
Schreiben der Stadt Wolfenbüttel vom 12.2.2002. - Die Stadt wird zum Jahreswechsel 2002/2003 "Die Geschichte der Stadt Wolfenbüttel 1933 - 1945" veröffentlichen, in der auch der vorgenannte Mordfall behandelt wird.



September 1944
Ermordung eines amerikanischen Fliegers in der Gemeinde Halchter (heute Stadtteil von Wolfenbüttel).

Quelle: Schreiben der Stadt Wolfenbüttel vom 12.2.2002. - Die Stadt wird zum Jahreswechsel 2002/2003 "Die Geschichte der Stadt Wolfenbüttel 1933 - 1945" veröffentlichen, in der auch der vorgenannte Mordfall behandelt wird.



6.9.1944 Ermordung eines amerikanischen Jagdbomberpiloten, des US-Fliegeroffiziers Quince Brown, in Schleiden durch einen SS-Sturmbannführer. Brown war Major und Staffelführer der 84. Staffel des 78. US-Jagdgeschwaders.

Quellen: Kleist, Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 13 f.
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger  - Der Mord an Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz am 10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript, S. 37.
     

Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet im "Seminarium voor Strafrecht en Strafrechtspleging Van Hamel" der Universität von Amsterdam, Bd. XII, Amsterdam 1974, S. 93-107.
Lüttgens, Karl J.: Kriegsjahre, Kriegsende und erste Neuanfänge im Kreis Schleiden 1939-1946, 1. Halbband, Gemünd 1997, S. 144-161 und 167 f.
Nordrhein-Westfälisches Hauptstaatsarchiv Düsseldorf: Signatur 87/175-179.
Freeman, Roger A.: Mighty Eighth War Diary, London-New York-Sydney 1981, S. 340 f.

                                            
10.9.1944 Ermordung des amerikanischen Flieger-Majors John N. Reynolds in Ingolstadt durch zwei NS-Funktionäre.

Quellen: "Die Neue Zeitung", Nr. 24 vom 25.3.1946, S. 3 (siehe www.die-kommenden.net/dk/artikel/grossdeutschland_am_galgen/siegerjustiz_p...).
Fegert, Hans: Luftangriffe auf Ingolstadt, Kösching 1989, S. 92-95.
Fegert, Hans: Die Luftangriffe auf Ingolstadt und der Einmarsch der Amerikaner. In: Ingolstadt im Nationalsozialismus (Dokumentation zur Zeitgeschichte, Bd. 1), Ingolstadt 1995, S. 550.



12.9.1944
Ermordung von vier amerikanischen Fliegern bei Ruppertshütten (Unterfranken) durch Angehörige von Polizei und Gestapo.

Quellen: "Main-Post" vom 11.6.1993
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 76ff.



12.9.1944 Ermordung des kanadischen Fliegeroffiziers Apple in Bingen durch Angehörige der SA und der NS-Kreisleitung.

Quellen: Neuer Mainzer Anzeiger vom 15.6.1946 sowie Schreiben eines Zeitzeugen vom 28.11.2000.
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger - Der Mord an Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz am 10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript, S. 37 f.  
Leiwig, Heinz: Flieger über Rheinhessen, 2. Auflage, Alzey 2006, S. 89f.
 

13.9.1944 Ermordung eines indischen Angehörigen der Royal Air Force in Darmstadt.

Quellen: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 84.
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger - Der Mord an Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz am 10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript, S. 38


13.9.1944 Ermordung von zwei US-Fliegern bei Altenkirchen und Fürth durch Angehörige der SS-Panzerdivision "Das Reich" bzw. durch Wehrmachtsangehörige des Panzer-Artillerie-Regiments 102. Die beiden Amerikaner, der Copilot Frank R. Hedeen sowie der Funker und MG-Schütze Stephen J. Andrews, gehörten zur Besatzung einer B-17 (Fliegende Festung), die am 13. September bei einem Angriff auf Ludwigshafen von deutscher Flak angeschossen wurde und am selben Tag bei Fürth/Saarland abstürzte.

Quellen: Zimmer, Klaus: Die Fliegende Festung "Bombo": Abgestürzt am 13. September 1944 bei Fürth. In: Westricher Heimatblätter. Heimatkundliche Mitteilungen aus dem Kreis Kusel, Jg. 28, Nr. 2, April 1997, S. 51-77. (Der Autor hat einige Zeit später (?) seiner vorstehenden Veröffentlichung in den Westricher Heimatblättern eine 31seitige "überarbeitete und ergänzende Fassung" folgen lassen.)
Kirsch, Hans: "Die Behandlung gefangener Feindflieger" in: Sicherheit und Ordnung betreffend. Die Geschichte der Polizei in Kaiserslautern und in der Pfalz 1276 - 2006, Kaiserslautern 2007, S. 556-557.

 

16.9.1944 Ermordung eines britischen Luftwaffenangehörigen in Emmerich (Elten).

Quellen: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 60 f.
Schreiben des Stadtarchivs Emmerich vom 7.11.2000. 
Bundesarchiv Koblenz: Akte AllProv. 8, JAG 43
Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: The United Nations War Crimes Commission), Bd. XI, London 1949, S. 76 ff.
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 78f.                                        

 

17.9.1944 Ermordung von zwei kriegsgefangenen kanadischen Fallschirmspringern durch einen SA-Obersturmbannführer in Kranenburg/Niederrhein. Bei den Ermordeten handelt es sich jedoch nicht um Notabspringer aus einem abgeschossenen Flugzeug, sondern um Fallschirmjäger, die bei dem britischen Luftlandeunternehmen von Arnheim/Nimwegen vom Wind auf deutsches Gebiet abgetrieben worden waren.

Quellen: Linke, Marlene: Kriegsschauplatz Kreis Kleve, Kalkar (etwa 1954/55),  S. 3 ff.  
Michels, Wilhelm; Sliepenbeek, Peter: Niederrheinisches Land im Krieg, Kleve 1964, S. 41-48.  
Steininger, P.A. und Leszczynski, K. (Hrsg.): Fall 3. Das Urteil im Juristenprozess, Berlin 1969, S. 86 f.
Lamers, Gerd: Die Geschichte Kranenburgs und seines Umlandes. In: Kranenburg. Ein Heimatbuch, Kranenburg 1984,  S. 53 und 55.
Neliba, Günter: Lynchjustiz an amerikanischen Kriegsgefangenen in der Opelstadt Rüsselsheim (1944). Rekonstruktion eines der ersten Kriegsverbrecher-Prozesse in Deutschland nach Prozessakten (1945-1947), Frankfurt a/Main 2000, S. 26 f.

 

Nachfolgend eine Fotografik der Gedenktafel in Kranenburg.

 

18.9.1944 Ermordung von zwei unbekannten alliierten Kriegsgefangenen auf Befehl eines Offiziers des 16. Landesschützenregiments in der Nähe von Kranenburg/Niederrhein. Bei den Ermordeten handelt es sich wie im vorhergehenden Fall (17.9.44, Kranenburg) um Angehörige von Luftlandeeinheiten.

Quelle: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 86

 
21.9.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers (Oberleutnant Francis Chinchilla) in Hüllenberg (Kreis Neuwied) durch zwei Ausbilder (Unteroffiziere) eines Wehrertüchtigungslagers.

Quelle: Weiler, Jakob: Fälle von Lynchjustiz am Ende des Krieges im Kreis Neuwied. In: Heimat-Jahrbuch 1999 des Landkreises Neuwied, S. 147 f. (Fall 2).



21.9.1944
Ermordung des amerikanischen Fliegers Charles Hollerbeck durch Angehörige des Volkssturms in der Gemeinde Wollendorf (heute Stadtteil von Neuwied).

Quellen: US-Militärgericht Heidelberg: Ordner-Nr. US 041; Beginn der Verhandlungen: 21.11.1945; Prozeß-Nr. 12-481; der / die Angeklagten: Thomas, Dominicus; Tatort: Wollendorf; Datum der Tat: 21.09.1944
Huber, Peter: Vor 50 Jahren - 1945 in Zeitzeugenberichten und Dokumenten, 4. Aufl., Bruchsal 1996, S. 146. - Der von Huber dargestellte Fall des am 12.1.1946 hingerichteten Dominikus Thomas entspricht offensichtlich nicht der Wahrheit. Siehe dazu alle übrigen Quellen.
Weiler, Jakob: Fälle von Lynchjustiz am Ende des Krieges im Kreis Neuwied. In: Heimat-Jahrbuch 1999 des Landkreises Neuwied, S. 147 f. (Fall 1).
Kloth, Hans Michael: Systematischer Mord. In: SPIEGEL, Nr. 47/2001, S. 48 f.
Vincken, Frederic Daniel (verstorben am 8.12.2001): Kriegserinnerungen. In: www.puhihawaii.de/kriegser.htm (darin Abschnitt 6: Mord, kaltblütiger Mord) (26.11.2001).


26.9.1944 Ermordung eines amerikanischen Jabo-Piloten in Merzhausen (bei Usingen/Taunus).

Quelle: Dickfeld, Adolf: Die Fährte des Jägers, Koblenz 1996, S. 306 ff.

 

27.9.1944 Ermordung von fünf amerikanischen Fliegern (Newell W. Brainard, John J. Donahue, John W. Cowgill, Hector V. Scala und James T. Fields) in Nentershausen /Rhön.
                     
Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner-Nr. US 157, 050, und 049; Beginn der Verhandlungen: 12.5.1947, 20.8.1947 und 18.9.1947; Prozeß-Nr. 12-1915, 12-551-1 und 12-551; der/die Angeklagten: Rübsamen, Paul u.a., Eggert, Karl sowie Ehlen, Josef u.a.; Tatort: Nentershausen; Datum der Tat: 27.9.1944.
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, eine Dokumentation, St. Ottilien 2004, S. 150f.
Günther, Lothar: Absturz Nentershausen am 27.9.1944, Auszug (2 Seiten) aus seinem Typoskript des im Frühjahr 2009 erscheinenden Buches "Luftkrieg zwischen der Rhön und dem Rennsteig".
Konrad, Ursula: Am Galgen von Landsberg. Eine Dokumentation, 3. Aufl., Unna 1998
Miller, Donald L.: MASTERS OF THE AIR - America`s bomber boys ..., New York 2006, S. 352. 



27.9.1944 Ermordung von zwei US-Fliegern (Ferdinand K. Flach und Lee R.J. Huffmann) nahe Hattenrod, Kreis Gießen, durch einen Wehrmachtsoffizier.

Quellen: Ranft, Walter: Erlebnisse eines Jugendlichen, 2005, ISBN 3-936705-70-4, S. 90 f.
Keller, Robert: Luftkrieg über dem Vogelsberg 1939-1945, 2004, ISBN 3-936291-25-X, S. 107-110.
Kopie eines Schreibens der Zentralberufungskammer Hessen vom 9.1.1952.
Vierseitige Abschrift eines aus der Haftanstalt Landsberg geschmuggelten Briefes (Kassiber) eines Angeklagten vom 20.8.1946.
Badische Neueste Nachrichten vom 19.6.46, Nr. 44, S.4 und 15.8.46, Nr. 68, S.2.
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech. Eine Dokumentation, St Ottilien 2004, S. 94-97.


28.9.1944 Ermordung von drei gefangenen US-Fliegern (zwei sind namentlich bekannt: Lt. Hamrick und Sgt. Robert Minear) in der Gemeinde Schwickershausen/Kreis Meiningen durch Angehörige der Gendarmerie. Ein weiterer Notabspringer (Sgt. Hubert Burleigh) aus der gleichen Maschine, einer B-17G mit der Nr. 44-6306 von der 349. Squadron der 100. Bombergruppe, wurde einen Tag später von dem damaligen NS-Kreisleiter und Bürgermeister von Bad Neustadt daselbst erschossen. Der Mordfall durch den Bürgermeister war bereits vorher bekannt (erfasst unter dem 29.9.1944).

Quellen: US-Militärgericht Ludwigsburg: Ordner-Nr. US 101; Beginn der Verhandlungen: nicht bekannt; Prozeß-Nr. 12-1299; der/die Angeklagten: Anding, Wilhelm u.a.; Tatort: Schwickershausen; Datum der Tat: 28.9.1944.
Kopie eines Polizeiberichtes an den Landrat der Kreisstadt Meiningen vom 28.9.1944 (Kreisakte 1140 im Thüringer Staatsarchiv in Meiningen).
Günther, Lothar: "Nachts die Briten - Tags die Amis, Luftkrieg zwischen Rhön und Rennsteig", ISBN 978939611-42-4, 2009.
Büchling, Nils: "28. September 1944: Das Hydrierwerk der IG-Farben in Leuna rückt erneut in den Fokus der 8. US-Air Force", ein unveröffentliches aus 12 Seiten bestehendes abgeschlossenes Typoskript über "Eine amerikanische Bomberbesatzung fällt der NS-Lynchjustiz zum Opfer", Jena 2008.

 
29.9.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers, Sgt. Hubert Burleigh, in Bad Neustadt/Saale durch den damaligen Bürgermeister der Stadt.

Quellen: Benkert, Ludwig: Bad Neustadt an der Saale. Die Stadtchronik, Bad Neustadt 1985, S. 358f.
Günther, Lothar: Absturz bei Schwickershausen, Auszug (2 Seiten) aus seinem Typoskript des im Frühjahr 2009 erscheinenden Buches "Der Luftkrieg zwischen der Rhön und dem Rennsteig".
Büchling, Nils: "28. September 1944: das Hydrierwerk der IG-Farben in Leuna rückt erneut in den Fokus der 8. US-Air Force", ein unveröffentlichtes aus 12 Seiten bestehendes abgeschlossenes Typoskript über "Eine amerikanische Bomberbesatzung fällt der NS-Lynchjustiz zum Opfer", Jena 2008.
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 76.



Sept. 1944 - Jan. 1945 Ermordung von neun kriegsgefangenen alliierten Fliegern durch Wehrmachtsangehörige des Fliegerhorstes Rheine (auf Veranlassung eines SA-Standartenführers).

Quellen: Neuer Westfälischer Kurier vom 14.3., 16.3., 25.3., 28.3. sowie  vom 9.5.1947.   
Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 78 f.
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 242

                                               

Okt. 1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers durch einen deutschen Offizier in der Nähe von Wolbeck (östlich von Münster).

Quelle: Private Aufzeichnungen eines Zeitzeugen (1988)

 

etwa 3.10.1944 Ermordung des US-Flieger-Leutnants Nichols Darwin in oder bei Gießen durch den Oberwachtmeister W. (Der Tote wurde in die Lahn geworfen.)

Quellen: Sigel, Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 115
Graef, Dietrich: "Hake" Angriffsziel Gießen 1944/45, 3. Aufl., Gießen 1996, S. 189 f.
E-Mail vom 5.12.2001 des Gießener Redakteurs Burkhard Möller.
Schreiben des Oberbürgermeisters vom 5.3.1946. In: Humphrey, Richard; Haaser, Rolf; Pagenkemper, Miriam (Hrsg.): Der Untergang des alten Gießen, Gießen 1994, S. 349.
 

3.10.1944 Ermordung von drei amerikanischen Fliegern (F. Adams, W. Bengson, E. Dornburgh) in Gießen (Neuer Friedhof) durch Angehörige von Polizei, Volkssturm und HJ (Hitlerjugend)

Quellen: US-Militärgerichte in Ludwigsburg und Dachau: Ordner-Nr. US 147 und 148; Prozeßbeginn: nicht bekannt und 3.10.1947; Prozeß-Nr. 12-1871 und 12-1871-1; der/die Angeklagten: Schardt, Ludwig bzw. Lassak, Julius; Tatort: Gießen-Wieseck und ebenso; Daten der Tat: 3.10.1944 und ebenso.
Graef, Dietrich: "Hake" Angriffsziel Gießen 1944/45, 3. Aufl., Gießen 1996, S. 47 und 189 f.
E-Mail vom 5.12.2001 des Gießener Redakteurs Burkhard Möller.

 

7.10.1944 Ermordung von vier britischen Luftwaffenangehörigen in der seinerzeit selbständigen Gemeinde Rheinweiler (heute Ortsteil von Bad Bellingen).

Quellen: Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem internationalen Militärgerichtshof (Amtlicher Text in deutscher  Sprache), Bd. VI, Nürnberg 1947, S. 404 f.
Neliba, Günter: Lynchjustiz an amerikanischen Kriegsgefangenen in der Opelstadt Rüsselsheim (1944). Rekonstruktion eines der ersten Kriegsverbrecher-Prozesse in Deutschland nach Prozessakten (1945-1947), Frankfurt a/Main 2000, S. 31.  
Schreiben der Gemeinde Bad Bellingen vom 18.1.2001 (einschl. übersandter Kopien von Protokollen und Pressemeldungen)

 

15.10.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in Laubenheim/Nahe durch einen Angehörigen der Waffen-SS.

Quellen: Kleist, Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 15 f. (Die Ortsangabe bei Kleist "Laubenheim bei Mainz" ist falsch. Es handelt sich um den gleichnamigen Ort an der Nahe).  
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger - Der Mord an Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz am 10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript, S. 38 f. 

Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet im "Seminarium voor Strafrecht en Strafrechtspleging Van Hamel" der Universität von Amsterdam, Bd. XIII, Amsterdam 1975, S. 69-88
Busch, Dieter: Der Luftkrieg im Raum Mainz während des Zweiten Weltkrieges 1939-1945, Mainz 1988, S. 161-165
Leiwig, Heinz: Flieger über Rheinhessen, 2. Auflage, Alzey 2006, S. 90f.


15.10.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in Friedensdorf bei Biedenkopf durch zwei Polizisten.

Quelle: Frankenberger Zeitung vom 23.3.2001
Hessen-Nassauische Allgemeine vom 24.3. und 31.3.2001
Arbeitsgemeinschaft Luftkrieg Ederbergland: Friedensdorfer Hilfspolizist erschießt US-Piloten, zweiseitiges unveröffentlichtes Typoskript, dazu gehört eine grobe Darstellung des Prozeßverlaufes, Case 12-643 vom 16.10.1945, Reproduced at the National Archives (Horst Jeckel per Mail vom 29.9.2007).

 

18.10.1944 Ermordung eines kriegsgefangenen britischen Piloten nahe dem Fliegerhorst Völkenrode bei Braunschweig auf Befehl des Kommandanten (Major) des Fliegerhorstes.

Quelle: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 81 f.

 

etwa 19.10.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in oder bei Wiesbaden.

Quelle: Sigel, Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 115

                       
19.10.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers bei Wallau durch Angehörige der Gestapo.

Quellen: Bundesarchiv Koblenz, Bestand FC 6247 P, Bl. 1242 f. (Mikrofilm).
Leiwig, Heinz: Flieger über Rheinhessen, 2. Auflage, Alzey 2006, S. 91

19.10.1944 Ermordung von drei unbekannten amerikanischen Fliegern in Niederseelbach (heute Gemeinde Niedernhausen) durch Polizisten.

Quellen: US-Militärgericht Ludwigsburg: Ordner Nr. US 128; Beginn der Verhandlungen: 13.5.1946; Prozeß-Nr. 12-1742; der/die Angeklagten: Schauer, Robert u.a.; Tatort: Niederseelbach; Datum der Tat: 19.10.1944.
Tham, Adolf: Heimatgeschichte Niedernhausen, Heft 1, 1986, S. 130 f.



20.10.1944
Ermordung eines unbekannten amerikanischen Fliegers in Frankfurt/Main-Griesheim durch einen Funktionär der DAF (Deutsche Arbeitsfront).

Quelle: Tagebuchaufzeichnungen des verstorbenen Arztes Dr. J. - (Kopien der entsprechenden Seiten stellte ein Sohn des Verstorbenen mit Schreiben vom 9.10.2001 zur Verfügung).



27.10.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers (Pilot einer Jagdmaschine P-51) in der Nähe von Stommeln (heute Stadt Pulheim) durch Angehörige der einsatzmäßig der 7. Flakdivision Köln unterstellten SS-Division "Hitlerjugend" (recherchiert durch Gebhard Aders-Albert, "Goutet", Lieu dit Richard, F-31310 Latrape)

Quelle: E-mail des Vorgenannten vom 22.11.2001




28.10.1944 Ermordung eines neuseeländischen Angehörigen der Royal Air Force in Altenburg.

Quelle: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln , Hameln 1987, S. 85 f.

 

28.10.1944 Ermordung eines kanadischen Fliegers in Haltern (Helenenhöhe).

Quelle: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 77 f.

 

2.11.1944 Ermordung eines amerikanischen Flieger-Offiziers durch Soldaten der 25. SS-Panzerdivision in Sutthausen (bei Osnabrück).

Quelle: Urbanke, Axel: Mit FW 190 D-9 im Einsatz. Die Geschichte des III./JG 54 1944/45 und der Weg ihrer Männer bis zum Kriegsende beim JG 26, Zweibrücken 1998, S. 68

 

5.11.1944 Ermordung von vier kriegsgefangenen kanadischen Fliegern in Solingen  durch SA-Leute.

Quellen: Rhein-Echo vom 4.6.1947 und Rheinische Post vom 7.6.1947  
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 248  


5. oder 6.11.1944 Ermordung des amerikanischen Fliegers Stanford G. Wolfson auf der nach Kaiserslautern führenden Hohenecker Straße (nahe dem ehemaligen Sanatorium Finsterbrunner Tal - evtl. in der Gemeinde Trippstadt) durch einen Kriminalsekretär.

Quellen: Wagner, Gretel: Kriegstagebuch 1944/1945, S. 133 (Typoskript im Stadtarchiv Kaiserslautern).
Begräbnisregister der Stadt Kaiserslautern 1943/1944, S. 101 (Kopie).
Zimmer, Klaus: 5. November 1944: Kaiserslautern. In Westricher Heimatblätter. Heimatkundliche Mitteilungen aus dem Kreis Kusel, Jg. 33, Nr. 2, Juni 2002, S. 82 ff.
Kirsch, Hans: "Die Behandlung gefangener Feindflieger" in: Sicherheit und Ordnung betreffend. Die Geschichte der Polizei in Kaiserslautern und in der Pfalz 1276 - 2006, Kaiserslautern 2007, S. 556-557.
Zimmer, Klaus: Abstürze im Raum Landstuhl (kurze Auszüge aus seinen in den Westricher Heimatblättern, Nr. 2, 2002, S. 69-85 veröffentlichten "Notizen zu Flugzeugabstürzen in der Nachbarschaft des Kreises Kusel im Zweiten Weltkrieg"). Die 13seitigen Aufzeichnungen sind im Internet unter http://www.flugzeugabstuerze-saarland.de/html/body_landstuhl.html#Landstuhl100 (8.6.2008) zu finden.

 

8.11.1944 Ermordung eines britischen Stabsfeldwebels (Warrant-Officer) der Royal Air Force in Roeschen.

Quelle: Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 239  


16.11.1944 Ermordung eines unbekannten US-Fliegers bei Lamprechtshausen (Österreich) durch ein Mitglied der örtlichen Heimwehr.

Quelle:
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 79f.

 

21.11.1944 Ermordung zweier britischer Flieger in Bad König.

Quelle: Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 252


21.11.1944 Ermordung des amerikanischen Fliegers Anthony B. Martin in Frankfurt/M.-Ginnheim durch einen NS-Funktionär (recherchiert von Dr. Christoph Royen, München).

Quellen: Süddeutsche Zeitung, Jg. 1, Nr. 9, vom 2.11.1945
National Archives and Records Administration, Washington: Modern Military Records, Textual Archives Services Division, Record Group 338, War Crimes Case File 12-1145.


25.11.1944 Ermordung von vier amerikanischen Fliegern im Erlichwald bei Gaggenau durch Angehörige von SD und Polizei.

Quelle: Badische Neueste Nachrichten Nr. 272 vom 25.11.1994, Seite 34 (2. Artikel!)



26.11.1944
Ermordung des amerikanischen Fliegerleutnants Carl J. Hert in einem Wildpark bei Springe (am Deister) durch einen deutschen Soldaten. Der Fall wurde recherchiert durch John Meurs, Rüti/Schweiz.

Quellen: Kopien von Prozeßakten gegen den mutmaßlichen Mörder des US-Leutnants Carl J. Hert, Co-Pilot des US-Bombers 42-50729 der 445. Bombergruppe.
Der von  einem amerikanischen Militärtribunal angeklagte Soldat wurde am 4.12.1947 zum Tode verurteilt. Bei Revisionsverhandlungen am 29.1.1948, am 11.3.1948, am 15.3.1948 sowie am 23.3.1948 wurde das Urteil nach Überprüfung bestätigt. Am 30.6.1948 und am 4.11.1948 wurde jeweils ein Gnadengesuch abgelehnt. Am 3.12.1948 wurde das Urteil in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Das letzte uns bekannte Gerichtsverfahren vom 25.5.1951 ergab keine Änderung (no modification).


Dezember 1944
Ermordung eines unbekannten US-Fliegers bei Haimbuch durch einen Polizisten.

Quellen:
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech, Dokumentation, St. Ottilien 2004, S. 47f.
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 75




1.12.1944 Ermordung von vier US-Fliegern (Hugh L. Evans, Thomas K. Kohlhaas, Milton B. Erich, John J. Bellovary) in Beltershain bzw. Grünberg/Hessen durch NS-Funktionäre.

Quellen: (tb) Brückner, Thomas: Die Stunde der Vergeltung sollte kommen. In: Gießener Allgemeine Zeitung vom 11.11.2005.
Kopien von Dokumenten der United States Forces bzw. Army vom 26.12.1945 (Urteilsbestätigung, 8 Seiten) und vom 12.1.1946 (Protokoll einer Hinrichtung, 3 Seiten).
Keller, Robert: Luftkrieg über dem Vogelsberg 1939-1945, 2004, ISBN 3-936291-25-X, S. 125-131.



4.12.1944 Ermordung eines unbekannten amerikanischen Fliegers in Freiburg/Breisgau auf dem Gelände des Güterbahnhofs Freiburg durch Angehörige der damaligen Eisenbahn.

Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 160; Beginn der Verhandlungen: 6.10.1947; Prozeß-Nr. 12-1934; der/die Angeklagten: Rudmann, Erwin; Tatort: Freiburg/Breisgau; Datum der Tat: 4.12.1944.
Schreiben eines Zeitzeugen vom 15.5.2002



7.12.1944 Ermordung des britischen Fliegers M. Martinez (Erkennungs-Nr. 1392648) in einem Wald bei Oberlemp, Kreis Wetzlar, durch einen Polizisten.

Quelle: Klug, Rainer: Der Luftkrieg im Dillgebiet. Ein Tagebuch 1939-1945. Gießen 2005, S. 203-220.

 

7.12. bzw. 10.12.1944 Ermordung von zwei australischen Angehörigen der Royal Air Force (Sgt. J. Scott und Fl./Sgt. McGladrigan) in Weidenhausen bzw. Runzhausen (beide Orte sind heute Stadtteile von Gladenbach). 

Quellen: Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 271
Kopien von Briefen der Royal Australian Air Force von 1946/47 sowie Kopien von gerichtlichen Untersuchungsakten (Investigation Report).

 

12.12.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in einem nichtgenannten Ort.

Quelle: Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem internationalen Militärgerichtshof (Amtlicher Text in deutscher  Sprache), Bd. V, Nürnberg 1947, S. 372 ff.

 

13.12.1944 Ermordung von drei britischen Fliegern in Essen.

Quellen: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 59 f.
Schmalhausen, Bernd: Lynchmord: "Greift Euch die Hunde und bringt sie um". In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), Essen, vom 11.11.1993.
Friedrich, Jörg: Das Gesetz des Krieges, München 1995, S. 312 f.
Friedman, Leon: The Law of War. A Documentary History, New York 1972, Bd. II, S. 1482-1486 ("The Essen Lynching Case").
Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: United Nations War Crimes Commission), Bd. I, London 1947, S. 88-92 ("The Essen Lynching Case")
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 80f.

23.12.1944 Ermordung eines britischen Offiziers in Köln.

Quelle: Schreiben des Historischen Archivs der Stadt Köln vom 6.2.2001 (einschl. übersandter Kopien von Protokollen).

 
23.12.1944 Ermordung eines amerikanischen Piloten (Oberleutnant John E. McDonell) in Niederraden-Straßenhaus (am Ehlscheider Stock) durch Angehörige des SD (Sicherheitsdienst).

Quelle: Weiler, Jakob: Fälle von Lynchjustiz am Ende des Krieges im Kreis Neuwied. In: Heimat-Jahrbuch 1999 des Landkreises Neuwied, S. 147-150 (Fall 4).



24.12.1944 Ermordung des amerikanischen Piloten, Capt. William H. Mooney, in Freienseen (heute Stadtteil von Laubach in Hessen) durch den NS-Ortsgruppenleiter.

Quellen: Koller, Hans-Peter: Der Fliegermord von Freienseen. Eine Dokumentation, Gießen 1995  
Olmsted, Merle: Captain William H. Mooney Jr., zweiseitiger Bericht des Chronisten der 357th US-Fighter Group im Internet: siehe www.cebudanderson.com/mooney.htm (8.2.2008) 
Winter, Gerhard: Der Flugplatz Nidda-Harb und der Luftkrieg über der Wetterau. In: Niddaer Geschichtsblätter, Heft 7, 2003, S. 109-113
Keller, Robert: Luftkrieg über dem Vogelsberg 1939-1945, 2004, S. 158f.
NN(rpt): Sechs Rosen erinnern an William H. Mooney. In: Gießener Anzeiger vom 9.4.1996.
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 81f.

 

24.12.1944 Ermordung eines britischen Luftwaffenangehörigen sowie eines Offiziers der Royal Canadian Air Force in Neuss.

Quellen: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 73.
Welfens, Hildegard: Geschichte der Stadt Neuss unter nationalsozialistischer Herrschaft (1933-1945), Schriftenreihe des Stadtarchivs Neuss, Bd. 12, Neuss 1993, S. 264.  
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 262


24.12.1944 Ermordung von zwei Angehörigen der Royal Air Force, des britischen Piloten Hislop und des Kanadiers Lindenboom in den heutigen Krefelder Stadtteilen Uerdingen und Stratum durch einen Wehrmachts-Unteroffizier bzw. SA-Mann. Beide Flieger gehörten zur Besatzung eines britischen Bombers.

Quellen: Hangebruch, Dieter: Die Beschuldigten sind tot - Zwei Fälle von Lynchjustiz an alliierten Fliegern bei Uerdingen 1944, - zehnseitiges Typoskript -.
Hangebruch, Dieter: Die Beschuldigten sind tot - Zwei Fälle von Lynchjustiz an alliierten Fliegern bei Uerdingen. In: Die Heimat, Krefelder Jahrbuch, Zeitschrift für Niederrheinische Kultur- und Heimatpflege, Jg. 74, Nov. 2003, S. 40-45, (gekürzte Veröffentlichung des vorstehenden Typoskripts).

 

29.12.1944 Ermordung eines unbekannten kriegsgefangenen Piloten der Royal Air Force in Langlingen durch einen SS-Offizier.

Quelle: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 66 f.

 

etwa 30.12.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in oder bei Delkenheim (bei Wiesbaden).

Quelle: Sigel, Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 116

                       
30.12.1944 Ermordung eines amerikanischen Fliegers bei Wallau durch Angehörige der Gestapo.

Quelle: Bundesarchiv Koblenz, Bestand FC 6247 P, Bl. 1244 f. (Mikrofilm).



31.12.1944 Ermordung von zwei alliierten Fliegern in Solingen durch einen Polizisten.

Quelle: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 80 f.

 

6.1.1945 Ermordung eines kanadischen Fliegers bei Loccum durch Angehörige einer SS-Kommandostelle.

Quellen: Kriegs-Chronik der ev.-luth. Kirchengemeinde Loccum (Pfarrarchiv) von Pastor Christoph Schomerius, 1945.
Droste, Konrad: Loccum - Ein Dorf - Das Kloster - Der Wald.  Beiträge zu einer bemerkenswerten Ortsgeschichte, Rehburg-Loccum 1999, S. 104 f.  
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 351

           

7. 1.1945 Ermordung eines kanadischen Fliegeroffiziers durch einen Wehrmachtsangehörigen in Hanau.

Quelle: Hanauer Anzeiger vom 19.2., 10.3. und 11.3.1953

 

31. 1.1945 Ermordung eines britischen Fliegers (namens Livingstone) in Rengsdorf (Kreis Neuwied) durch einen Angehörigen des SD (Sicherheitsdienst).

Quellen: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 79 f.  
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger - Der Mord an Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz am 10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript, S. 39  
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 263. - Die Akten sagen aus, dass neben einem britischen auch zwei amerikanische Flieger durch Angehörige des SD ermordet wurden!

Weiler, Jakob: Fälle von Lynchjustiz am Ende des Krieges im Kreis Neuwied. In: Heimat-Jahrbuch 1999 des Landkreises Neuwied , S. 147-150 (Fall 5)

 

Mitte Februar 1945 Ermordung eines amerikanischen Fliegeroffiziers in Rengsdorf (Kreis Neuwied) durch zwei Angehörige der Gestapo.

Quellen: Kleist, Jens-W.:  Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch  deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 18 f. (siehe dazu vorstehenden Fall vom 31.1.1945!).
Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet im "Seminarium voor Strafrecht en Strafrechtspleging Van Hamel" der Universität von Amsterdam, Bd. XVIII, Amsterdam 1978, S. 570-582
Weiler, Jakob: Fälle von Lynchjustiz am Ende des Krieges im Kreis Neuwied. In: Heimat-Jahrbuch 1999 des Landkreises Neuwied, S. 147-149 (Fall 3).

 

Februar 1945 Ermordung eines neuseeländischen Offiziers der Royal Air Force zwischen dem 1.2 und 28.2.1945 in Rhede.

Quelle: Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 321  



3.2.1945 Ermordung eines unbekannten alliierten Fliegers zwischen Fischbach (heute Stadtteil von Bad Schwalbach) und Bad Schwalbach durch einen namentlich bekannten Angehörigen der SS.

Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 177; Beginn der Verhandlungen: 11.12.1947; Prozeß-Nr. 12-2013 und 12-1968-1; der/die Angeklagten: Koch, Oskar Wilhelm; Tatort: Bad Schwalbach und Kemel; Datum der Tat: 3.2.1945 u. 10.2.1945.
E-mails eines Zeitzeugen vom 19.11.2001 und 3.12.2002.
Schreiben eines weiteren Zeitzeugen vom 11.11.2002 sowie einer E-mail vom 13.11.2002.



10.2.1945 Ermordung eines unbekannten alliierten Fliegers (vermutlich ein Kanadier) auf dem Wege nach Kemel (heute zur Großgemeinde Heidenrod gehörend) durch den damaligen Ortspolizisten.

Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 169; Beginn der Verhandlungen: 25.6.1947; Prozeß-Nr. 12-1968; der/die Angeklagten: Otte, Heinrich u.a.; Tatort: Kemel; Datum der Tat: 10.2.1945.
Schreiben eines Zeitzeugen vom 11.11.2002 sowie einer E-mail vom 13.11.2002
Pflanz, Heinrich: Der Spöttinger Friedhof in Landsberg am Lech. Eine Dokumentation, St. Ottilien 2004, S. 153.

Zwischen den beiden vorstehenden Fällen besteht ein Zusammenhang ! Beide Fälle haben die gleiche Prozeß-Nummer 12-1968 bzw. 12-1968-1 und 12-2013. Auch erscheinen zwei der Angeklagten in beiden Prozessen.


13.2.1945
Ermordung von vier US-Fliegern in Schützen-am-Gebirge (Burgenland) durch Angehörige des Reichsarbeitsdienstes (RAD).

Quellen: US-Militärgericht Salzburg: Ordner Nr. US 008; Beginn der Verhandlungen: 1.6.1947; Prozeß-Nr. 5-144; der/die Angeklagten: Hofbauer, Franz u.a.; Tatort: Schützen-am-Gebirge, Disrict Eisenstatt; Datum der Tat: 13.14.2.1945.
Rosenkranz, Martin: "Pilot Hunt" in: Jahrbuch der Werbung (JDW), Österreichs virtuelles Militärluftfahrt-Journal (www.airpower.at), 20.7.2008, S. 3.

   

15.2.1945 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in oder bei Bensheim (an der Bergstraße).

Quelle: Sigel, Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 116 und 119



15.2.1945 Ermordung eines unbekannten alliierten Fliegers in Zwickau durch einen namentlich bekannten NS-Führungsoffizier aus der Zwickauer Kaserne. Der Fall wurde recherchiert durch Norbert Peschke, Zwickau-Cainsdorf.

Quellen: Peschke, Norbert: Bomben auf Zwickau und Planitz, Erfurt 2003, Kap. 11, S. 125.
Schreiben des Augenzeugen Heinz Meier, Duisburg, vom 15.9.1992.  - Die Tatsache, daß mehrere Angehörige der 1. Marschkompanie (Ersatzkompanie) den Mord aus vorgenannter Kaserne beobachtet haben, veranlaßte den Täter, um seine Versetzung zu bitten, die auch sofort genehmigt wurde.

 

21. 2.1945 Ermordung des britischen Fliegeroffiziers Cyril W. Sibley in Dirmstein (nahe Worms) durch NS-Funkionäre.

Quellen: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 69.  
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger - Der Mord an Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz am 10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript, 47 Seiten.  
Faust, Ludwig: Als die Vernichtungsmaschinerie lief ..., Bad Dürkheim und die Vorderpfalz im Luftkrieg 1939 - 1945, Bad Dürkheim 2005, S. 126 f.
Leiwig, Heinz: Flieger über Rheinhessen, 2. Auflage, Alzey 2006, S. 92.

 

etwa 22.2.1945 Ermordung eines amerikanischen Fliegers (William A. Duke) in oder bei Bieber (bei Offenbach) durch Polizeioffiziere.

Quellen: Sigel, Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 116.
Lux, Eugen: Die Luftangriffe auf Offenbach am Main 1939-1945, Offenbach 1971 ( = Offenbacher Geschichtsblätter Nr. 21), S. 117-120.
Kurt, Alfred und Schlander, Otto: Der Kreis Offenbach und das Dritte Reich, Dreieich 1991, S. 362

 

etwa 22.2.1945 Ermordung eines amerikanischen Fliegers (Archibald B. Monroe) in oder bei Offenbach durch Polizeioffiziere.

Quellen: Sigel, Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer  Kriegsverbrecherprozesse 1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 116
Lux, Eugen: Die Luftangriffe auf Offenbach am Main 1939-1945, Offenbach 1971 ( = Offenbacher Geschichtsblätter Nr. 21), S. 117-120
Kurt, Alfred und Schlander, Otto: Der Kreis Offenbach und das Dritte Reich, Dreieich 1991, S. 362

 
etwa 22.2.1945 Ermordung eines amerikanischen Fliegers (Charles Frazer) in Offenbach durch Polizeioffiziere.

Quellen: Lux, Eugen: Die Luftangriffe auf Offenbach am Main 1939-1945, Offenbach 1971 (Offenbacher Geschichtsblätter Nr. 21), S. 117-120
Kurt, Alfred und Schlander, Otto: Der Kreis Offenbach und das Dritte Reich, Dreieich 1991, S. 340-342 und 362. - Auf der Seite 342 wird aus den "Lebenserinnerungen" des Offenbacher Pfarrers Ernst zur Nieden zitiert, wonach auf Veranlassung des Offenbacher Polizeipräsidenten zwei Beamte einen weiteren gefangenen Amerikaner "umgelegt" haben (ohne Ortsangabe und Datum).
(Die unter dem Datum "etwa 22.2.1945" erfaßten drei ermordeten Flieger Duke, Monroe und Frazer gehörten alle zu der Besatzung eines am 22. Februar über Offenbach abgeschossenen viermotorigen Bombers. Ihre Einzelerfassung ergibt sich aus der Tatsache, daß bei den 1947 durchgeführten Prozessen jeweils unterschiedliche Personen angeklagt waren.)



22.2.1945 Ermordung des amerikanischen Piloten Robert A. Park in Alsfeld.

Quellen: Keller, Robert: Luftkrieg über dem Vogelsberg 1939-1945, Cölbe 2004, S. 165 f..
Jäkel, Herbert: Luftkrieg über Alsfeld. In: Mitteilungen des Geschichts- und Museumsvereins Alsfeld, 15. Reihe, Nr. 11/12, S. 261-263.



28.2.1945 Ermordung von zwei britischen Piloten in Bohmte.

Quellen: Kleist, Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 16 f. 
Krone, Peter: Historische Dokumentation, "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 61 f.  
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 49.

Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet im "Seminarium voor Strafrecht en Strafrechtspleging Van Hamel" der Universität von Amsterdam, Bd. XVI, Amsterdam 1976, S. 48-59.

 

März 1945 Ermordung zweier unbekannter alliierter Flieger in Duisburg-Nienhausen. - Obwohl der Tatort Duisburg-Nienhausen in der nachstehenden Akte des BA in Koblenz ebenso eindeutig genannt wird wie in der Auflistung der im britischen Public Record Office archivierten Prozeßakte (lfd. Nrn. 299, 300 und 1160), bleibt der Fall insofern unklar, als es einen Ort oder einen Stadtteil Nienhausen oder Nienkausen in oder nahe Duisburg lt. Schreiben des dortigen Stadtarchivs nicht gibt.

Quelle: Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 309  


März 1945 Einem in Siebenbrunn (Österreich) mit schweren Verletzungen notgelandeten US-Flieger wurde der medizinische Beistand versagt. Der Flieger starb.

Quelle: Rosenkranz, Martin: "Pilot Hunt" in: Jahrbuch der Werbung (JDW), Österreichs virtuelles Militärluftfahrt-Journal (www.airpower.at), 20.7.2008, S. 3.


März 1945 Der deutsche Oberleutnant Stempel muß aus seiner bei einem Luftkampf getroffenen FW 190D-9 mit dem Fallschirm abspringen. Bei der Landung wird er als vermeintlicher Terrorflieger von wütenden Einwohnern versehentlich erschlagen.

Quelle: Leiwig, Heinz: Flieger über Rheinhessen, 2. Auflage, Alzey 2006, S. 171.

 

Anfang März1945 Ermordung eines amerikanischen Piloten durch ein Betriebsratsmitglied der Metallwerke Silberhütte in St. Andreasberg.
Ein aufmerksamer Leser hat uns darauf hingewiesen, dass es während der Nazizeit keine Betriebsräte gegeben hat. Das Weimarer Betriebsräte-Gesetz wurde bereits 1933 außer Kraft gesetzt. Anstelle der aufgelösten damaligen Gewerkschaftsbünde trat die im November 1933 gegründete Deutsche Arbeitsfront. Vielleicht war der Täter ein Mitglied der Betriebszelle dieser Organisation.
PS: Zu unserer vorstehenden Information, dass der Täter vielleicht ein Mitglied der Betriebszelle der Deutschen Arbeitsfront gewesen sei, schreibt uns ein weiterer aufmerksamer Leser via E-mail vom 23.11.2002, dass der ihm namentlich bekannte Täter "Betriebsobmann der NSDAP" in der St. Andreasberger Silberhütte gewesen sei.

Quelle: Schreiben eines Zeitzeugen vom 3.11.2000. - Die Fakten aus dem vorgenannten Schreiben wurden durch die E-mail eines weiteren Zeugen vom 3.1.2002 glaubhaft bestätigt, ohne dass dieser selbst Augenzeuge der Ermordung war.

 
März 1945 Ermordung des kanadischen Jagdbomberpiloten Lieutenant Georg Kienzle auf dem Fliegerhorst Deiningen bei Nördlingen durch einen Luftwaffensoldaten (Bodenpersonal).

Quelle: Schreiben eines Zeitzeugen vom 9.10.2001 (einschl. Tagebuchaufzeichnungen).



2.3.1945 Ermordung eines britischen Piloten in Köln durch Angehörige der Polizei.

Quellen: Schreiben des Historischen Archivs der Stadt Köln vom 6.2.2001.  
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 102



2.3.1945 Ermordung von drei amerikanischen Fliegern (Robert H. Folsom; W.L. Hoenshell; Henry M. Isenberg) in der Gemeinde Langgöns (Landkreis Gießen) durch den seinerzeitigen Ortspolizisten.

Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 141; Beginn der Verhandlungen: 26.8.1947; Prozeß-Nr. 12-1833; der/die Angeklagten: Lang, Wilhelm u.a.; Tatort: Langgöns; Datum der Tat: 2.3.1945 
Gerichtsakten (9 Seiten, Übersetzung von Klaus Ulm) des US-Militärgerichts Dachau, Fall Nr. 12-1833 (Langgöns).

 

4.3.1945 Ermordung von vier alliierten Fliegern in Graz, Stadtteil Straßgang, durch Angehörige der SS.

Quellen: US- Militärgericht Salzburg: Ordner Nr. US 198; Beginn der Verhandlungen: 4.11.1946; Prozeß-Nr. 12-2256 und 5-66; der/die Angeklagten: Lienhart, Markus u.a.; Tatort: Straßgang; Datum der Tat: 4.3.1945.
Kleist, Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S.19 f.

Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet im "Seminarium voor Strafrecht en Strafrechtspleging Van Hamel" der Universität von Amsterdam, Bd. XVIII, Amsterdam 1978, S. 16-26.
Brunner, Walter: Bomben auf Graz, Graz 1989, S. 334 f.
Beer, Siegried; Karner, Stefan: Der Krieg aus der Luft. Kärnten und Steiermark 1941-1945, Graz 1992, S. 327-330.
Krautzer, Thomas: Bombenschäden und Bombenopfer in der Steiermark während des Zweiten Weltkrieges, Diplomarbeit Graz 1989, S. 54.
Rosenkranz, Martin: "Pilot Hunt" in: Jahrbuch der Werbung (JDV), Österreichs virtuelles Militärluftfahrts-Journal (www.airpower.at), 20.7.2008, S. 2f.



4.3.1945 Bei dem Luftangriff auf Graz am 4.3.45 (siehe dazu den vorstehenden Fall "Graz, Stadtteil Straßgang") ist noch eine weitere Maschine abgeschossen worden, aus der sich zwei Mann der Besatzung mit dem Fallschirm hatten retten können. Von diesen beiden Notabspringern ist auch einer von einem SA-Mann erschossen worden.
Der zweite ist indessen zum örtlichen Polizeirevier auf Schloß Attems gebracht worden. Der dortige Chef der Polizei gab zweien seiner Leute den Auftrag, gegen Abend den gefangenen Leutnant MacDonald Moore, ein Kanadier in US-amerikanischen Diensten, "auf der Flucht" zu erschießen.
Die beiden Polizeibeamten waren nicht sehr erbaut von diesem Auftrag. Sie wandten sich in ihrer Not an den Schloßherrn, Graf Attems, von dem man wußte, daß er englisch sprach. Der Graf machte das gefährliche Spiel mit und gab den Bittstellern einen Zettel für den Gefangenen mit dem Text: "Falls Sie noch einmal in Gefangenschaft geraten sollten, dann schweigen Sie über diese Zeit, in der Sie bei uns waren". Bei Einbruch der Dunkelheit verließen die beiden Verschwörer mit dem Todeskandidaten den Schloßhof in Richtung Fluß (die Mur) und zur alten Weinzödelbrücke. Hier angekommen, gaben sie dem jungen Kanadier den Zettel zu lesen. Der hatte schnell begriffen, in welcher Gefahr er gestanden hatte und immer noch stand. Ein schneller Händedruck und in Minutenschnelle war er in der Dunkelheit verschwunden.In dieser Zeit täuschten seine Lebensretter durch mehrmaliges Abfeuern ihrer Waffen eine Exekution vor, und sie zertrampelten ein Stück Flußuferböschung, wo sie die Leiche des Erschossenen hätten in den Fluß rutschen lassen. Den Krieg hat der kanadische Leutnant auch überstanden. Seine beiden Retter erhielten eine Urkunde von der United States Army; unterschrieben hat sie der kanadische Gereral McNarmey.

Quellen: Justiz und NS-Verbrechen: Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet im "Seminarium voor Strafrecht en Strafrechtspleging Van Hamel" der Universität von Amsterdam, Bd. XVIII, Amsterdam 1978, S. 16-26 
Brunner, Walter: Bomben auf Graz, Graz 1989, S. 334f.
Beer, Siegfried; Karner, Stefan: Der Krieg aus der Luft. Kärnten und Steiermark, 1941-1945, Graz 1992, S. 327-330.




Text der Urkunde: Diese Urkunde wird Herrn Ernst Strohriegel als ein Zeichen der Dankbarkeit und in Anerkennung für die Hilfe verliehen, die er den Soldaten und Matrosen der Vereinigten Staaten zukommen ließ. Er ermöglichte ihnen, dem Feind zu entkommen oder sich der Gefangenschaft durch den Feind zu entziehen.



5./6.3.1945
Ermordung von zwei unbekannten kanadischen Fliegern in Chemnitz durch Zivilisten.

Quelle: Braumann, Christa: Eingepfergt im finsteren Keller. In: Chemnitzer Erinnerungen 1945 (Bürger schreiben für Bürger), Chemnitz 1996 (Hrsg.: Karin Fahnert und Gert Richter).




6.3.1945
Ermordung eines kanadischen Fliegers in Frankenberg/Sachsen durch Zivilisten. (Neuere Recherchen durch den nachstehenden Autor Peter Hessel haben ergeben, daß es sich bei dem Ermordeten um Henri Jean Maurice Joseph D´Avril gehandelt hat und nicht, wie zuvor angegeben, um R.B. Denison.)

Quellen: Ahnert, Manfred: Tod des abgeschossenen kanadischen Bomberpiloten, Frankenberg 2001, sechsseitiges Typoskript (im Stadtarchiv Frankenberg).
Hessel, Peter: The mystery of Frankenberg´s Canadian airman, Toronto 2005.
Hessel, Peter: Das Rätsel um den kanadischen Flieger, Beucha 2007.

 

7.3.1945 Ermordung eines britischen Fliegers, des Pilot Officer Henry Joseph Carley,  in der Gemeinde Külte bei Arolsen.

Quellen: Kogon, Eugen: Der SS-Staat. Das System der deutschen Konzentrationslager, München 1946 (Erstauflage), S. 202.  
Zimmer, Bernd Joachim: Deckname Arthur. Das KZ-Außenkommando in der SS-Führerschule Arolsen, Kassel 1994, S. 280 f.  
Hackett, David A. (Hrsg.): Der Buchenwald-Report, München 1996, S. 279 
Britischer Flug-Einsatzplan (Operations Record Book)
Arbeitsgemeinschaft Luftkrieg Ederbergland: Fliegermord in Arolsen, einseitiges unveröffentlichtes Typoskript (von Horst Jeckel per Mail vom 29.9.2007)

                                  

8.3.1945 Ermordung eines kanadischen Fliegers (Thomas M. Draper) in Schloßvippach bzw. eines britischen Fliegers (R. Appleyard) in Vippachedelhausen durch den Landrat des Landkreises Weimar. Drei weitere Besatzungsmitglieder der britischen Lancaster (P. Scott, A.K. Robinson und R.S. Howe) wurden bei bzw. in Buttstädt ermordet.

Quellen: Thüringisches Hauptstaatsarchiv in Weimar: Akte Kreisrat Weimar, Nr. 1079, darin Schreiben des Bürgermeisters von Schloßvippach vom 15.3.1946. 
Schreiben eines heimatgeschichtlich interessierten Bürgers vom 21.1.2001, der sich auf Augenzeugen beruft (siehe nachfolgenden Auszug!):

"Folgendes ist am 8. März 1945 geschehen. Eine große 4motorige Maschine ist im Raum Berlstedt abgestürzt. Zuvor sprangen zwei Flieger mit Fallschirmen ab, das wurde beobachtet und ...  Den 1. Flieger nahm ein Soldat in Vippachedelhausen fest, er ...  Der Soldat führte ihn hoch zur Hauptstraße, dort kam im gleichen Moment der Landrat Hofmann vom Landkreis Weimar. Man hatte ihn wahrscheinlich von der Polizeistation hier in Schloßvippach angerufen. Ohne zu zögern erschoß er sofort den Flieger und wollte den Soldaten ebenfalls erschießen, weil ...
Hofmann fuhr gleich weiter nach Schloßvippach. Hier traf er auf den Ortspolizisten, der den [zweiten] Flieger Thomas Maynard Draper an der Kette zu Fuß nach Weimar bringen wollte. ... Ohne  zu zögern hat er [Hofmann] auch hier den Flieger sogleich  aus dem Auto heraus erschossen. Das geschah auf der Höhe des heutigen Eingangs zum Sportplatz. Augenzeuge dieser Tat war eine ganze Schulklasse." 
Aus der (fortlaufend geführten) Orts-Chronik der Gemeinde Vogelsberg/Thüringen (Schreiben des Bürgermeisters vom 13.8.2001) ist zu entnehmen, dass neben den beiden vorgenannten Fliegern, die in Schloßvippach (Draper - einziger Kanadier unter der sonst  britischen Besatzung) und Vippachedelhausen (Appleyard) erschossen wurden, zwei weitere Besatzungsmitglieder der am 8.3.1945 abgestürzten 7köpfigen britischen Lancaster (NG 186 A 4-0, 195. Schwadron) an der Hermsdorfer Straße bei Buttstädt ermordet wurden (Scott und Robinson). Ein 5. Besatzungsmitglied (R.S. Howe), das bei Kleinbrembach mit dem Fallschirm gelandet war, wurde, weil es verletzt war, von der dortigen Familie des Kurt Stiebritz einige Tage gepflegt. Am 13. März kam ein SS-Arzt aus dem beim nahen Weimar gelegenen Lager Buchenwald, der bei dem Verletzten "angeblich" eine Lungenentzündung feststellte, ihm eine Spritze gab und "befahl, Howe ins Krankenhaus nach Buttstädt zu bringen, wo der auch gestorben ist".  
Über das Schicksal der verbleibenden Besatzungsmitglieder Sheppard und Woodbum kann der Chronist keine Auskunft geben. Möglicherweise sind sie in ihrer Maschine verbrannt. - Die vorgenannten fünf ermordeten Flieger wurden nach ihrer vorübergehenden Beisetzung in Schloßvippach, Vippachedelhausen bzw. Buttstädt auf den Britischen Militärfriedhof an der Heerstraße in Berlin überführt. (Siehe hierzu auch den Mordfall am 8.3.1945 in Vogelsberg/Thüringen). 



"Auf die Idee brachte mich Ihre Internetseite" 

Wir bekommen schon seit Jahren viele Briefe (und E-mails) von Menschen, die mehr oder weniger zufällig beim Surfen auf unsere Webseite gestoßen sind und uns danach ihre Meinung mitteilen möchten. Da werden wir dann gescholten
oder gelobt, getadelt oder anerkannt, beschimpft oder gestärkt in unseren Ansichten.

Kürzlich haben wir aber noch eine ganz andere Erfahrung machen können. Ein relativ junger Mann war "durch Zufall", wie er schreibt, auf unsere Webseite gestoßen und fand dort einiges über den Lynchmord, der am 8. März 1945 in Schloßvippach, seinem im Landkreis Weimar gelegenen Heimatdorf, geschehen ist. Er kannte diesen Fall, weil seine Mutter ihm davon erzählt hatte. Die Mutter hatte zu der "Gruppe von Kindern" gehört, die Augenzeugen dieses Lynchmordes wurden.
Von der Idee, 63 Jahre nach dem Geschehen einen Gedenkstein an der Stelle der ruchlosen Tat zu plazieren bis zu deren Realisierung scheint es nicht sehr lange gedauert zu haben. Als wir davon erfuhren, war die Stele schon aufgestellt,
Wir freuen uns sehr, dass wir die beiden Fotos auf unserer Webseite veröffentlichen dürfen.




         


Stele in Schloßvippach zum Gedenken an den ermordeten
kanadischen Flieger Thomas M. Draper

 

 
											 

Canada

"Now we find out he was murdered"

After 60 years, family Iearns truth behind soldier‘s death

By Vincent Ball

After sifting through a trove of family history, Lana Jane Colby has learned a great deal about how her uncle, Tom, lived. 
lt has been more than 60 years since he died and it is only now that she is learning the truth about his death.
"You know when I first learned the truth I was angry", says the soft-spoken resident of Strathroy, Ont. "I guess l am still a little bit angry".
"We thought we knew the truth and now we find out he was murdered because that‘s what it was, murder". 
                                                                                                                                                                                                    
Colby‘s uncle was Flying Officer Thomas Maynard Draper and her collection of family history includes his flying logs, his leave book, his wings, medals, black and white photos and letters he had sent home from England………

"He was the eldest son in a large family. He was the responsible one and my father (James) really looked up to him", Colby said. "Uncle Tom was my dad‘s hero and I don‘t think dad ever really got over his death. I know he really missed him". 
Born on Oct. 25, 1920 Draper went to Mount Pleasant and Alexandra Schools before attending Brantford Collegiate. 
He had blond hair and blue eyes and was a member of St. Jude‘s Anglican Church. He was the son of Mrs. A. E. Draper of Bruce Street and as a youngster growing up in Brantford…….
He took night classes in navigation at Brantford Collegiate and took flying lessons at a local flying club.
After high school he started working at the Durex Plant in Brantford. In 1940, he joined the Royal Canadian Air Force and trained as a flight engineer in ground crew. He received and started his training in St. Thomas, Ontario. He was later transferred to Ucluelet, British Columbia. He remustered into the aircrew and after further training graduated as a bomb aimer in June 1943. Draper was an instructor for a short period of time and was transferred to England in February 1944.
In August 1944, he was part of a crew flying bombing missions over Germany. He wrote a lot of Ietters home, most of whom were sent to his sister Barbara. lt is through these letters and conversations with her father, that Colby has learned more about her uncle. "I know he didn‘t like the cold and wet weather", she said with a smile. 
"And the letters show how he was the responsible one in the family…the person who took care of everyone else". In one letter he talks about sending money home so someone could buy a warm, winter coat. 
Towards the end of his life, he sounded tired in his letters. He had been on a lot of bombing missions and he had had enough, she said. He had flown more than 14 bombing missions and was looking forward to becoming part of an effort to drop humanitarian aid to the people in countries that had been occupied by the Nazis, Colby said. His last mission was on March 8, 1945. Draper and his crew were shot down. "We had been told and always believed that he and the crew had been shot down over Holland and that they had bailed out", Colby said. "They landed in a farmer‘s field and made their way to the farmer‘s barn where they hid. "We were told that the farmer turned the crew over to the Gestapo and they were taken to a POW camp". 
Towards the end of the war, with the allies moving towards Germany, the family was told, the prisoners, including Draper, were shot and the camp was abandoned by the Germans.
That‘s the story the family was told. That is what they believed. "lt was really hard on my father. I know he really missed his brother and had a hard time accepting it", Colby said. "He always harboured some resentment of Dutch people because he believed someone had turned in his brother and his crew." 
He was also angry at German people who were responsible for his brother‘s death.
Years later, his views changed after a visit to his brother‘s grave in Germany. "My dad was on a business trip to Europe and he arranged to go to Germany to see where Uncle Tom was buried. I think he needed some closure", Colby said. 
"He was really impressed by how well people there took care of the cemetery. "The headstones, even after all those years, looked really good and the grass looked like each blade had been cut with scissors. 
Her father, who died a couple of years ago, got the closure he needed and was delighted when he learned that a street would be named after her brother. 
Draper Street is in a West Brant neighbourhood between Diana Avenue and Flanders Drive. 
But in July 2008, Colby received some new information concerning her uncle‘s death. "My mother (Leah) received a mail from the Mayor‘s office in Brantford," Colby said. "They (the Mayor‘s office) bad been contacted by some people in Germany and they wanted permission to give them our address in Strathroy. "We agreed and we later received a package in the mail". The package was from a couple of people in Germany, Willi Wachholz and his friend Herbert Weber. 
Born in the 1930s, they have vivid memories of the British air strikes during the war and have a keen interest in military history. The pair started researching the lynching of downed allied airmen after reading an article in a German publication about the massacre of six American fliers. The article made a reference to approximately 100 other cases of allied airmen being murdered. In the course of their research, they came across Draper and witness accounts of his death and that of other fliers on March 8, 1945. Draper was part of a British air crew that was conducting a bombing mission on Dessau, Germany on March 8, 1945. There were five of them in a Lancaster bomber and they all bailed out of the plane after it was hit by anti-aircraft fire.
All five were murdered after they hit the ground. Wachholz and Weber have uncovered letters detailing the deaths of two of the men, a British airman identified as R. Appleyard and Draper. Their plane crashed in the region of Berlstedt and two of the airmen were seen bailing out before the crash. One of them, identified as Appleyard was captured by a German soldier in a place called Vippachedelhausen.
Appleyard, according to the accounts obtained by Wachholz and Weber, was led through the Main Street by the soldier. As this was happening, a man identified as District President Franz Hofmann appeared. Without hesitation, he shot the Appleyard. At that time, the district president was the leader of a district or county. The position had much more authority then, than it does now and district presidents controlled the schools as well as the police. As well, district presidents controlled the municipal administration and were responsible for implementing executive government orders. 
After shooting Appleyard, Hofmann then drove to nearby Schlossvippach, a small village in what is now known as the District of Sömmerda. lt has about 1,500 inhabitants and is located in the middle of Germany. Upon arrival, Hofmann met with local police who were planning to take a downed airman - Thomas Maynard Draper - to the County seat of Weimar, Thuringia. 
Without leaving his car Hofmann immediately shot Draper. The murder was witnessed by a classroom of young girls and boys who had just walked by the site of the shooting. The airmen were temporarily buried – the bodies only wrapped in tent square - in Schlossvippach, Vippachedelhausen and Buttstadt. They were later exhumed and buried at the British Military Cemetery at Heerstrasse in Berlin. 
Hofmann and his wife died just before the U.S. army arrived in the area. The war had been lost and some of the men in the village had formed a private police force to maintain order erecting a road block to control traffic through the village. Hofmann and his wife tried to leave but were stopped at the road block. They tried to escape but Germans at the road block fired at their vehicle forcing it to overturn. Hofmann and his wife were killed in the accident. 
lt‘s hard for Colby or anyone for that matter to know what Draper would have been thinking just before his death. "I can only imagine what he must have been thinking just before he was shot", Colby said. "lt would be shock….disbelief". 
Just last year, a commemorative stone was erected at the spot where Draper was shot by a young citizen of Schlossvippach who wants to remain anonymous, Wachholz and Weber said in an e-mail to The Expositor.
The inscription reads:
" In memory of the Canadian airman Thomas M. Draper.
At this place he has been insidiously murdered
March 8, 1945 by the District Administrator"

"The commemorative stone ensures the truth of Draper‘s death has finally been revealed and will be remembers for years to come", Colby said.
She will be donating her uncle‘s wartime memorabilia to the Canadian Military Heritage Museum to ensure future generations know how her uncle lived and died.
"These are the stories that need to be told", Colby said. "These are the stories that we must never forget".



„Nun wissen wir, daß er ermordet wurde….."

Nach 60 Jahren erfährt die Familie die Wahrheit über den Tod des Soldaten

(Übersetzung des Textes von Herbert Weber aus THE EXPOSITOR 21. Febr.2009 / Bericht von Vincent Ball)

Als sie alte Schätze der Familiengeschichte durchgesehen hatte, erfuhr Lana Jane Colby eine ganze Menge über das Leben ihres Onkels Tom.
Es sind mehr als 60 Jahre seit seinem Tode vergangen, und erst jetzt erfährt sie die Wahrheit.
"Wissen Sie, zunächst war ich böse, als ich die Wahrheit erfuhr", sagt die Einwohnerin von Strathroy mit weicher Stimme, „Ich glaube, ich bin immer noch ein wenig ärgerlich!"
"Wir dachten, wir hätten die Wahrheit gewußt, aber jetzt müssen wir erfahren, er wurde ermordet, ja, es war ein Mord."
Colby’s Onkel war der Flieger-Offizier Thomas Manard Draper und die Sammlung der Familiengeschichte enthält sein Flieger-Logbuch, sein Urlaubsbuch, Rangabzeichen, Medaillen, Schwarz-weiß-Photos und Briefe, die er aus England nach Hause geschrieben hat.
„Er war der älteste Sohn in einer großen Familie, der Verantwortliche, und mein Vater James (Bruder) hat wirklich zu ihm aufgeschaut. Onkel Tom war meines Vater’s Held, und ich denke, mein Vater ist nie über seinen Tod hinweggekommen. Ich weiß, er hat Tom sehr vermisst".
Der am 25. Okt. 1920 geborene Draper ging in die Mount Pleasant und Alexandra Schule bevor er das Brantford College besuchte. Er hatte blondes Haar und blaue Augen und war Mitglied der St. Jude’s Anglican Church, und war der Sohn von Frau A.E. Draper aus der Bruce Street und wuchs in Brantford auf. Er besuchte die Abendschule des Collegs, um Navigation zu erlernen und nahm Flugstunden bei einem örtlichen Flieger-Klub.
Nach dem Absolvieren der höheren Schule begann sein Berufsweg bei der Firma Durex Plant in Brantford.
1940 trat er in die Königlich-Kanadische Luftwaffe ein und ließ sich als Flug-Ingenieur beim Bodenpersonal ausbilden. Diese Ausbildung erhielt er in St. Thomas, Ontario, später wurde er nach Ucluelet in British Columbia versetzt.
Er wechselte dann zum Fliegenden Personal und erhielt ein Training als Bombenschütze im Juni 1943. Dann wurde er für eine kurze Zeit Ausbilder, bevor er im Februar 1944 nach England verlegt wurde. Im August 1944 gehörte er dann zu einer Bomberbesatzung, die Feindflüge nach Deutschland durchzuführen hatte.
Er schrieb eine Menge Briefe nach Hause, meistens an seine Schwester Barbara. Durch diese Briefe und die Erzählungen ihres Vaters hat Colby viel über ihren Onkel erfahren.
„Ich weiß, dass er das kalte und nasse Wetter nicht mochte", sagt sie lächelnd, „und die Briefe verrieten, wie sehr er sich für die Familie verantwortlich fühlte, er war eine Person, die sich kümmerte. In einem seiner Briefe erwähnt er Geld, das er schicken wollte, damit sich jemand einen warmen Wintermantel kaufen konnte".
„In seinen letzten Briefen klang er müde, er hatte viele Bombeneinsätze geflogen und hatte wohl genug davon", sagt sie.
„Er hatte mehr als 14 Bombenflüge absolviert. Es war seine Vorstellung, nach Kriegsende ein Teil einer Initiative zu werden, die sich um humanitäre Hilfen in den Ländern kümmerte, die von den Nazis besetzt gewesen waren", sagte Colby.
Sein letzter Einsatz war am 8. März 1945, bevor sein Flugzeug und damit die Besatzung abgeschossen wurde.
„Man hatte uns immer gesagt, und wir glaubten das auch, sie wären über Holland abgeschossen worden und mit den Fallschirmen abgesprungen", meinte Colby. „Sie seien über Farmland herunter gekommen und hätten sich in einer Scheune versteckt. Man sagte uns, der Bauer habe sie an die GESTAPO verraten und die Besatzung sei in ein Kriegsgefangenenlager gebracht worden".

Gegen Ende des Krieges, als die Alliierten gegen Deutschland vorrückten, wurde der Familie mitgeteilt, die Gefangenen, Draper eingeschlossen, wären erschossen worden, da das Lager von den Deutschen im Stich gelassen werden musste.
„Das ist die Geschichte, die der Familie erzählt wurde und das ist das, was wir geglaubt haben".
„Für meinen Vater war es sehr hart, ich weiß, er hat seinen Bruder sehr vermisst und hatte es schwer, das alles zu akzeptieren", sagte Colby. „Er hegte einen gewissen Groll holländischen Leuten gegenüber, denn er glaubte, die hätten seinen Bruder und die Besatzung auf dem Gewissen. Schließlich war er auch auf die Deutschen böse, denn die waren ja eigentlich für seines Bruder’s Tod verantwortlich".
„Jahre später haben sich seine Ansichten geändert. Gelegentlich einer Geschäftsreise nach Europa hatte er Gelegenheit, das Grab zu besuchen und somit mit sich ins Reine zu kommen".
„Er war sehr beeindruckt von den gepflegten Gräbern. Die Grabsteine akkurat und Grasflächen, als wenn jeder Halm mit der Schere geschnitten worden wäre".
Ihr Vater, der vor ein paar Jahren gestorben ist, hatte dieses Kapitel für sich abgeschlossen und war übrigens auch sehr davon angetan, dass eine Straße nach seinem Bruder benannt wurde: Draper Street ist im Westen der Brant Gegend zwischen Diana Avenue und Flanders Drive.
Aber im Juli 2008 Colby erhielt neue Informationen über den Tod ihres Onkels.
„Meine Mutter Leah erhielt vom Bürgermeisteramt in Brantford Post. Die Behörde war von zwei Leuten aus Deutschland angeschrieben worden, die um die Erlaubnis nachsuchten, ihnen unsere Anschrift in Strathroy mitteilen zu dürfen. Wir stimmten zu und einige Zeit später erhielten wir eine dicken Brief mit der Post".
„Der Brief kam von Willi Wachholz und seinem Freund Herbert Weber aus Deutschland. Die Beiden, in den 1930ern geboren, haben lebhafte Erinnerungen an die britischen Luftangriffe während des Krieges und ein starkes Interesse an der Militär-Geschichte dieser Zeit.
Sie begannen mit der Erforschung von Lynchmorden an abgesprungenen alliierten Fliegern, als sie in einem Magazin von dem Massaker an sechs amerikanischen Fliegern (Rüsselsheim) gelesen hatten. Kurze Zeit nach Beginn ihrer Suche konnten sie schon mehr als 100 Mord-Fälle dokumentieren".
„Dabei stießen sie auch auf das Schicksal von Thomas M. Draper und auf Zeugenaussagen über die Todesumstände von Draper und seinen Kameraden am 8. März 1945".
Draper war als Kanadier Besatzungsmitglied eines britischen RAF-Bombers und am 8. März 1945 auf dem Fluge nach Dessau. Sie wurden von Flak-Feuer getroffen und fünf Besatzungsmitglieder verließen die abstürzende Lancaster und sprangen mit ihren Fallschirmen ab.
Alle fünf Notabspringer wurden ermordet. Wachholz und Weber haben die Quellen erforscht und konnten den Tod von zwei Fliegern, des Briten R. Appleyard und des Kanadiers Draper in allen Einzelheiten dokumentieren. Das Flugzeug war in der Gegend von Berlstedt (Kreis Weimar in Thüringen) abgeschossen worden. Man hatte zwei Fallschirmabspringer gesichtet. Einer davon, als Appleyard identifiziert, wurde von einem deutschen Soldaten in Vippachedelhausen festgenommen und von ihm – so die Ermittlungen von Wachholz und Weber – durch die Hauptstraße des Ortes geführt. Plötzlich erschien der Landrat des Kreises Weimar-Land, Franz Hofmann, in seinem Auto Ohne zu zögern erschoß Hofmann den Gefangenen.
Zu der Zeit war ein Landrat der Führer eines Kreises, eine Position, die damals eine Machtfülle verkörperte, ganz im Gegenteil zu heute. Ein Landrat hatte damals z.B. die Lehrerschaft der Schulen und die Polizei unter sich, und er hatte neben den administrativen Aufgaben auch für die Umsetzung von Regierungsmaßnahmen und Anordnungen verantwortlich zu sorgen.

Unmittelbar nach der Erschießung des Fliegers fuhr Hofmann weiter in das benachbarte Schloßvippach, eine kleine Gemeinde mit etwa 1.500 Einwohnern im heutigen Kreis Sömmerda, im Bundesland Thüringen, in der Mitte Deutschlands.
Hofmann stieß auf den dortigen Ortspolizisten, der gerade den abgesprungenen Flieger Thomas Maynard Draper in die Kreisstadt Weimar bringen wollte. Ohne sein Auto zu verlassen, schoß Hofmann auch diesen Gefangenen nieder und tötete ihn. Augenzeugen dieses Mordes war eine gerade in der Nähe vorbei gehende Schulklasse von Mädchen und Jungen des Dorfes.
Die beiden Getöteten wurden – in Zeltplanen gehüllt – in den beiden Dörfern beerdigt, später exhumiert und dann endgültig auf dem Britischen Militärfriedhof an der Heerstraße in Berlin beigesetzt.
Hofmann und seine Frau starben kurz vor dem Einmarsch der US-Amerikaner. Zur Aufrechterhaltung einer gewissen öffentlichen Ordnung hatten Dorfbewohner in Schloßvippach eine Straßensperre am Ortsausgang errichtet. Als Hofmann, jetzt in Zivil, und Frau im Auto vorfuhren, erzwangen sie unter Hinweis auf seine Position freie Durchfahrt. Die Männer an der Sperre schossen auf das Fahrzeug, zerstörten Reifen und das Auto überschlug sich. Das Ehepaar Hofmann ist bei diesem Unfall ums Leben gekommen.
Es ist für Colby schwer, sich vorzustellen, was Draper wohl kurz vor seinem Tode durch den Kopf gegangen ist. „Es war sicherlich ein Schock, Zweifel am Glauben"?

Im letzten Jahr wurde an der Stelle, wo er erschossen wurde, von einem jungen Bürger des Dorfes Schloßvippach, der aber anonym bleiben möchte, ein Gedenkstein, eine Stele, errichtet, wie Wachholz und Weber in einer E-Mail an THE EXPOSITOR mitteilten.

Die Inschrift der Gedenkplatte lautet:

Zur Erinnerung an den kanadischen Flieger Thomas M. Draper. Er wurde am 08.03.1945 an dieser Stelle vom damaligen Landrat heimtückisch ermordet.

„Dieser Gedenkstein stellt die enthüllte Wahrheit des Todes von Thomas M. Draper sicher und dient der Erinnerung über die Jahre hinaus", sagte Colby.

Sie wird die Kriegs-Andenken ihres Onkels dem Canadian Military Heritage Museum übereignen, damit kommende Generationen nachvollziehen können, wie ihr Onkel lebte und starb.

„Dies sind die Geschichten, die unbedingt erzählt werden müssen", sagte Colby, „dies sind die Geschichten, die wir nie vergessen dürfen"!



8.3.1945
Ermordung eines britischen Fliegers in der Gemeinde Vogelsberg/Thüringen durch einen Polizisten. - Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Ermordete zu der Besatzung der britischen Lancaster gehörte, die am 8.3.1945 bei Buttstädt/Schloßvippach abgestürzt ist.

Quelle: Schreiben des Bürgermeisters der Gemeinde Vogelsberg vom 13.8.2001 (mit Kopien aus der Orts-Chronik). 

            

Englischer Militärfriedhof "An der Heeerstraße" in Berlin. - Nach der Chronik der Gemeinde Vogelsberg/Thüringen wurden fünf ermordete Besatzungsmitglieder (Draper, Appleyard, Scott, Robinson und Howe) der am 8.3.1945 im Raum Berlstedt (nach anderer Aussage bei Buttstädt bzw. Schloßvippach) abgestürzten 7köpfigen britischen Lancaster nach vorübergehender Beisetzung in Schloßvippach, Vippachedelhausen bzw. Buttstädt nach der "Heerstraße" überführt. Ob die beiden als vermißt geltenden Besatzungsmitglieder Sergeant H.D. Sheppard und Sergeant K. Woodbum evtl. dort auch beigesetzt wurden, wird noch zu klären sein. 

16.3.1945 Ermordung von drei kanadischen Fliegern bei Altenau - heute Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Oberharz - durch zwei Gestapo-Angehörige.

Quellen: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 83.  
Schreiben der Samtgemeinde Oberharz vom 16.11.2000

 

17. - 18.3.1945 Ermordung von fünf britischen Fliegern in Pforzheim-Huchenfeld.

Quellen: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 70 ff.  
Möll, Erwin: Huchenfeld - Von den Ursprüngen bis zur Gegenwart, Pforzheim 1995, S. 207-211.  
Werner, Marie-Christine: Der englische Flieger - Der Mord an Cyril William Sibley, Sendung des Südwestrundfunks in Mainz am 10.2.2001, 21 bis 22 Uhr, Typoskript, S. 39 f.
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 192 und 284  
Evangelische Kirchengemeinde Pforzheim-Huchenfeld: (Internet) www.huchenfeld-evangelisch.de (4.10.2003)

PS: Die Evang. Kirchengemeinde Pforzheim-Huchenfeld ist eine von derzeit (2003) 35 Gemeinden in Deutschland, die der inzwischen weltweit tätigen Nagelkreuzgemeinschaft (NKG) angehören. Diese Gemeinschaft entstand bald nach der Zerstörung der Kathedrale von Coventry bei einem schweren Luftangriff deutscher Bomber am 14./15.11.1940. Das originale Nagelkreuz, das heute noch auf dem Altar der wiederaufgebauten Kathedrale steht, wurde seinerzeit aus Nägeln gefertigt, welche die Balken des Dachgewölbes der alten Kathedrale zusammengehalten hatten. - Weitere Informationen zur Geschichte der NKG sowie über ihre Aktivitäten und vielseitigen Bemühungen finden Sie im Internet unter www.nagelkreuzgemeinschaft.de/geschichte.html (9.10.2003).

 

etwa 18.3.1945 Ermordung eines amerikanischen Fliegers in oder bei Wallrabenstein (bei Hünstetten).

Quelle: Sigel, Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer  Kriegsverbrecherprozesse 1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 116  


18.3.1945 Ermordung eines US-Piloten, des Leutnant van Horn, von der 338. Sq. der 55. FG. Seine P-51 "Mustang" stürzt bei Geinsheim ab. Er selbst kommt dort auch in Gefangenschaft. Die Gestapo erschießt ihn in Reichelsheim.

Quelle: Leiwig, Heinz: Flieger über Rheinhessen, 2. Auflage, Alzey 2006, S. 184.

 

18.3.1945 Ermordung eines britischen Fliegers in Sommerhausen (bei Würzburg).

Quellen: Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 128  
Badische Neueste Nachrichten vom 19.6.1946, Nr. 44, S. 4
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 76ff.

 

19.3.1945 Ermordung eines amerikanischen Piloten in Dortmund-Asseln (nahe dem Stadtteil Brackel).

Quellen: US-Militärgericht Dachau: Ordner Nr. US 197; Beginn der Verhandlungen: 14.11.1947; Prozeß-Nr. 12-2218; der/die Angeklagten: Mayer, Georg u.a.; Tatort: Brackel; Datum der Tat: 18.3.1945.  
Sollbach, Gerhard E. (Hrsg.): Dortmund - Bombenkrieg und Nachkriegszeit 1939-1948, Hagen 1996, S. 50.

Nill, Gerald: Pilot wurde von SA-Mann erschossen. In: Westfälische Rundschau, Dortmunder Ausgabe vom 1.2.1991.
Klemp, Stefan: Zwei US-Piloten wurden nach Absturz in Dortmund gelyncht. In: Westfälische Rundschau, Dortmunder Ausgabe vom 18.3.1995.
Geschichtswerkstatt Dortmund (Hrsg.): Die Zusammenbruchgesellschaft, Dortmund 1995, S. 42.


20.3.1945 Ermordung des amerikanischen Fliegers J. Rivos in der Nähe von Quirnbach (Germany) durch Angehörige der Gestapo.

Quelle: Kopien der Prozeßakten des General Military Government Court, Dachau, Germany, vom 7./8. August 1947, Case No. 12-413-1.- Es konnte bisher noch nicht eindeutig ermittelt werden, ob es sich bei dem genannten Tatort um 55242 Quirnbach im Westerwald oder um 66909 Quirnbach/Pfalz handelt. Da der letztgenannte Ort am 20. März aber schon von den Amerikanern "erobert" war, drängt sich uns der Verdacht auf, dass es zu dem Lynchmord seinerzeit nur im Westerwald gekommen sein kann. Bei dem mehr als bescheidenen Interesse, dass die dortigen Behörden unseren bisherigen Recherchen entgegengebracht haben, wollen wir es bei diesem Verdacht einstweilen bewenden lassen.


21.3.1945 Ermordung  des amerikanischen Bomberpiloten Herman E. Everhart im italienischen Bergelltal in unmittelbarer Nähe der Schweizer Grenze (bei Ponte Tresa) durch einen Angehörigen der deutschen SS. (Der Fall wurde recherchiert von Mathias Weichelt, Bibliothekar an der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern.)

Quellen: Peter, Fredy: Jump boys, jump, ISBN 0722334648, 2003, S. 118-121).
Casari, Marco: Tragico atteraggio a Ponte Tresa. In: Corriere Del Ticino vom 6.3.1995 (Ganzseitiger Artikel in der in Lugano erschienenen Zeitung).

22. - 25.3.1945 Ermordung von 12 oder 13 alliierten Fliegern auf dem Flugplatz Dreierwalde bei Hörstel.

Quellen: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 63-66  
Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: The United Nations War Crimes Commission), Bd. I, London 1947, S. 81-87 und Bd. IV, London 1948, S. 113-117.
Der vollständige Text der Seiten 113-117, Bd. IV, der vorstehenden 2. Quelle ist auch im Internet zu finden, und zwar unter http://www.ess.uwe.ac.uk/WCC/rauer.htm (20.3.2008).
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 82-84. - Bei vier Luftangriffen auf den Flugplatz Dreierwalde wurde jeweils ein britischer Bomber abgeschossen und die Überlebenden erschossen. Die letzte Quelle berichtet nur von einem dieser Fälle, bei dem vier von fünf Fliegern (2 Briten und 2 Australier) erschossen wurden. Der fünfte konnte verwundet entfliehen.


23.3.1945 Ermordung des US-Fliegers Charles Mitchell in Hieflau (Österreich) durch eine Gruppe junger Nazis (by a group of young Nazis).

Quellen: US-Militärgericht Salzburg: Ordner Nr. US 003; Beginn der Verhandlungen: 7.11.1947; Prozeß-Nr. 5-83; der/die Angeklagten: Kapeller, Mathias u.a.; Tatort: Hieflau, district Leoben; Datum der Tat: 23.3.1945.
Rosenkranz, Martin: "Pilot Hunt" in: Jahrbuch der Werbung (JDW), Österreichs virtuelles Militärluftfahrt-Journal (www.airpower.at), 20.7.2008, S. 3.

 

24.3.1945 Ermordung von zwei amerikanischen Fliegern in oder bei Bensheim (an der Bergstraße).

Quellen: Sigel, Robert: Im Interesse der Gerechtigkeit. Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945 - 1948, Frankfurt/M 1992, S. 117 u. 119.
Pingel-Rollmann, Heinrich: Widerstand und Verfolgung in Darmstadt und in der Provinz Starkenburg 1933-1945, Darmstadt 1985, S. 240

 

24.3.1945 Ermordung eines britischen Fliegers in Bochum-Altenbochum durch Zivilisten und NS-Funktionäre.

Quellen: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 68.
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 141.
Blank, Ralf: "... der Volksempörung nicht zu entziehen". Gauleiter Albert Hoffmann und sein "Fliegerbefehl". In: Jahrbuch des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark, Witten 1998, S. 279 ff.

 

24.3.1945 Ermordung eines unbekannten alliierten Fliegers - nach neueren Erkenntnissen war es der US-Flight-Sergeant Paul L. Berger - auf dem Fliegerhorst Hesepe nahe Thiene, Post Alfhausen.

Quellen: Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 62 f.
Nordwest-Nachrichten, Osnabrücker Ausgabe vom 31.12.1945.
Volkshochschule Osnabrücker Land (Hrsg.): Aus jenen Tagen. Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg in Bersenbrück, Bersenbrück o.J., S. 166 f.

 

24.3.1945 Ermordung eines (vermutlich) australischen Fliegers in Bochum-Laer (nachmittags).

Quellen: Westfälische Rundschau (Ausg. Bochum), Nrn. 54 und 58 vom 21.9. bzw. 5.10.1946  
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 173.

Blank, Ralf: "... der Volksempörung nicht zu entziehen". Gauleiter Albert Hoffmann und sein "Fliegerbefehl". In: Jahrbuch des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark, Witten 1998, S. 279 ff.


24.3.1945
Ermordung von zwei (vermutlich) australischen Fliegern ebenfalls in Bochum-Laer (abends).

Quellen: Westfälische Rundschau (Ausg. Bochum), Nrn. 54 und 58 vom 21.9. bzw. 5.10.1946.
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 173.
Blank, Ralf: "... der Volksempörung nicht zu entziehen". Gauleiter Albert Hoffmann und sein "Fliegerbefehl". In: Jahrbuch des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark, Witten 1998, S. 279 ff.

 

25.3.1945 Ermordung eines britischen Fliegeroffiziers in Velen.

Quellen: Fasse, Norbert: Velen 890-1990 - Ein geschichtlicher Abriß. In: 1100 Jahre Velen - Festschrift zum Jubiläumsjahr, Stadtlohn 1990, S. 58 f. 
Fasse, Norbert: Katholiken und NS-Herrschaft im Münsterland. Das Amt Velen-Ramsdorf 1918-1945, Bielefeld 1996, S. 665  
Law Reports of Trials of War Criminals (Hrsg.: The United Nations War Crimes Commission), Bd. XI, London 1949, S. 74 f.
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 84

 

25.3.1945 Ermordung von zwei kanadischen und einem englischen Flieger im Dorstener Stadtteil Wulfen. Neuere Recherchen durch den nachstehenden Autor Peter Hessel haben ergeben, daß es sich bei den drei Ermordeten um die kanadischen Flieger R.A. Paul, J.M. Jones und L.W. Brennan gehandelt hat.

Quellen: Schreiben des Stadtarchivs Dorsten vom 10.11.2000  
Hessel, Peter: The mystery of Frankenberg´s Canadian airman, Toronto 2005, S. 229 und 236.
Hessel, Peter: Das Rätsel um den kanadischen Flieger, Beucha 2007, S. 212 u. 226.

 

25.3.1945 Ermordung eines amerikanischen Staffelkapitäns (Major) durch einen SA-Mann in Dortmund-Asseln.

Quellen: Geschichtswerkstatt Dortmund (Hrsg.): Die Zusammenbruchgesellschaft, Dortmund 1995, S. 42 f.  
Münter, Horst / Weber, Andreas: Die Thunderbolts der 405th FGp. In: FLUGZEUG, Jg. 11, Nr. 6, 1995, S. 66-77.  
Sollbach, Gerhard E. (Hrsg.): Dortmund - Bombenkrieg und Nachkriegszeit 1939-1948, Hagen 1996, S. 50.

Klemp, Stefan: Zwei US-Piloten wurden nach Absturz in Dortmund gelyncht. In: Westfälische Rundschau, Dortmunder Ausgabe vom 18.3.1995

 
25.3.1945 (?) Ermordung des Piloten eines britischen Jagdflugzeuges in Witten-Vormholz.

Quelle: Schreiben eines Zeitzeugen vom 19.11.2001



März 1945 Ermordung von zwei britischen Fliegern "durch Faschisten" (unter Leitung eines Zahnarztes) zwischen Holdorf und Nesow (Stadt Gadebusch).

Quelle: "Brüder, In Eins Nun Die Hände", Hrsg.: Kommission zur Erforschung der Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung bei der Kreisleitung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands in Zusammenarbeit ..... des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes Gadebusch, ohne Orts-, Jahres- und Seitenangabe.

 

31.3.1945 Ermordung eines unbekannten Fliegers (Australier?) in der Gemeinde Oststeinbeck.

Quelle: Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 113


31.3.1945 Ermordung eines australischen Besatzungsmitgliedes (K.G. Clark) einer im Hamburger Stadtteil Billstedt abgestürzten britischen Lancaster durch einen Angehörigen des Volkssturms, und zwar auf dem Wege von Glinde nach Reinbeck. - Recherchiert von Thomas Hampel, Nützen.

Quelle: Internet: www.luftfahrtspuren.de (25.11.2002)

 
April 1945 Ermordung eines unbekannten kanadischen Fliegers in Dux, im seinerzeitigen Protektorat Böhmen und Mähren (heute: Duchcov/Tschechien).

Quelle: Schreiben eines Zeitzeugen vom 24.1.2002


3.4.1945 Ermordung eines britischen Flugoffiziers auf dem Fliegerhorst Varrelbusch bei Boesel durch Wehrmachtsangehörige.

Quelle: Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 37

 

3.4.1945 Ermordung eines kanadischen Fliegers durch Gestapo-Angehörige in  Hagen.

Quellen: Westfälische Rundschau, Nr. 53, Hagen, vom 18.9.1946.  
Krone, Peter: Historische Dokumentation "Hingerichtetengräber" auf dem Friedhof Wehl in Hameln, Hameln 1987, S. 72 f.  
Sollbach, Gerhard E. (Hrsg.): Hagen - Kriegsjahre und Nachkriegszeit 1939-1948, 3. Aufl., Hagen 1995, S. 26.  
Blank, Ralf: Die Endphase und das Chaos. In: Hagen unterm Hakenkreuz, Hagen 1995, S. 367  
Bundesarchiv Koblenz: Akte All Prov. 8, JAG 202

Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945-1966. Bearbeitet im "Seminarium voor Strafrecht en Strafrechtspleging Van Hamel" der Universität von Amsterdam, Bd. X, Amsterdam 1973, S. 5-9
Blank, Ralf/ Marra, Stephanie/ Sollbach, Gerhard E.: Hagen, Geschichte einer Großstadt und ihrer Region, Essen 2008, S. 432 und 488ff.

 

Nachfolgend eine Seite (Übersetzung) aus den im Public Record Office in Kew/England archivierten Prozessakten (WO 309, Nr. 116) über die Ermordung des kanadischen Fliegers in Hagen.

  

NWE DET - 1 Ermittlungseinheit der Kriegsverbrechen an Kanadiern

 

67/NWE/SCOTT-WALDFRIEDEN Fall 1

 

16. April 1946

 

Bericht

 

Ermordung des Flight-Sergeant T.D. Scott

R.C.A.F.            (Royal Canadian Air Force = Königliche Kanadische Luftstreitkräfte)

 

1.         Dieser Fall ist jetzt fertig für das Gerichtsverfahren. Die aufgezeichneten Zeugenaussagen sind mit 30 Kopien vervielfältigt und gebunden worden. Das Beweismaterial stellt die Ermordung des J. 95497 Piloten und Offiziers T.D. Scott, vormals R 267359 Flugsergeant T.D. Scott, dar. Ein paar hundert Seiten des Beweismaterials sind unter Eid ausgesagt worden, einschließlich der Aussagen von 8 angeklagten Personen, alle - mit Ausnahme eines älteren Wehrmachtsoffiziers, der für die Garnison in Hagen verantwortlich war - Gestapo-Offiziere der Hauptdienststelle Hagen, einschließlich des Leiters und stellvertretenden Leiters.

 2.         Die Fakten des Falles sind kurz: Scott sprang am 17. März 1945 mit dem Fallschirm über Hagen ab; er wurde auf Anweisung eines legalen Wehrmachtsoffiziers namens Major Zimpel in das Hagener Zivilgefängnis überstellt. Am 2. April 1945 wurde er auf Drängen der Gefängnisbehörde der Wehrmacht übergeben. Am 3. April 1945 wurden Scott und 10 Ungarn exekutiert, indem man ihnen von hinten in den Kopf schoss, als sie vor einem Bombentrichter in der Nähe von Hagen niederknieten. Die Täter gehörten der Gestapo an und befinden sich jetzt in Verwahrung. Der Wehrmachtsoffizier Zensen gibt zu, mit dem Gestapo-Leiter vereinbart zu haben, dass Scott der Gestapo übergeben wird, um ihn nach Dortmund zu bringen. Der Beweis ist erbracht worden durch diese Übergabe, die bewirkte, dass Zensen einem deutschen Vernehmungsbeamten, der mit der S.I.S. zusammenarbeitete, zum Zeitpunkt seiner Gefangennahme und Vernehmung zugab, dass er erwartet habe, dass Scott mit den Ungarn exekutiert werden würde, nachdem er der Gestapo ausgeliefert wurde. Der Leiter der Gestapo gibt an, Scott empfangen zu haben, aber behauptet, dass Zensen ihm gesagt hätte, Scott sei zum Tode verurteilt worden. Er zog keine Erkundigungen ein über den wirklichen Sachverhalt und fuhr fort, Scott's Exekution anzuordnen zusammen mit den Ungarn. Der stellvertretende Leiter der Gestapo behauptet, dass er nicht bemerkt habe, dass Scott anders als die übrigen Ungarn gekleidet war. Er wusste nicht genau, wer exekutiert werden sollte. Er war bloss abkommandiert worden, die Leitung eines Exekutionskommandos zu übernehmen. Er sammelte die Opfer in einem Wehrmachtsbüro und brachte sie zum Bombentrichter, wo sie erschossen wurden. Es steht jedoch fest, dass der erbrachte Beweis einschliesslich der Bekenntnisse der angeklagten Personen ganz deutlich macht, dass alle Personen, die beteiligt waren, sehr genau wussten, dass jeder von ihnen der Tatsache, wer erschossen wurde, keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte, und es kümmerte sie auch nicht. Sie waren bereit, die Exekution vorzunehmen.

3.         Dieser Fall ist vom kanadischen J.A.G. (Judge Advocate General = Vorsitzender des Obersten Kriegsgerichts) überprüft worden und als ein „prima facie case“ (Unterscheidungsfall) bei der Verhandlung gegen alle Angeklagten bekräftigt worden. Das polizeiliche Aktenblatt ist für richtig befunden worden; jedoch wurde der Fall nicht in Aurich gerichtlich verhandelt, weil in Betracht gezogen wurde, dass nicht ausreichend Zeit verbliebe, den Fall dort gerichtlich zu verhandeln.

 (O.W. Durdin) Gruppenkommandeur

Offizierskommandatur

NWE Det 1 Cdn War Crimes Inv. Unit

C.A.O.


07.04.1945 Ermordung von zwei amerikanischen Fliegern - vermutlich waren es der Lieutenant Georg Lyford und der Sergeant Frank W. Picula - in der mecklenburgischen Kreisstadt Parchim durch Wehrmachtssoldaten.

Quelle: Schultze, Eberhard: Die Parchimer Flugplätze von 1937 -2000, 2. Aufl., Schwerin 2001, S. 171-177, 241-244 und 257 ff.



16.04.1945 Ermordung eines unbekannten US-Fliegers in Burkhartswalde, Kreis Pirna/Sachsen durch einen Angehörigen der SS (recherchiert von Frank Millert, Weißwasser).

Quelle: Schreiben des Landratsamtes Pirna vom 20.6.1947 (im Sächsischen Staatsarchiv Dresden: Mikrofilm Nr. 366 im Bestand der Landesbehörde der Volkspolizei Sachsen).


16.04.1945 Ermordung des verwundeten US-Piloten Chester F. Coggeshall in Freilassing durch den seinerzeitigen nationalsozialistischen Bürgermeister der Stadt.

Quellen: "Die Neue Zeitung", Nr. 16 vom 10.12.1945, S. 6 (siehe www.die-kommenden.net/dk/artikel/grossdeutschland_am_galgen/siegerjustiz_p...)
Huber, Peter: Vor 50 Jahren - 1945 in Zeitzeugenberichten und Dokumenten, 4. Aufl., Bruchsal 1996, S. 145.
Seidler, Franz W.: Schuldig ! Die alliierten Siegerprozesse gegen (deutsche) Soldaten, Polizisten und Zivilisten, Selent/Holstein 2008, S. 84f.
Schreiben der Stadt Freilassing (Stadtarchiv) vom 18.3.2002




17.4.1945 Ermordung des amerikanischen Fliegers Normann N. Shane (Erkennungsmarke 13093453) in Reinhardtsgrimma (Sachsen) durch einen unbekannt gebliebenen Angehörigen der SS. (Nach der nachstehenden 3. Quelle hieß der Ermordete Nathaniel N. Shane.)

Quellen: Kleist, Jens-W.: Die faschistische Lynchjustiz an Piloten der Fliegerkräfte der Antihitlerkoalition und ihre Ahndung durch deutsche Justizorgane in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR, sowie in der BRD, Belegarbeit Berlin 1984, S. 9 f.
Schreiben der Kreispolizei-Station Reinhardtsgrimma (Vernehmungsprotokoll) vom 13.6.1947 sowie Schreiben des Polizeipräsidiums Dresden (Begräbnisliste verstorbener US-Bürger) vom 31.5.1947. Beide Schreiben wurden zur Verfügung gestellt von Frank Millert, Weißwasser.
Schildbach, Matthias: Unveröffentlichtes Typoskript vom 4.4.2007. 



17.4.1945 Ermordung des US-Fliegers Eduard (Eddie) G. Eschinger in Halsbrücke, Kreis Freiberg/Sachsen durch einen Zivilisten (recherchiert von Frank Millert, Weißwasser).

Quellen: Schreiben des Kreispolizeiamtes vom 11.6.1947 (im Sächsischen Staatsarchiv Dresden: Mikrofilm Nr. 366 im Bestand der Landesbehörde der Volkspolizei Sachsen).
Schildbach, Matthias: Unveröffentlichtes Typoskript vom 4.4.2007. - Nach dieser Quelle kam noch ein zweites Besatzungsmitglied der am 17.4.1945 nach einem Flaktreffer abgestürzten B-17 (Serien-Nr. 42-102544) ums Leben. Ob der Bordschütze Melvin C. Carlson jedoch ermordet wurde, steht nicht eindeutig fest.



Frühjahr 1945 Ermordung eines britischen Piloten in Kirchberg-Lendsiedel durch einen Angehörigen des Volkssturms.

Quelle: Garmatter, Ralf: Nationalsozialismus in Kirchberg an der Jagst, Kirchberg 1997, S. 9

Spätere Recherchen von Ralf Garmatter haben ergeben, dass es kein britischer Pilot war, sondern der australische Flight-Officer Vernon James Hedley, der bei seiner Gefangennahme in Kirchberg-Lendsiedel erschossen wurde, und zwar am 18. oder 19.3.1945. Der 24jährige Australier war Pilot der Lancaster PB 816 (460. Squadron) der Royal Australian Air Force (RAAF), die am 16.3.45 gegen 22.50 Uhr über Spielbach abgeschossen wurde (teilweise recherchiert von Hans L. Grimminger, Augsburg).
Der Täter, der nach den unvollständig vorliegenden britischen Ermittlungsakten glaubhaft machen konnte, dass ein Mißverständnis zu dem Todesschuß geführt habe, kam wohl mit einer Haftstrafe davon. Das Gerichtsurteil von 1947 konnte bisher nicht gefunden werden.

Quellen: Garmatter, Ralf: Mißverständnis führt zum Tod des Piloten. In: "Hohenloher Tageblatt" im Oktober 2001.
Garmatter, Ralf: Fall intensiv aufgerollt. In: "Hohenloher Tageblatt" im Oktober 2001


25.4.1945 Ermordung eines unbekannten amerikanischen Fliegers nach Angriff auf und Absturz bei Linz/Österreich durch einen Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes (RAD).

Quellen: US-Militärgericht Salzburg: Ordner Nr. US 010; Beginn der Verhandlungen: 10.11.1947; Prozeß-Nr. 5-173; der/die Angeklagten: Stieblaichinger, Johann; Tatort: Linz; Datum der Tat: 25.4.1945.
Banny, Leopold: Dröhnender Himmel, brennendes Land, Wien 1988, S. 221


25.4.1945
Ermordung eines unbekannten kanadischen Fliegers auf Wangerooge durch einen Angehörigen der Kriegsmarine.

Quelle: Jürgens, Hans-Jürgen: Zeugnisse aus unheilvoller Zeit. Ein Kriegstagebuch über die Ereignisse 1939-1945 im Bereich Wangerooge - Spiekeroog - Langeoog sowie die Lage im Reich und an den Fronten, 5. Aufl., Jever 1991, S. 605 und 614


25.4.1945
Ermordung eines US-Fliegers auf Befehl der NS-Kreisleitung. Tatort: St. Georgen am Walde (Österreich).

Quelle:
Rosenkranz, Martin: "Pilot Hunt" in: Jahrbuch der Werbung (JDW), Österreichs virtuelles Militärluftfahrt-Journal (www.airpower.at), 20.7.2008, S. 3.


1.5.1945
Ermordung von zwei amerikanischen (oder britischen) Fliegern nahe der Gemeinde Böken bei Schwerin durch den dortigen Förster.

Quelle: Am 1.5.1945, nur zwei oder drei Tage vor dem Einmarsch amerikanischer Truppen, kam es über den Orten Groß Trebbow und Böken (bei Schwerin) zu einem Luftkampf zwischen einem deutschen und einem alliierten Jäger, bei dem beide Maschinen abstürzten. Während der deutsche Pilot, Oberfeldwebel Albert Strenkert, geb. am 12.5.1905 in Heilbronn, bei dem Absturz in Groß Trebbow ums Leben kam - sein Grab befindet sich auf dem dortigen Gemeindefriedhof -, konnten sich die beiden alliierten Flieger mit dem Fallschirm retten. Sie wurden in Böken gefangengenommen und durch den dortigen Förster am gleichen Tag erschossen (recherchiert von Albert Blüthmann, Dassendorf bei Hamburg). - Die Recherchen sind noch nicht abgeschlossen.


Nachstehend sind Mordfälle an alliierten Fliegern chronologisch erfaßt, die sich ereignet haben s o l l e n oder nicht bzw. nicht ausreichend belegt werden können.


ohne Datum
Ermordung von Angehörigen der Royal Air Force, darunter einen namens Cruikshank, in Ostheim. - Möglicherweise ist der Fliegerhorst Köln-Ostheim gemeint.

Quelle: E-mail eines interessierten Lesers vom 16.9.2002, der beim "Rumsurfen" in den Beständen der Royal Air Force auf den bzw. die Fälle gestoßen ist.


ohne Datum Ermordung eines unbekannten alliierten Fliegers bei Idstein durch einen namentlich bekannten Angehörigen der SS, der nicht nur wegen eines Fliegermordes bei Fischbach (siehe Auflistung der belegten Fälle "Herbst 1944") von einem amerikanischen (?) Gericht angeklagt und verurteilt wurde, sondern auch wegen des vorstehenden Mordfalles bei Idstein angeklagt und verurteilt worden sein soll.

Quelle: Schreiben eines Ohrenzeugen vom 11.11.2002 sowie einer E-mail vom 13.11.2002


nach dem 12.4.1944 Nach einem Tagesangriff der US-Luftflotte auf Fischamend und Bad Vöslau im österreichischen Burgenland s o l l e n sechs (oder mehr?) Überlebende eines abgeschossenen Bombers, die mit Fallschirmen im Raum Eisenstadt gelandet waren, "gehängt" worden sein.

Quelle: Banny, Leopold: Dröhnender Himmel, brennendes Land, Wien 1988, S. 288 f. - Schriftliche Anfragen an das Stadtarchiv Eisenstadt und an das Burgenländische Landesarchiv haben bisher keine Bestätigung erbracht.


29.7.1944 Nach dem Absturz ihrer Maschine (B-17) bei Guthmannshausen/Thüringen gerieten drei (?) unbekannte US-Flieger, die sich mit dem Fallschirm hatten retten können, in Gefangenschaft. Einer von ihnen s o l l von einem in der nachstehenden Quelle (Pressemeldung) namentlich genannten Bauern erschossen worden sein.

Quelle: Allgemeiner Anzeiger Weimar vom 23.1.2000. - Im Thüringischen Hauptstaatsarchiv in Weimar (Akte: Kreisrat Weimar, Nr. 1079) befindet sich ein Schreiben des damaligen Bürgermeisters von Guthmannshausen vom 11.2.1946, in dem auf Anfrage des Landrates des Kreises Weimar vom 1.2.1946 mitgeteilt wird, dass sich auf dem Ortsfriedhof das Grab eines abgestürzten amerikanischen Fliegers befände.



29.7.1944 Ermordung von zwei unbekannten amerikanischen Fliegern in den Weinbergen des Dorfes Almrich, das heute Stadtteil von Naumburg ist. Die unbewaffneten Flieger wurden von zwei Männern erschossen, von denen einer ein Polizist war.

Der Doppelmord von Almrich hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit stattgefunden. Am gleichen Tage ist auch im benachbarten Bad Kösen ein abgeschossener US-Flieger getötet worden. Wenn, wie auch im Fall Naumburg, die zuständigen Stadtarchive desinteressiert sind oder sich nur stur stellen, dann ist es unglaublich schwer und vor allem zeitaufwendig, Fälle wie diese nach mehr als 60 Jahren noch aufzuklären.
Übrigens wusste schon der Chronist der NPEA  (National-politische Erziehungsanstalt oder Napola) Schulpforte bei Kösen, dass der Bürgermeister von Almrich schon bald nach dem Einmarsch der Amerikaner in 1945 "eingelocht" wurde, weil in seiner Gemeinde tote Flieger - wie die Ausgrabung ergab - nicht angemessen beigesetzt worden waren.


4.12.1944 Einen Tag nach dem Angriff auf Gießen vom 3.12. 1944 s o l l ein unbekannter schwarzer US-Flieger erschossen worden sein.

Quelle: Humphrey, Richard; Haaser, Rolf; Pagenkemper, Miriam (Hrsg.): Der Untergang des alten Gießen, Gießen 1994, S. 302


Dezember 1944 Ermordung von drei Besatzungsmitgliedern der an einem unbekannten Ort abgestürzten Lancaster I, NG 296 (227. Squadron/RAF). - Die nachstehende Quelle besagt, dass "drei Personen getötet wurden".

Quelle: Graef, Dietrich: "Hake" Angriffsziel Gießen 1944/45, 3. Aufl., Gießen 1996, S. 112


Am 23.12.1944 s o l l e n vier von sechs Überlebenden (Charles F. Celeste; Erick C. Swenson; Pasquale J. Carino: Melvin E. Murphy) zweier nahe bei Daun in der Eifel abgestürzter US-Bomber ermordet worden sein. Die beiden Maschinen vom Typ B-26 waren um 10.40 bzw. 12.05 Uhr von deutschen Jägern abgeschossen worden.
Am späten Nachmittag bzw. frühen Abend des 23. Dezember werden die Überlebenden, die nunmehrigen Kriegsgefangenen, von ihrer Sammelstelle in Schalkenmehren im Fußmarsch nach Daun geführt. Was sie dort sollen oder was sie dort erwartet, ist nicht bekannt. Allenfalls kann man es erahnen - honi soit qui mal y pense (ein Schuft ist, wer Böses dabei denkt) - denn die kleine Stadt in der Eifel, die außer einem Eisenbahnviadukt kein nennenswertes Ziel für Bomber hat, wird just an diesem Tag seit 5.00 Uhr in der Frühe von US-Bombern angegriffen - zum zweiten Male in diesem Jahr - und von Jabos durch Bordwaffenbeschuß in Angst und Schrecken versetzt. Es war 15.25 Uhr als die letzten Bomben dieses Tages fielen. - Die Marschierer von Schalkenmehren könnten schon unterwegs sein.

Die Staub- und Brandwolken über der Innenstadt hatten sich noch nicht verzogen, da waren die vier schon tot.
Die Amerikaner, d.h. ein 6-köpfiges Ermittlerteam, hat sich vom 25.3.1945 an über 2 Jahre vergeblich bemüht, den Fall zu klären, die Täter zu finden und vor ein Gericht zu bringen. - Am 16.6.1947 haben die Ermittler das Handtuch geworfen und die Untersuchungen offiziell eingestellt.

Quellen: Stolz, Hermann Josef: Was in den letzten Kriegsmonaten in Daun geschah. In Frank Güth / Axel Paul (Hrsg.): Arbeitsgemeinschaft Luftkriegsgeschichte Rhein / Mosel e.V., Aachen 2003, S. 121-124.


Am 22.3.1945 s o l l e n drei kanadische Flieger (F/Lt James F. Hadley, F/O Daniel Frame und F/Sgt John MacKenzie) in Opladen von Angehörigen des Volkssturmes ermordet worden sein. Ihre Maschine, eine Lancaster der 428. Squadron, war in der Nähe von Opladen (heute Stadtteil von Leverkusen) abgeschossen worden. Der Autor nennt außer den Namen der drei Ermordeten auch den Namen eines der Täter (Karl Schäfer), der zu einer langen Haftstrafe verurteilt wurde.

Quelle: Hessel, Peter: The Mystery of Frankenberg´s Canadian Airman, Toronto 2005, S. 231 und 236. Eine auf unsere schriftliche Anfrage hin vom Stadtarchiv Leverkusen (-Opladen) gestartete Aktion, den Mord an den drei Kanadiern aufzuklären, hat bisher nichts erbracht.


April 1945 Ermordung eines unbekannten britischen Piloten eines Jagdflugzeuges auf der Straße zwischen Horst und Elmshorn, nahe einer Mühle. Ein Augenzeuge, der 1945 zwölf Jahre alt war, vermutet, daß durchziehende Soldaten die Täter waren. Die Tat geschah in einem kleinen Waldstück. Der Tote wurde an Ort und Stelle verscharrt. Etwa drei oder vier Wochen später ist er von einem britischen Spezialkommando exhumiert worden. Danach wurde die in unmittelbarer Nähe des Tatortes wohnende Familie des Zeugen etliche Male verhört. Täter sind nie gefunden worden. Der Fall wurde recherchiert von Michael Tesch, Horst in Holstein.


17.4.1945 Notlandung des amerikanischen LtCol. Elwyn G. Righetti, Pilot bei der 55th Fighter Group, in der Nähe von Böhla bei Riesa oder in der Nähe eines Flugfeldes nördlich von Dresden.

Quellen: Marschen, Jörg: Der Schäfer und die Tiefflieger. Artikel in der Sächsischen Zeitung vom 16.4.2004. (Die Notlandung in Böhla sei verbürgt, heißt es da. Was aus dem leicht verletzten Piloten wurde, ist nicht bekannt.)
Freeman, Roger A.: The Mighty Eighth. A History of the U.S. 8th Army Air Force, London 1970, S. 281. (Freeman schreibt, dass Righetti nördlich von Dresden notgelandet sei und von Zivilisten getötet wurde.) In anderen US-Akten heißt es einerseits, dass Righetti im Einsatz gefallen sei, andererseits aber auch, dass er möglicherweise von deutschen Zivilisten ermordet wurde.


Um bei der wachsenden Zahl der erfaßten Mordfälle - es sind inzwischen 179 (im Vorjahr 163) mit insgesamt 371 (im Vorjahr 344) Opfern - das Suchen in der vorangehenden chronologischen Auflistung zu vereinfachen und zu erleichtern, folgt hier eine mehrfach gewünschte alphabetisch geordnete Liste der Tatorte. Dieser Liste fügen wir, soweit bekannt bzw. soweit nicht schon in der chronologischen Auflistung erwähnt, die Namen der Opfer bei und verschlüsselt auch deren Nationalität. Mit *gekennzeichnete Tatorte weisen darauf hin, dass es sich hier um einen der am Ende der chronologischen Liste gesondert erfaßten "eventuellen" Mordfälle handelt, d.h. Fälle, die (noch) nicht ausreichend belegt werden konnten.

            

Tatorte  Tatzeit Namen der Ermordeten und deren Nationalität: 
Am = Amerikaner, Br = Brite, Ka = Kanadier, Au = Australier
Alfhausen                     24.3.1945  
*Almrich bei Naumburg 29.7.1944  
Alsfeld 22.2.1945  
Altenau      16.3.1945   s. Oberharz; Smith, D. (Ka); Marsh, J. (Ka); Morris, B. (Ka)
Altenburg 28.10.1944  
Altenkirchen 13.9.1944 s. Führt
Appen Febr./März 1944 s. Pinneberg
Arolsen   7.3.1945 s. Külte
Attenkirchen 13.6.1944  
Bad Bellingen 7.10.1944  
Bad Harzburg  7.7.1944 Santomiery A. (Am); Hambel, L. (Am)
Bad König 21.11.1944  
Bad Kösen 29.7.1944  
Bad Neustadt 29.9.1944 s. Schwickershausen
Bad Saulgau 9.8.1944  
Bad Schwalbach Herbst 1944  
Beltershain/Hessen 1.12.1944  
Bensheim 15.2.1945 Herrmann, R.R. (Am)
Bensheim  24.3.1945 Forman,W.H. (Am); McDonald R.T. (Am)
Berlin 24.3.1944  
Bieber etwa 22.2.1945  
Bingen 12.9.1944 Apple (Ka)
Bochum-Altenbochum 24.3.1945  
Bochum-Laer (nachmittags) 24.3.1945  
Bochum-Laer (abends) 24.3.1945  
*Böhla 17.4.1945 s. Dresden
Böken 1.5.1945  
Boesel 3.4.1945 s. Varrelbusch
Bohmte 28.2.1945  
Borkum 4.8.1944 Walthall, H.M.; Graham, S.H.;  Faber, K.; Dold, W.F.; Myers, W.J.; Danno, J.W.; Lambertus, W.W. (alle Am)
Burkhartswalde/Sachsen 16.4.1945  
Buttstädt 8.3.1945 s. Schloßvippach
Chemnitz 5./6.3.1945  
Clausthal-Zellerfeld  16.3.1945 s. Altenau
Darmstadt 13.9.1944  
*Daun 23.12.1944  
Deiningen (Fliegerhorst) März 1945  
Delkenheim  etwa 30.12.1944 Garrison, R.W. (Am)
Dirmstein  21.2.1945 Sibley, C.W. (Br)
Dorsten 25.3.1945 Paul, R.A.; Jones, J.M.; Brennan, L.W. (alle Ka)
Dortmund-Asseln  19.3.1945 Stout, G.G. (Am)
Dortmund-Asseln 25.3.1945 Blackburn, R.M. (Am)
Dreierwalde (Fliegerhorst) 22.-25.3.1945 s. Hörstel
Dresden  17.4.1945 s. Böhla
Duisburg-Nienhausen  März 1945  

Dux (Protektorat Böhmen und Mähren)

April 1945  
Eggerstedt 18.6.1944  
*Eisenstadt /Österreich  nach dem 12.4.1944  
Emmerich-Elten  16.9.1944  
Essen 13.12.1944  
Fauerbach 28.7.1944  
Fischbach Herbst 1944  
Frankenberg 6.3.1945  
Frankfurt-Griesheim 20.10.1944  
Frankfurt-Ginnheim  21.11.1944  
Freiburg Dezember 1944  
Freienseen 24.12.1944  
Freilassing 16.04.1945  
Freising 13.6.1944 s. Sillertshausen
Friedensdorf 15..10.1944 Roberts, P.J. (Am)
Fürstenberg/Havel 21.6.1944 s. Schwerin
Fürth 13.9.1944 s. Altenkirchen
Gadebusch März 1945  
Gaggenau 26.7.1944 Martens, C.W. (Ka)
Gaggenau (Erlichwald) 25.11.1944 nur bekannt: Pipock, M. (Am)
Geinshein 18.03.1945 s. Reichelsheim
Gersweiler 26.8.1944 s. Klarenthal
Gießen (Philosophenweg) etwa 3.10.1944  
Gießen (Neuer Friedhof) 3.10.1944  
Gießen Herbst 1944  
Gießen  ohne Datum  
*Gießen 4.12.1944  
Gladenbach 7.12. bzw. 10.12.1944 s. Runzhausen u.Weidenhausen
Glinde  31.03.1945 siehe Oststeinbek
Graz (Österreich)  04.03.1945  
Graz-Straßgang 04.03.1945  
Groß-Gerau 26.8.1944  
Grünberg 1.12.1944 siehe Beltershain
*Guthmannshausen 29.7.1944  
Hagen  3.4.1945 Scott, T.D. (Ka)
Halchter September 1944  
Halsbrücke/Sachsen 17.4.1945  
Haltern 28.10.1944  
Hamburg-Billstedt 31.3.1945 s. Oststeinbek
Hanau  7.1.1945  
Hattenrod 27.9.1944  
Heidenrod  Herbst 1944 s. Kemel
Hermsdorf 24.8.1944  
Hesepe (Fliegerhorst) 24.3.1945 s. Alfhausen
Hieflau (Österreich) 23.03.1945  
Hörstel  22.-25.3.1945 s. Dreierwalde
Hohenhausen 5.8.1944  
Holzendorf  Juli 1944  
Horst in Holstein 23.03.1945  
Huchenfeld 17./18.03.1945 s. Pforzheim
Hülben 06.09.1943  
Hüllenberg  21.9.1944  
*Idstein ohne Datum  
Ingolstadt 10.9.1944  
Kaiserslautern 5. oder 6.11.1944  
Kalletal 5.8.1944  
Kemel  Herbst 1944 s. Heidenrod
Kirchberg  Frühjahr 1945  
Klarenthal 26.8.1944 s. Gersweiler
Klein Flöthe August 1944  
Köln 23.12.1944 Hewitt (Br)
Köln 2.3.1945  
Kranenburg

17.9.1944

 
Kranenburg  18.9.1944  
Krefeld  24.12.1944 s. Uerdingen
Külte 7.3.1945 s. Arolsen
Landstuhl 29.3.1945 s. Saarbrücken
Langgöns/Hessen 2.3.1945  
Langlingen 29.12.1944  
Laubenheim 15.10.1944  
Lendsiedel Frühjahr 1945  
Linz/Österreich 25.4.1945  
Loccum  6.1.1945  
Lochtum bei Goslar 19.5.1944  
Ludenhausen 11.7.1944  
Lübeck 25.7.1943  
Merzhausen  26.9.1944  
Molln, Österreich 26.07.1944  
Moosinning  19. oder 20.7.1944  
Münstedt 24.08.1944 s. Schmedenstedt
Nentershausen  27.9.1944  
Nettelsee 25.5.1944  
Neunkirchen/Saarland Herbst 1944  
Neuss 24.12.1944  
Neu-Wulmstorf 20.6.1944  
Niederraden-Straßenhaus 23.12.1944  
Niederseelbach/Niedernhausen August 1944  
Oberharz (Samtgemeinde) 16.3.1945 siehe Altenau
Oberlemp, Kreis Wetzlar 7.12.1944  
Oberweier 26.7.1944 Martens, C.W. (Ka)
Offenbach 1 und 2 etwa 22.2.1945  
Offenbach-Bieber etwa 22.02.1945  
*Opladen 22.03.1945 Stadtteil von Leverkusen
Oranienburg (Klinkerwerke) ohne Datum  
*Ostheim (Fliegerhorst?) ohne Datum Cruikshank (Br)
Oststeinbek  31.3.1945 Clark, K.G. (Au)
Ottmannshausen  29.7.1944  
Parchim  7.4.1945  
Pforzheim-Huchenfeld  17./18.3.1945 Hall, G. (Br); Matthews, S. (Br); Percival, E. (Br); Vinall, J. (Br); Frost, H. (Br)
Pinneberg Februar/März 1944 s. Appen
Ponte Tresa/Italien 21.3.1945  
Preist  15.8.1944  
Pulheim 27.10.1944 s. Stommeln
Quirnbach 20.3.1945  
Radevormwald 13.6.1944 Klucha, L. (Pole)
Reichelsheim 18.03.1945 s. Geinsheim
Reinbek 31.3.1945 siehe Oststeinbek
Reinhardtsgrimma 17.4.1945  
Rengsdorf 31.1.1945  
Rengsdorf Mitte Februar 1945  
Rhede Februar 1945  
Rheine (Fliegerhorst) 9/1944 - 1/1945  
Rheinweiler 7.10.1944  
Roeschen 8.11.1944  
Rostock 11.4.1944  
Rotenhahn 29.3.1945 siehe Rumohr
Rumohr 29.3.1945 siehe Rotenhahn
Runzhausen  7.12. bzw. 10.12.1944 s. Gladenbach
Ruppertshütten  12.9.1944  
Rüsselsheim 20.7.1944  
Rüsselsheim 26.8.1944  
Sagan (Stalag Luft III) 25.3.-13.4.1944  
Saarbrücken 31.7./1.8.1944  
Saarbrücken 29.3.1945 siehe Landstuhl
Schleiden  6.9.1944 Brown, Q. (Am)
Schlüchtern 28.05.1944 Kreisstadt von Elm
Schollach 21.7.1944  
Schloßvippach 8.3.1945  
Schmedenstedt 24.08.1944 s. Münstedt
Schützen-am-Gebirge 13.02.1945 Österreich
Schweitenkirchen 29.3.1945  
Schwerin 21.6.1944 s. Fürstenberg und Waren
Helton, E.M.; Ludka, R.J.; Nelson, M.F.; Rankin, W.C.; Borchick, F.; Gensert, Th.A.; Brzezowski, St.E.; Knowles, C.L.; Margiasso, C. (alle Am)
Schwickershausen 28.09.1944 s. Bad Neustadt
Siebenbrunn März 1945 Österreich
Sillertshausen  13.6.1944 s: Freising
Solingen  5.11.1944  
Solingen  31.12.1944  
Sommerhausen  18.3.1945  
Springe am Deister 26.11.1944  
St. Andreasberg  Anfang März 1945  
St. Georgen 25.04.1945  
St. Ruprecht/Österreich ohne Datum  
Steinbach  Herbst 1944  
Stommeln 27.10.1944 s. Pulheim
Stratum 24.12.1944  
Sutthausen 2.11.1944 Weissmann (Am)
Tautenhain 24.08.1944 s. Hermsdorf
Tiddische b. Oldenburg 30.5.1944  
Trippstadt 5. oder 6.11.1944  
Uerdingen  24.12.1944 s. Krefeld
*Unbekannter Ort Dezember 1944  
Varrelbusch (Fliegerhorst) 3.4.1945 s. Boesel
Velen  25.3.1945  
Vippachedelhausen  8.3.1945  
Völkenrode (Fliegerhorst) 18.10.1944  
Vogelsberg 8.3.1945 Fry, A.G. (Br) ?
Wallau  19.10.1944 Perry, W. (Am)
Wallau 30.12.1944  
Wallrabenstein etwa 18.3.1945 Heathman, J.R. (Am)
Wangerooge 25.4.45  
Waren/Müritz 21.6.1944 s. Schwerin
Weidenhausen  7.12. bzw. 10.12.1944 s. Gladenbach
Weinböhla/Sachsen ohne Datum  
Weisenbach 9.8.1944 Palmer, K.L. (Am); Harmon, R.L. (Am), McDonough (Am)
Weißenborn 24.08.1944 s. Tautenhain
Wiesbaden etwa 19.10.1944 Perry, W.F. (Am)
Witten-Vormholz  25.3.1945 (?)  
Wohlsborn 20.7.1944 Jorgensen, O.H. (Am); Spirodex, J.S. (Am); Schmidley, D.H. (Am). Zwei dieser drei genannten Flieger wurden ermordet.
Wolbeck  Oktober 1944  
Wolfenbüttel  September 1944  
Wolfenbüttel-Halchter September 1944  
Wolfsburg  ohne Datum  
Wollendorf 21.9.1944  
Wollmatingen/Konstanz 20.7.1944  
Wulfen  25.3.1945 siehe Dorsten
Zwickau 15.2.1945  


Von einer ebenfalls gewünschten Veröffentlichung von Täternamen möchten wir dagegen Abstand nehmen. Hier würden zu viele Fragen, z.B. nach dem Maß der Schuld, nach Mitschuldigen und Mittätern, nach verantwortlichen und/oder Befehle erteilenden Vorgesetzen offen bleiben. Auch die auffällige Diskrepanz bei der Strafzumessung für mutmaßliche bzw. überführte Fliegermörder zwischen alliierten Militärgerichten (häufig Todesstrafe oder sehr lange Haftstrafen) und deutschen Gerichten ab Oktober 1954 (in der Regel nur geringe Haftstrafen) würde ebenfalls Fragen aufwerfen.
Diese Diskrepanz - sie trifft nur auf die Bundesrepublik zu, nicht auf die ehemalige Deutsche Demokratische Republik - ist u.a. dadurch zu begründen, dass der beginnende Kalte Krieg in Europa und der "heiße" Krieg in Korea (1950) die Westalliierten schon bald zu einem Sinneswandel veranlassten. Man brauchte und wollte die Westdeutschen, die späteren Bundesrepublikaner, als Partner, auch als militärische Partner in der NATO. Um das der deutschen Bevölkerung schmackhaft zu machen - die meisten Deutschen hatten, wenn sie nicht strikt dagegen waren, zumindest große Bedenken gegen die Wiederbewaffnung -, konnte die damalige Bundesregierung den Westalliierten nach und nach einige Zugeständnisse abtrotzen, u.a.:

die Beendigung der Diffamierung der deutschen Soldaten (1951?),

die Begnadigung von Kriegsverbrechern bzw. ein Mitspracherecht im alliierten Gnadenausschuß (1951?),

das Straffreiheitsgesetz vom 17.7.1954, (nach diesem Gesetz galt die Amnestie auch für bestimmte, noch nicht abgeurteilte Vergehen),

die Aufhebung der lt. Besatzungsstatut von 1949 noch geltenden Einspruchsrechte in der Rechtssprechung sowie die Aufhebung aller formellen Bindungen an alliiertes Recht (Oktober 1954).


 

 

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